30 Seiten, Heftform
Best.-Nr. 02971
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Homöopathische Arzneimittelprüfung. Der Herausgeber schreibt:
Am 5.6.2002 hielt Jürgen Becker einen Vortrag über Cuprum metallicum an der Uni Freiburg im Rahmen der offenen „Homöopathievorträge". In seiner ihm eigenen Art bringt er flüssig und einfach verständlich das Arzneimittelbild von Kupfer dem Publikum nahe. Dabei schafft er es Hahnemann, die Bad Boller Zeit und die letzten zehn Jahre der Verreibungen wunderbar unter einen Hut zu packen und daraus ein Ganzes zu machen. Angefangen beim klassischen Krampfbild von Kupfer ( Neugeborene, Keuchhustenkinder, Epileptiker) leitet er über zu Extremsituationen wie z.B. Folter und streift die deutsche, nationalsozialistische Geschichte, in der die Pathologie von Kupfer in Form von „Autoritätshörigkeit" oder „Folter in einem totalitären System" in Erscheinung trat. Opfer oder Täter, beide hätten hier Kupfer gebrauchen können. Wenn man bedenkt, dass wir die Erben dieser Geschichte sind, wird Kupfer wohl in irgendeiner Form eine Rolle spielen in unserem Leben. Von hier aus geht es weiter zu „Schneewittchen und den sieben Zwergen", dem Märchen, welches die Kupferkraft umfassend ausdrückt. Er beschreibt die verschiedenen Rollen (Schneewittchen, Stiefmutter, Prinz usw.) und stellt sie in den Rahmen „kupfergesund oder kupferkrank". Neid unter Frauen spielt im Märchen eine große Rolle und nicht nur hier, auch der Krieg um Troja nahm so seinen Anfang. Künstlich erhaltene Schönheit, Hand aufs Herz, wer kennt das nicht. Da brauchen wir nicht bis Troja zu reisen. Die archetypische Kraft der Venus, die sich vor allem in den Verreibungen zeigte, steht für Liebe und weibliche Hingabefähigkeit. Dies beschreibt Jürgen Becker nicht nur durch die Rolle Schneewittchens im Märchen. Anschauliche Berichte aus den Verreibungsprotokollen verdeutlichen den Bezug zum normalen Leben in Metaphern oder auch pur. Kupfer als grundlegende Kraft für das Einweihungsmysterium vom Mädchen zur Frau, ist dabei ein wichtiges Thema. Kupfer ist ein Heilmittel vor allem für Frauen, aber auch für das kleine Mädchen im Mann. Als Hauptindikation für Kupfer nennt Jürgen Becker „Liebesverletzungen". In seiner Praxis konnte er es vor allem bei älteren Frauen häufig und mit Erfolg anwenden. Gewürzt ist das Ganze durch konstruktiv kritische Beiträge vornehmlich weiblicher Zuhörerinnen, die zu einer detaillierteren Differenzierung der Kupferkraft führten. Wie steht die Kupferkraft zu der Emanzipation der Frau? Darüber entspann sich eine lehrreiche Diskussion. Ein kleiner Exkurs über Potenzen und praktische Anwendung soll denjenigen, die sich auf den Kupferweg machen wollen, eine Orientierungshilfe bieten.
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