Lac humanum - die Mutter- oder Menschenmilch

Becker / Ehrler



Der Herausgeber schreibt:

20 Thesen zu Lac-humanum

1. Die grobstoffliche Muttermilch ist die Grundlage der Homöopathie, insbesondere der C4-Homöopathie, da sie den Grundstoff für die Milchzucker-C4-Verreibung enthält.

2. Lac-hum eröffnet das vierte Reich homöopathischer Heilmittel, das Menschenreich, und verkörpert damit eine höhere Stufe organisch gewachsener Ordnung, die dem menschlichen, dem Humam, entsprechende Ordnung.

3. Natürlicherweise gibt es die Muttermilch von einzelnen Müttern für einzelne Kinder, Jungen oder Mädchen. Die Frage: " Ist es ein Junge oder ein Mädchen?" ist von grundlegender Bedeutung für den neuen Erdenbürger. So haben wir Lac humanum masculinum und femininum.

4. Vor aller homöopathischen Forschung besteht schon ein lebendiges Arzneimittelbild aus unserer allgemeinen Lebenserfahrung mit den Themen: Stillen. Mama, Milch, Hunger, Durst, satter Säugling, Lust, Befriedigung, zufrieden, Mütter, Baby, Mutterliebe, sich geliebt fühlen, im Leben aufgehoben sein, Muttergefühle, Mutterdasein. Lac-hum verkörpert den Mutter-Archetyp.

5. Lac-hum erinnert uns an unsere individuelle Situation in der Säuglingszeit.

Wie ging es uns ernährungs- und kalorienmäßig (C0)? Wie lust- und befriedigungsmäßig (C1)? Wie gefühls- und liebesmäßig (C2)? Wie ahnungs- und orientierungsmäßig (C3)? Wie bestimmungsmäßig (C4)?

Besondere Indikationen wären: Nicht gestillte oder vernachlässigte (ehemalige) Säuglinge, Frühgeborene, Mangelgeborene, Brutkasten, UV-Lampe, nicht geliebte, nicht aufgehobene, vernachlässigte, geschädigte oder sogar mißhandelte (ehemalige) Säuglinge. Lac-hum sollte auf keiner Säuglingsstation fehlen!

6. Entwicklungsstörungen irgendwann im Leben in der Ernährung, der Lust- und Triebbefriedigung (bes. oral), der Liebesfähigkeit, der Impulse und Ahnungen, auch für unsere innere Bestimmung lassen sich durch Lac-hum nachträglich ausgleichen. Vernachlässigungen und Schädigungen können dabei schmerzlich zu Bewußtsein kommen.

7. Lac-hum nährt, füllt das Fehlende auf stillt den Hunger, gibt Boden, Halt und Form zum menschlichen Aufbau auf allen Ebenen, nährt unser Verständnis des Lebens und der Homöopathie. Es ist das menschlich nährende Prinzip.

8. Lac-hum erweitert die Homöopathie, schenkt ihr einen tieferen Boden des Selbstverständnisses durch die Manenz, das Aufgehobensein im C2-Zustand zwischen den vier Polen von nährender Substanz (C0), bestimmender Essenz (C4), erweiternder archetypischer Kraft (C6) und homöopathischem Gegenprinzip (C8).

9. Lac-hum stellt sich in der Mythologie von Milch, Schlange und Himmelszeit, in der es um die Öffnung des Eies geht, dem Abbild für die Manenz, dar, z.B. in dem indischen Mythos vom gequirlten Milchmeer".

10. Lac-hum aktualisiert den kollektiv tief unbewußten Konflikt zwischen unserm Tiersein als „Säugetierart Mensch" und den Anforderungen unserer Kultur, insbesondere in unserem Sexualverhalten. Es führt zum natürlichen Ausgleich.

11. Lac-hum führt zu einer Relativität der Wahrheiten, auch der spirituellen, in der keine ausschließlich gelten kann.

12. Lac-hum gibt uns die nährende Kraft, uns auf den Weg zu machen, unseren Lebensweg, den Weg durch Geburt, Erde und Tod. Dieser Lebensweg muß auf allen Ebenen genährt und verstanden werden, körperlich, emotional (Bewertungen), mental (Erkenntnisse) und wesensmäßig. Erst dam fühlen wir uns im Leben wirklich aufgehoben.

13. Ich glaube, daß wir erst in dem Maße, wie wir selbst ein Bewußtsein der höheren Hinsichten gewonnen haben, einen deutlichen Eindruck davon bekamen können, welcher Patient wann und wie Muttermilch in diesen Hinsichten gebrauchen kann. Dies anzuregen ist der eigentliche Sinn meiner ganzen Mühe für diesen Artikel. Das Angebot besteht, wer möchte sich darauf einlassen?

14. Lac-hum-masculim nährt den männlichen Pol des Menschseins, der Neues setzt, der gibt, der sein Wesen verschenkt, Lac-hum-femininum den weiblichen Pol des Menschseins, der aufnimmt, verdaut, beständig macht und seines Wesens inne ist. Im Wechsel klären beide das Verhältnis der Geschlechter im Agieren, Berühren, Gebähren und Enthalten sein. Es ist also bei Unklarheit und Verwirrung in bezug auf die Polarität von männlichem und weiblichem Wesensanteilen und Prinzipien indiziert.

15. Die Standardbehandlung für Alkoholprobleme besteht in der wechselweisen Gabe von Lac humanum, und Alkohol. Dabei macht der Alkohol im Sinne des homöopathischen Umkehrpols die Problematik deutlicher und führt so zur Heilung, während die Muttermilch die inneren Defizite auffüllt. Der "Griff zur Pulle" wird so immer weniger notwendig. Auch besonders für Co-Alkoholiker ist Lac-hum heilsam.

16. Lac-hum sorgt für einen Ausgleich in der Verantwortung. Vorher Überverantwortliche Menschen fühlen sich nach Lac humanum auch mit geringerer Leistung entspannt und wohl. Wer sich dagegen zu sehr versorgen läßt, in kindlicher Haltung lebt, kann Entwicklungsschritte zu größerer Eigenverantwortlichkeit machen. Bei beiden wird das Gefühl von "Ich bin o.k., Du bist o.k. " gestärkt.

17. Damit schenkt uns Lac-hum. eine Mitte, die Mitte zwischen den Anforderungen der Natur, unserer tierischen Seite und den Anforde­rungen der Kultur, der Gesellschaft, der Moral. So können wir munter und eigenverantwortlich unseren Lebensweg gehen.

18. Fast jeder Mensch wird dieses mittel irgendwann einmal gebrauchen können, insbesondere solange unsere Kultur die mütterlichen Qualitäten des Lebens vernachlässigt.

19. Die Muttermilch ist auch dazu in der Lage, Orientierung für die in unserer Gesellschaft schwierige Situation der Mütter zu geben, für die vielen Frustrationen des Mutterdaseins.

20. Die Muttermilch wird eines Tages unser Weltbild verändern, das homöopathische, das wissenschaftliche und das religiöse, indem es die natürliche Ordnung des Menschseins deutlich macht.


6. Schlußwort
Die Müttermilch als homöopathisches Heilmittel liegt mir offensichtlich am Herzen. Es ist mein Anliegen, sie nicht im Wust von Einzelsymptomen in Repertorien und Computern verschwinden zu lassen, sondern ein Verständnis für ihre Bedeutung im Leben, im kleinen wie im großen, zu entwickeln. Sie kann uns dabei den Boden für eine zukünftige Homöopathie, die MANENTE MEDIZIN, geben, die ein wirkliches Verständnis der Vorgänge um die potenzierte Arznei abgibt, das uns heute noch weitgehend fehlt. Mein Wunsch wäre, daß die große Mutter des Lebens uns dabei immer hilfreich sein möge!

Ganz konkret geht es mir im Arzneimittelbild von Lac humanum darum, daß wir nicht schnell zu einem einfachen Konzept finden, das in der Praxis funktioniert, sondern daß wir die Tiefe, Vielfalt, Komplexität und gleichzeitig natürliche Einfachheit dieses Mittels im Sinn behalten, das so alt ist wie die Menschheit.


41 pages, Spiralbindung
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