72 Seiten, Spiralbindung
Best.-Nr. 04839
Gewicht: 225g
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Der Herausgeber schreibt:
Mitte Februar 2004 verrieben wir menschliche Haut, um sie als Heilmittel herzustellen. Wir waren auf der Suche nach einem homöopathischen Mittel für übersteigerte Empfindlichkeit im Kontakt mit anderen Menschen. In unserem Erleben während der Verreibung ging es zunächst viel um erlittene Gewalt und Grenzverletzungen vor allem in der frühen Kindheit, um verletzte „Haut" auf allen Ebenen, nicht nur der körperlichen. Die „Haut" speichert diese tiefen Erlebnisse, wie man auf körperlicher Ebene Wunden auf der Haut sieht. Daraus resultierten in unseren Lebensgeschichten Störungen in der Wahrnehmung und der Kontaktfähigkeit zu Menschen und vor allem zu uns selbst. Kontaktfähigkeit zu sich selbst heißt zu spüren, ob mir etwas gut tut oder nicht, zu spüren, ob mir Freund oder Feind gegenüber steht. Wann kann ich mich mit dem anderen verbinden? Wann sollte ich besser einen Schritt zurücktreten oder gar losrennen? Während und nach der Verreibung stellten wir alle eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit an uns fest. Die eigenen Grenzen wurden besser wahrgenommen. Die Wahrnehmung vertiefte sich bis hin zum Spüren der Auraausstrahlung des Gegenübers. Grenzsetzung war ein großes Thema in der Verreibung. Die Haut ist unsere irdische, körperliche Grenze, die wir akzeptieren müssen. Sie steckt den Rahmen ab, in dem sich unser körperliches, irdisches Dasein abspielt. Sie ist unser Schutz und unsere Kontaktfläche nach außen hin. Ein guter Schutz basiert auf einer gesunden Wahrnehmung von uns selbst und unserer Umwelt. Wo wird es gefährlich, wo kann ich weiter gehen? Ein Mensch, dessen „Haut" verletzt ist, kann verschiedene Überlebensstrategien entwickeln. Die Palette reicht von etwas vollkommen ausblenden und gar nichts mehr spüren bis dahin die Wahrnehmung so zu verfeinern, dass man ständig auf der Hut und auf Empfang ist. Je besser der eigene Schutz ist, desto größer ist die Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten, um mit anderen in Verbindung zu treten bzw. die Grenzen eines Anderen können leichter respektiert werden, wenn keine Verbindung gewünscht ist. Aus dem Akzeptieren der Grenze ergibt sich erst die Freiheit. Die grenzenlose Ausdehnung steht der Haut gegenüber. In krankhafter Form kann dieser Drang nach Ausdehnung dazu führen, sich zu hoch gesteckte Ziele zu stecken, aus Angst seiner irdischen Begrenzung begegnen zu müssen. „Platzangst" war dabei ein Stichwort. Der übertriebene Drang nach Ausdehnung führt uns im Extrem aus unserer Mitte und verbraucht zuviel Energie, die beim Aufbau einer soliden Mitte vonnöten wäre. In gesunder Form verhelfen höher gesteckte Ziele dazu, immer wieder die eigenen Grenzen zu überschreiten und innerlich zu wachsen. Die „Haut" vermittelt uns einen besseren Realitätssinn. Sie lässt uns außer unseren Grenzen auch die Bereiche spüren, an denen Ausdehnung möglich ist. Die „Haut" wächst hier mit. Sie passt sich unserem Wachstum perfekt an. Dieses Wachstum findet auf energetischer Ebene genauso statt wie bei der kindlichen Haut im Wachstum oder in der Schwangerschaft. Sie dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Seelenhaut haben wir die Haut genannt, die unser Gefühlsleben überzieht.
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