88 Seiten, Heft
erschienen 2005
Best.-Nr. 03169
Gewicht: 245g
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Der Herausgeber schreibt: Um die Verreibeerlebnisse von Michael Geisler bei der homöopathischen Verreibung einer Pilzkultur von Candida albicans besser verstehen und einordnen zu können, möchte ich als jemand, der sich seit über 25 Jahre intensiv mit der Materie als praktizierender und forschender Homöopath beschäftigt, dem interessierten Leser eine Orientierungshilfe zum Verständnis und zur Einordnung dieses "Verreibeprotokolls" geben. Sowohl das Mittel Candida albicans als auch der Zugang zu homöopathischen Arzneimitteln über Verreibungserlebnisse sind ja relativ neu – und machen beide eine Erweiterung des allgemeinen homöopathischen Verständnisses erforderlich.
I.
Candida albicans ist gleichzeitig ein natürliches Element der Schöpfung bzw. ein Naturstoff, nämlich ein Hefepilz, der bei einem beträchtlichen Teil der Menschen unserer Zeit in der Darmflora vorkommt, und eine Krankheit, die durch das Überhandnehmen dieses Pilzes hervorgerufen wird. Homöopathisch werden solche Krankheitsstoffe als Nosoden bezeichnet. Eine allgemeine Besonderheit bei Nosoden liegt also darin, dass sie als Stoff schon mit einer Krankheit verbunden sind – und damit ein erstes homöopathisches Arzneimittelbild durch das Krankheitserlebnis mit dem Pilz schon vorgegeben ist. Ein erster Schritt der homöopathischen Arzneimittelprüfung am Gesunden liegt durch die Candida-Krankheit mit dem folgenden Beschwerdebild ja schon vor:
Erschöpfung und chronische Müdigkeit, häufig wechselnde Stuhlqualität, Auftreibung des Bauches, starke Blähungen, massiver perianale Juckreiz (um den After herum), Heißhungerattacken speziell auf Süßes und Kohlenhydrate, Unverträglichkeit von Alkohol, bei Frauen Scheidenpilz mit Jucken und Ausfluss,
bei Säuglingen Blähungskoliken, Windeldermatitis und Soor und bei abwehrgeschwächten Menschen Candida-Mykosen der Haut.
Zusätzlich zu diesen gewöhnlichen Beschwerden können sich folgende Komplikationen entwickeln: Hautallergien, Heuschnupfen, Heuasthma, Nahrungsmittelallergien, Arthritiden und Myalgien, Infektanfälligkeit, chron. Entzündungen der ableitenden Harnwege, Schlafstörungen, Migräne, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Depressionen. Als medizinische Gründe für das übermäßige Wachstum des Pilzes gelten folgende Umstände: Antibiotika, Antibabypille, Cortison, Zytostatika,Industriezucker, hefehaltige Nahrungsmittel (z.B. Brot, Käse, Bier, Wein), fast food und der allgemeine Stress der modernen Leistungsgesellschaft.
Nach gängiger Auffassung lässt sich diese Candida-Krankheit am ehesten durch Antimykotika in Kombination mit einer recht strengen Zucker- und Hefeproduktfreien Antipilz-Diät heilen. Soweit einmal die wesentlichen medizinischen Fakten zur Candida-Krankheit.
Nach der herkömmlichen homöopathischen Theorie müsste nun die Nosode bzw. das homöopathische Mittel Candida albicans, d.h. der potenzierte Pilz selbst, dazu in der Lage sein, genau solche Krankheitszustände zur Heilung zu bewegen, die dem Bild der Candida-Krankheit sehr ähnlich sind. Damit wäre es natürlich vor allem dazu geeignet, die Candida-Erkrankung selbst zu heilen. Die sogenannte Isopathie (Heilung durch das Gleiche) wird somit als Sonderfall der Homöopathie (Heilung durch das Ähnliche) aufgefasst (wie z.B. bei der Behandlung eines Bienenstiches oder einer Bienenallergie durch Apis mellifica, die potenzierte Biene).
Diese homöopathischen Überlegungen bewegen sich auf der klinischen Ebene der Medizin. Es geht um körperliche Vorgänge mit ihren Auswirkungen auf das körperliche und das Allgemeinbefinden. Im Sinne der Verreibung geht es also um die C0-Stufe des objektiven materiellen Befundes und die C1-Stufe des subjektiven körperlichen Befindens und Verhaltens mit den jeweiligen auslösenden bzw. begünstigenden Faktoren oder Modalitäten.
Mit dieser einfachen homöopathischen Betrachtungsweise wird man der Arzneikraft Candida albicans und dem Pilzprinzip im menschlichen Leben allerdings nur sehr wenig gerecht. Dazu braucht es weit subtilere Herangehensweisen – wie z.B. den hier geschilderten unmittelbaren Zugang zum Ausdruck der Arzneikraft durch die resonante Verreibung im Mörser.
II.
Ich möchte nun einen Sprung zu dem machen, was Hahnemann als tiefe Ahnung der Homöopathie mit in die Wiege gelegt hat, nämlich die Ahnung von der Bedeutung der großen Seuchen für das menschliche Kranksein. Dabei muss man bedenken, dass er diese Ahnung vor der Entdeckung der Krankheitserreger hatte. Ohne von der Existenz der Erreger zu wissen, waren doch auch schon damals die gewaltigen Folgen der Syphilis für das menschliche Leben offensichtlich, die sich von etwa 1500 an in Europa ausgebreitet hatte und zwar in individueller wie auch in kollektiver Hinsicht. In den ersten Jahrzehnten der Syphilisepidemie ist ein großer Teil der Bevölkerung Europas an der Syphilis wie an einer akuten Krankheit gestorben. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte haben die Menschen Europas immer mehr die Fähigkeit entwickelt, die akute oder primäre Syphilis überhaupt zu überleben. Im Laufe dieser Entwicklung hat sich vor allem die allgemeine Sexualmoral der Zeit vollkommen geändert. Später hat sich herausgestellt, dass auch die Nachkommen der an Syphilis Erkrankten häufig genug über mehrere Generationen körperlich und geistig belastet blieben, auch im Sinne von Geisteskrankheit. Einen so gewaltigen Einbruch wie durch die Lustseuche, wie die Syphilis damals genannt wurde, mit so gewaltigen kollektiven Folgen hatte Europa noch nicht erlebt.
Etwa 300 Jahre später hat Hahnemann eine erste Vorstellung entwickelt, dass nicht nur die Lustseuche (von der man noch die ebenfalls seuchenartig sich ausbreitende Geschlechtskrankheit der Gonorrhoe bzw. der Tripperseuche zu unterscheiden hatte) ein tiefer Grund für chronisches und auch homöopathisch nicht so einfach zu heilendes Kranksein sei, sondern vor allem die ebenfalls zeitweise seuchenartig auftretende Krätze. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 hatte das Heer Napoleons auf seinem Rückweg nach den Niederlagen in Russland massenhaft die Krätze mitgebracht. In der damals sehr schwer zu beherrschenden Krätze bzw. Krätze-Seuche hat Hahnemann nun eine noch wichtigere und grundlegendere Seuchenkraft vermutet bzw. geahnt als in der Syphilis oder im Tripper.
Der Ausdruck, etwas ist "zum Krätze kriegen" als Ausdruck tiefer Verzweiflung erinnert noch heute daran, wie es früher gewesen sein mag, in eine kollektive Krätze-Seuche geraten zu sein. Dank der modernen Insektizide bereitet die Behandlung eines Krätzekranken heute kaum noch größere medizinische Probleme. Doch eigenartigerweise ist auch heute die Krätze noch immer mit einem starken Scham- bzw. Minderwertigkeitsgefühl behaftet. Die auslösende Krätzeseuche mit allen ihren medizinischen und sozialen Folgen für die folgenden Generationen hat Hahnemann Psora genannt und in ihr den tieferen Grund für 7/8 aller chronischen und auch homöopathisch nicht so leicht heilbaren Krankheiten gesehen.
Ohne genauer auf die Seuchen von Syphilis und Krätze eingehen zu wollen, dürfte doch erkennbar sein, dass in unserer Zeit, fast 200 Jahre nach Hahnemanns Entdeckung der Psora und 500 Jahre nach Ausbruch der Syphilis in Europa, die Candida-Erkrankung zumindest ähnlich seuchenartige Ausmaße angenommen hat wie in früheren Jahrhunderten die Syphilis bzw. Lustseuche, die Gonorrhoe bzw. Tripperseuche oder die Krätzeseuche. Auch die Geschichte der Tuberkulose oder Schwindseuche würde zum Seuchenthema dazugehören, mit einem Höhepunkt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa.
Nun sind diese Seuchen durch den Einsatz moderner Pharmaka in unserer Zeit nicht mehr gefährlich, wenigstens nicht in den Industrieländern. Aber es gibt neue Varianten dieser Seuchen, vor allem AIDS – als modernen Ersatz für die Syphilis – und Candida albicans – als modernen Ersatz für die Krätze-Seuche bzw. als wichtigste Ausprägung der Psora in unserer Zeit.
III.
Im I. Abschnitt haben wir Krankheit im üblichen medizinischen Sinne als körperliche Beeinträchtigung des einzelnen Menschen betrachtet, im Falle der Candia-Erkrankung durch den Pilz Candida albicans bzw. sein übermäßiges Wachstum.
Im II. Abschnitt bei den Seuchenerkrankungen hat nun ein ganz anderer Aspekt Gewicht bekommen, der uns heutzutage nicht mehr geläufig und vor allem gar nicht recht ist. Denn was ist der entscheidende Faktor dafür, an einer Seuche zu erkranken? Das Charakteristikum einer Seuchenerkrankung liegt darin, dass es ein Kollektiv ist, das an einer Seuche erkrankt. Sehr deutlich zu erkennen ist dies z.B. in Teilen Afrikas, wo 80 oder 90 % der jungen Erwachsenen an AIDS erkrankt sind und ein großer Teil von ihnen in absehbarer Zeit sterben wird – mit schwer absehbaren Folgen für die nächsten Generationen. D.h.:
Der wesentliche Grund für die Seuchenkrankheit des Individuums liegt darin, in einer bestimmten Zeit Mitglied eines bestimmten Kollektivs in einer bestimmten Gegend zu sein.
Im Zeitalter des Individualismus wehren wir uns natürlich gegen diese Tatsache, versuchen sie zu verdrängen, sie als ungerecht zu verurteilen oder sie umzudeuten (z.B. wenn wir sagen, dass jeder Afrikaner ja selber schuld ist, wenn er oder sie sich auf ungeschützte Sexualität einlässt), doch das ändert nichts an der grundsätzlichen Möglichkeit, dass zusätzlich zur Möglichkeit einer individuellen Erkrankung in jedem Kollektiv jederzeit eine Seuche ausbrechen kann, an denen ihre Mitglieder vor allem deswegen erkranken, weil sie zur jeweiligen Zeit gerade zum jeweiligen Kollektiv gehören. Im übertragenen Sinne ist dies auch bei größeren Katastrophen und Kriegen so. Wer gerade zum "Kollektivkörper", z.B. einem Volk, einem Staat oder einer Religion gehört, in denen die Katastrophe, der Krieg oder die Seuche ausbricht, den wird es mehr oder weniger erwischen, ob er persönlich dafür verantwortlich sein mag oder nicht.
Und so gibt es auch den Kollektivkörper, der von der Candida-Seuche ergriffen ist – und dem dummerweise ausgerechnet wir alle mehr oder weniger angehören, nämlich unsere Gesellschaft in unserer Zeit. Damit gilt für uns alle mehr oder weniger: mitgefangen - mitgehangen!"
IV.
Diese Dimension kollektiven Krankseins zu erfassen, ist der klassischen Homöopathie mit den Methoden der einfachen Arzneimittelprüfung und der individuellen Behandlung noch nicht recht möglich gewesen. Dazu bedurfte es der Entwicklung weiterer Methoden. Eine dieser Methoden ist nun der Zugang über die homöopathischen Verreibungserlebnisse.
Wenn die Homöopathie davon ausgeht, dass der dynamische Grund für die Erkrankung eines individuellen Menschen in der dynamischen Verstimmung seiner Seele und seines Geistes liegt, dann kann man leicht schlussfolgern, dass der dynamische Grund für die Erkrankung eines Kollektivkörpers (d.h. der dynamische Grund einer Seuche) in der dynamischen Verstimmung des Kollektivs liegen wird, d.h. in einer Erkrankung seiner "Kollektivseele" bzw. seines "Kollektivgeistes". Diese Ebene des Krankseins überhaupt wahrzunehmen, dürfte uns allerdings sehr schwer fallen, weil wir ihm als Mitglieder des Kollektivkörpers ja genauso unterliegen und unsere individuelle Seele bzw. unser individueller Geist von ihm mitgeprägt sind.
Eine wesentliche Aufgabe der Verreibung von Candida albicans liegt also darin, das Krankhafte der Seuchenkraft überhaupt erfahrbar und bewusst zu machen, um so überhaupt erst herauszufinden, wodurch wir ihr kollektiv erlegen sein mögen – und andererseits, wie wir kollektiv wieder gesunden oder auch als Einzelne uns möglicherweise gegen die Seuche feien können.
Dazu ist nun das Verständnis der verschiedenen Dimensionen des Lebensgeschehens notwendig, wie es in den Verreibungsstufen (je eine Stunde) zum Ausdruck kommt. Hahnemann hat die Verreibung bis zur C3-Stufe vorgeschrieben, also von der toten Materie (C0-Stufe) zur Dimension der lebendigen Körperempfindung (C1-Stufe), weiter zur Dimension des emotionalen Fühlens und Erlebens (C2--Stufe) bis zur Dimension des geistigen Verstehens (C3-Stufe). Damit hat er die Arzneikräfte der Stoffe "geistartig befreit", wie er es ausgedrückt hat.
Im Kleinen findet sich diese Abfolge in den ersten drei Verreibungsphasen (von je 6 – 7 Minuten) in jeder Verreibungsstufe wieder. Die weiteren drei Phasen weisen auch schon in den ersten Verreibungsstufen auf weitere Dimensionen des Lebens hin.
Die erste dabei neu zu erschließende Stufe ist die C4-Stufe des Spürens im Innersten der Seele, die das Wesentliche der Verreibeerlebnisse ausmacht. Sie befindet sich jenseits der Gedanken und berührt eine Dimension des Lebens, die uns normalerweise nicht so leicht zugänglich ist. Die Existenz dieser Wesensebene allein ist schon erstaunlich genug. Durch die Verreibeerlebnisse der 4. Phase in den ersten drei C-Stufen hat sie sich schon angekündigt.
Doch auch darüber hinaus gibt es noch weitere Dimensionen des Lebens. Gerade im Fall von Candida albicans ist die C5-Dimension des kollektiven Eingebundenseins von entscheidender homöopathischer Bedeutung. Sie reicht über den individuellen Wesenskern hinaus in eine Dimension der größeren Zusammenhänge und Zusammengehörigkeiten, die jedes Kollektivgeschehen im Leben organisieren und prägen.
V.
Gerade in dieser C5-Dimension des Lebens haben nun die Kollektivseuchen bzw. Miasmen ihr Schwergewicht und ihre wesentliche homöopathische Bedeutung. D.h., mit den Methoden der klassischen Homöopathie, in der die homöopathischen Mittel lediglich zur C3-Stufe verrieben wurden, war es noch überhaupt nicht möglich, zum wesentlichen Inhalt der Arzneikraft einer Nosode vorzudringen und diesen zu erfahren, sondern lediglich einige seiner Auswirkungen auf das körperliche, emotionale und geistige Leben des Individuums. Erst mit der Entdeckung der Verreibeerlebnisse, der höheren C-Stufen über die C3 hinaus und den therapeutischen Erfahrungen der C5-verriebenen Nosoden wird die Homöopathie methodisch in der Lage sein, der Problematik der Miasmen angemessen zu begegnen und sie gründlich und schlüssig zu verstehen.
Dazu bilden nun die Verreibeerlebnisse von Michael Geisler einen wertvollen Beitrag. Gerade seine Verreibeerlebnisse zeigen sehr deutlich, wie jeder einzelnen Phase jeder C-Stufe eine besondere Aufgabe bei der Entwicklung eines Gesamtverständnisses des Candida-Krankseins zukommt. Gleichzeitig kommt auf jeder Stufe auch die dynamische Heilkraft zum Ausdruck, die uns in Zukunft mit den resonant C5-verriebenen Arzneien zur Verfügung steht – zur homöopathischen Heilung einzelner Menschen wie auch kranker Gesellschaften und Kollektive. Der erste Beitrag zu solchen kollektiven Heilungen wird vermutlich in der Heilung einzelner Vorreiter liegen, die als Mitglieder des Kollektivs auf dynamische, d.h. feinstoffliche oder "kraftartige" Weise ihrerseits als Mitglieder auf das Kollektiv Einfluss haben werden. Hier wird der Homöopathie noch ein sehr weites Wirkungsfeld offen stehen, in dem wir mit der Zeit immer mehr Erfahrung und Orientierung gewinnen werden.
Als noch tieferen und weiteren Ausblick hat Michael Geisler Candida albicans auch noch bis in die C6-Stufe verrieben, in der die archetypsichen Kräfte des Lebens selbst zu Hause sind - eine Dimension, von der unsere Zeit noch praktisch überhaupt nichts versteht. Damit hat sich der Kreis der sechs Verreibephasen jeder Verreibungsstufe, wie Hahnemann sie der Homöopathie als sein Vermächtnis hinterlassen hat, geschlossen. Wir können also nicht nur die ersten drei Phasen jeder C-Stufe einordnen, die die körperliche Grundthematik, die Polarität der Gefühle und als 3. das geistige Verständnis betreffen, sondern darüber hinaus auch die 4., 5. und 6. Phase jeder Verreibungsstufe, in denen es um den Wesenskern des Menschen (4.), um die höhere kollektive Ordnung (5.) und um die archetypische Kraft (6.) selbst geht – jeweils bezogen auf die C1- bis C6-Stufe. Damit ist die Orientierung über die gesamte Verreibung gegeben.
VI.
Nun gilt es im letzten Schritt noch, den Kreis, der mit dem Candida-Pilz selbst als Ausgangsstoff für die Verreibung begonnen wurde – im Sinne der Verreibung also mit seiner C0-Stufe – und sich zuerst im körperlichen Candida-Kranksein selbst ausgedrückt hat – also auf der C1-Stufe des belebten Körperdaseins, in dem die Medizin ihren Schwerpunkt hat – in allen Schritten und Stufe zu durchlaufen und in dann in seiner Gesamtheit zu verstehen. Das möchte ich hier natürlich nicht vorwegnehmen.
Zum Schluss meiner Ausführungen möchte ich nur noch darauf hinweisen, dass wir im Sinne dieses Ganzen das einfache körperliche Vorkommen des Candida-Pilzes als Indikator oder Hinweiszeichen auf die höheren Stufen des Candida-Krankseins verstehen. Ganz praktisch heißt das, dass jeder Candida-Kranke den potenzierten Candida-Pilz zur Heilung gebrauchen kann. Sollte der Candida-Pilz ein Kranksein ausschließlich auf der körperlichen Ebene anzeigen, so dürfte dafür die Einnahme von Candida albicans C10(5) täglich 3 Globuli 5 Tage lang ausreichend sein. Hat das Candida-Kranksein auch das Gefühlsleben ergriffen, wird als Potenz der C2-Stufe mindestens Candida C40(5) erforderlich sein (z.B. 1 x / Monat einige Monate). Entsprechend wird Candida albicans C220(5) als Potenz der C3-Stufe gebraucht werden, wenn unser Denken bzw. unsere Glaubensmuster und Überzeugungen im Sinne des Candida-Krankseins "erkrankt" sind. Erfahrungsgemäß ist dies die häufigste Form des feinstofflichen Candida-Krankseins, gleich ob dabei auch eine körperliche Candidiasis vorliegt oder nicht. Als Potenz der C4-Stufe wird schließlich Candida albicans C1300(5) dann erforderlich sein, wenn der ganze Mensch in seinem Wesen mit dieser Thematik verbunden ist. Candida albicans C7777(5) als Potenz der C5-Stufe wäre darüber hinaus diejenige Potenz, die über den einzelnen Menschen auf die Heilung des Kollektivs abzielt. Nach ausreichenden Erfahrungen mit den kleineren Potenzen wird die Homöopathie in Zukunft auch auf dieser Ebene ihre Heilkraft entfalten können. Aber bis dahin wird es wohl noch einige Zeit dauern.
Eine der C6-Stufe der archetypischen Kraft selbst entsprechende Potenz aus der C5- oder noch besser der C6-Verreibung wäre schließlich Candida albicans C46.656(6). Damit wären wir bei den großen Kräften des Lebens selbst, die im Laufe der Menschheitsgeschichte unser individuelles und vor allem kollektives Leben auf allen Ebenen so ergreifen und prägen, wie wir es von den großen Seuchen der Menschheitsgeschichte kennengelernt haben. Für uns heutige Menschen, die wir nach meiner bisherigen Einschätzung größtenteils von der Candida-Seuchenkraft bis zur C3-Stufe ergriffen sind, steht vor der individuellen oder gar kollektiven Heilung des Candida-Krankseins die Bewusstwerdung dessen, was es körperlich, emotional, geistig, für die einzelne höhere Seele und für die ganze Gesellschaft bedeutet, vom Candida-Kranksein ergriffen zu sein. Das allein wäre schon ein gewaltiger Fortschritt in unserer modernen Konsumgesellschaft, die sich ihres eigenen Konsum-Verhaltens so wenig bewusst ist.
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