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Natrium bichromicum: rheumatoide Arthritis, chronische Pankreatitis, perianaler Abszess und Uterusmyom mit präklimakterischen Beschwerden.

Ein Mittelbild mit vier Fallschilderungen.

von Ulrich Welte

 

Zuletzt wurden 3 Fälle von Cobalt geschildert, nun folgt ein weiteres Element der Eisen­gruppe, Chrom. Es ist im Stadium 6 der Eisenserie und steht im Periodensystem vor Mangan und Eisen. Chrom muss glänzen, indem es seine eiserne Stärke und Disziplin unter Beweis stellt. Das Wort „Schwäche“ sollte aus dem Wörterbuch gestrichen werden. Chrom wird hier anhand eines seiner Salze, Natriumdichromat, dargestellt. 

 

nat-bi

Natrium bichromicum, Natriumdichromat.

Nat-bi (nicht zu verwechseln mit Nat-bic, Natriumbicarbonat) ist ein unbekanntes Mittel, was verwundert, weil sein Zwilling Kali-bi so häufig verschrieben wird und gut geprüft ist. Nat-bi kann jedoch ebenso leicht mit Erfolg verordnet werden wie Kali-bi. Eine einfache Differen­zierung ist durch die Farbvorliebe möglich: Kali-bi mag Blau, Nat-bi mag Türkis. Chrom war in der Homöopathie durch Kalium bichro­micum schon lange bekannt, wurde aber erst in Scholtens erstem Buch ‚Homöopathie und Minerale’ genau beschrieben.[1] Dieses Bild von Chrom stimmt gut überein mit den später abgeleiteten Themen von Chrom (Eisenserie im Stadium 6).[2] Der Natriumanteil ist seit Scholten auch isoliert gut bekannt. Es verwundert deshalb, dass kein einziger Nat-bi Fall in der Literatur auftaucht. Auch in Reference Works wird es nur als existent erwähnt, taucht aber in der Repertorisation nicht auf.

 

Natrium: impulsive Beziehung herstellen oder sie verlieren; will den anderen ganz für sich allein haben und für immer; Zurückweisung; Trennung; emotionale Verletzung; kein Partner mehr, ganz allein; wird reserviert, verschließt sich, verschlossen, zieht sich zurück, kann sich nicht mehr öffnen, isoliert sich, grübelt vereinsamt über leidvolle zerbrochene Beziehung nach; kommt nicht darüber hinweg, bleibt allein, will niemanden sehen.

Schlank, hager. UV Sonne. < 10-11 Uhr. Verl. Teig­waren, Nudeln, Spaghetti. Verl. Salz und Meerluft, die > oder <.

Chrom: Zähe, fadenziehende Absonderungen. Punktuelle, umschriebene Schmerzen, deren Ort mit der Fingerspitze genau gezeigt werden kann. Wandernde Schmerzen. Sinusitis. Pankreas­erkrankungen. Diabetes.

Zähe Arbeiter, die keinen Fehler zugeben und Vorgesetzten schmeicheln. Wird nie einen Fehler zugeben, hat immer nur glänzende Arbeit geleistet, den Vorgesetzten zum Wohl­gefallen, erwartet aber Gegenleistungen dafür. Polierter Glanz überdeckt Korrosions­gefahr. Schmeichler, Speichellecker, kriecherisch; zäh, klebrig.

Verlangen nach Bier.

Nat-bi: verschlossene Schmeichler, die über eine Zurückweisung nicht hinweg kommen. Erhebt Alleinanspruch auf den Partner, dem man schmeichelt; bei Zurückweisung folgt Isolation und Einsamkeit. Der Arzt wird umworben mit Lobhudeleien, dafür soll er sich ganz und gar für ihn einsetzen (ähnlich wie Kali-bi). Er hat sich nie was zuschulden kommen lassen und immer Geschenke gebracht, nun will er auch die Krankschreibung und teure Untersuchungen, teure Medikamente.

 

Fall 1: Ein abergläubischer Handwerker mit esoterischem Touch wurde wegen langjähriger rheumatoider Arthritis frühpen­sioniert. Sein immer glatt rasiertes, rosiges Gesicht erinnert ein wenig an Erich Honecker. Er pendelt ständig alles aus, zwanghaft, vom Getränk bis zur Wahl des Schuhwerks mit erhöhtem Absatz. Immer voller Schmeiche­leien, gut gekleidet, alles adrett, glänzt wie gewienert. Er ist zwar ein magerer, trockener Natriumtyp, dazu ein knauseriger Pedant (arsenisch), will aber um jeden Preis einen guten Eindruck machen und gefallen und gibt sich ersucht höflich (chrom). Trotz umständlicher, langatmiger Erklärungen (chrom) ist er im Grunde ver­schlossen (nat), vermeidet konkrete persönliche Angaben. Jeder tieferen Auskunft über sich selbst weicht er aus (Stad.6), erklärt lieber zwang­haft mit an den Haaren herbeigezogenen Gründen, überspielt durch scheinbar lustiges Gehabe und baga­tellisiert, immer alles paletti (chrom). Seine Haut ist rosig, fein und weich, wirkt feminin. Sein Verhalten wirkt irgendwie klebrig (Chrom), anhänglich fast wie eine Klette; er will durch pedantisches Auf­schreiben von unwich­tigen Kleinigkeiten alles besonders getreu wieder­geben. Seine Farbwahl ist 18E.

Weil er so gern pendelt, werden ihm 3 Mittel vorgelegt, Carc, Nat-a und Nat-bi. Er pendelt sich selbst Nat-bi 200 aus. In der ersten Nacht sind die Schmerzen in den Grundgelenken der Finger besonders schlimm, aber schon am nächsten Morgen sind die Finger weniger steif und auch die Schmerzen deutlich besser. In der Folge werden auch die Knie besser. Durch den über­raschenden Erfolg erkühnt, pendelt er sich in den nächsten Monaten immer neue Mittel selbst aus, nimmt alles mögliche, unter anderem die ebenfalls recht gut gewählten Mittel Rhus-t und Ars, er kommt aber doch immer wieder auf Nat-bi zurück und lässt im Lauf von 5 Monaten alle anderen Mittel, auch Diclofenac und Naproxen, weg. Die Entzündungswerte sind deutlich besser geworden. Im Lauf von 2 Jahren nimmt er steigende LM-Potenzen von Nat-bi und ist nun bei LM30, bei dem er bleibt. Auch Salzbäder vom Toten Meer seien gut, sagt das Pendel. Die nächsten 2 Jahre sind gut, er ist schmerzfrei, auch die Laborwerte sind längst normal geworden. Nach insgesamt 8 Jahren geht es weiter gut, ab und zu nimmt er noch Nat-bi D12 (ausgependelt). Auf den Vorschlag, sich die richige Potenz doppelblind auszupendeln, reagiert er ausweichend ....

Fall 2: Alternder Verkäufer mit Trigeminusneuralgie und chronischer Pankreatitis. Er war vor seiner Rente in einem noblen Autohaus in der schwäbischen Provinz angestellt (gut betuchte Klein­stadt) und verkaufte dort piekfeine, chromglän­zende englische Edel­karossen, auch schnelle V8-Sportwagen. Er kommt immer sehr gut gekleidet, ist ersucht höflich, wie geschliffen, förmlich, scheinbar sehr zugewandt, aber betulich, zu viel des Lobes. Für seine Schmeicheleien will er etwas sehen, beharrt oft stur auf seiner Sicht der Dinge; irgendein Haken ist bei aller Höflichkeit unter dem lächelnden, glatten, glänzenden Gesicht verborgen, das zwar mit einem trotzig vorge­schobenen männ­lichen Kinn imponiert, aber doch gleichzeitig feminine Züge hat. Seine Haut ist weich und glatt. Zur Erstanamnese kommt er wegen einer ganz schlimmen Trigeminus­neuralgie. Bei der Schmerz­schilderung fällt eine seltsame Geste auf: er hat die Fäuste halb hochgenommen, Oberkörper etwas zurückhängend, genau wie ein Boxer in der Deckung, der auf den nächsten Schlag des Gegners (Gesichts­schmerz) wartet. Er kann nachtragend sein. Noch Monate nach der Blutab­nahme merkt er vorwurfsvoll an, dass die Sprech­stundenhilfe ihm ein Hämatom gesetzt hätte. Er erwartet im Urlaub von Bekannten, die mit ihm gefahren waren, dass sie pünktlich morgens aufstehen, weil er eine Ausfahrt geplant hat. Als sie etwas zu spät kommen, trägt er es ihnen lange nach und kann die kleine Unpünktlichkeit nicht verwinden. Im nächsten Jahr wollen sie nicht mehr mit ihm weg; er sei ein solcher Pedant. Außerdem sei er nicht so umgänglich, wie er tue, sondern im Grunde sehr verschlossen. Anfangs, bei der Neuralgie, hilft ihm Spigelia ausge­zeichnet (Sz flackernd wie ein Glüh­draht). Später wird wegen rezidivierender Bauch­schmerzen im CT die chronische Pankreatitis entdeckt. Dazu wolle er nun „wieder ein Wunder­mittel, wie damals, als Sie mir mit der Neuralgie wie ein Wunder geholfen haben“ (er glaubt, dass diese Wundertäter-Rolle ein Lob sei, das den Arzt zu neuen Höchstleistungen anspornen würde!). Seine Farbe war konstant 15C.

Nat-bi wurde trotz nicht übereinstimmender Farbwahl gegeben, weil seine Schrift gut zu der des vorigen Patienten passte und seine allzu polierte Art auch an Chrom erinnerte. Vor allem hat Chrom einen eindeutigen Pankreas­bezug. Kali-bi läge wegen seiner Farbwahl Blau zwar näher als Nat-bi, doch Kali-bi schreibt ganz anders und ist nicht so spröde und verschlossen wie die Natrium­salze. Eine Stunde nach Nat-bi 200 waren bei der akut aufgeflammten Pankreatitis die Bauch­schmerzen quer über den Oberbauch 50% besser, die Enzymwerte normalisierten sich innerhalb einer Woche. Auch später war das Mittel bei leichteren Rezidiven jedesmal schnell hilfreich. Es heilte ihn nicht vollständig, hatte aber bei akuten Schüben eine reproduzierbare Wirkung; auch ein Hinweis, dass vermutlich ein Mittel aus dem Blaubereich noch tiefer gewesen wäre.

Fall 3 (Fall von Johannes Klement): Krankenschwester in psychiatrischer Klinik, kommt wegen perianalem Abszess und psychischer Unausgeglichenheit. Engstirnig (chrom), verschlossen, grübele viel (nat). Seit 3 Jahren zunehmend verbal aggressiv. Thema Tod verfolgt sie. Perfektionistisch (Metall). War nie richtig Kind, zu ruhig und zurückhaltend (nat), in der Beobachterrolle. Wollte Tierärztin werden. Verträgt keine Milchprodukte (kali-bi). Nat-p M war mehrfach gut, nicht mehr so frostig, Energie viel besser. Haut nicht mehr so trocken. Neu: Abn. Kaffee (kali-bi). Träumt, vom Partner verlassen zu werden (nat). Die Farbwahl 19B und ihre Handschrift führten zur Gabe von Nat-bi.

Nat-bi M wurde nicht zuletzt wegen einer gewissen "Klebrigkeit" (Schwierig­keiten, sich am Ende der Sprechstunde von mir zu trennen, eröffnet erst gegen Ende der Konsul­tation ihr wichtige Themen). Danach Absage des Folgetermins:  Es geht ihr sehr gut, die letzte Arznei hat ihr am besten geholfen.

Fall 4: 45jährige Hausfrau mit klimakterischen Beschwerden und Uterusmyom. Ihr Gesicht ist glatt, rosig und weich, mit freundlichem Lächeln, drückt aber eine gewisse Sturheit und Unduld­samkeit aus. Ihre Schleimhäute seien trocken, vor allem vaginal. Sie liege nachts lange wach und grübele über die Stimmungen ihres Mannes nach; ihr Befinden hänge stark von seinen Launen ab. Sie ist ersucht höflich und will gefallen durch äußerlich gewinnende Umgangs­formen. Auffallend ist ihre eigenartige Sprache, die wie ein monotoner Singsang klingt, pausenlos zäh fließend, scheinbar freundlich, aber doch unduldsam. Ein unaufhör­licher Fluss teils gedehnt gesprochener, teils eng aufeinander folgen­der Worte, besonders am Ende von Sätzen, sodass man keine Zwischenfrage stellen kann. Es gibt praktisch kein Durch­kommen für eigene Bemerkungen, man prallt förmlich ab an einem undurch­dringlichen, zähen Netz aus scheinbar freundlichen Worten, das sie wie einen Schutzschild um sich herum aufbaut: man hat zu war­ten, bis sie zu einem Ende kommt, was selten der Fall ist. Sie hat sehr oft den gleichen Traum geträumt, der auf Chrom hinweist: in ihrem Mund befindet sich eine zähe, klebrige Masse; sie kann nicht sprechen und muss die Masse mit den Händen und Fingern herausziehen. Ihre Farbwahl ist 18/19B.

Die Farbwahl weist auf das Natriumsalz von Chrom hin, und die zähe Masse aus schönen Worten bestätigt die Chromverbindung. Schlaflos bis 1Uhr bei abendlichem Grübeln und die Fixierung auf den Ehemann ist ebenfalls Natrium. Die Handschrift ist recht ähnlich mit den anderen 3 Fällen. 

So folgt eine Gabe Nat-bi C200. Nach 4 Wochen: „mir geht’s besser.“ Klimakterische Schweiße und Wallungen sind besser, hat wieder ihre normalen Menses bekommen, die trockenen Schleim­häute sind wieder feucht, der Schlaf ist wieder besser. Die Besserung steigert sich im Lauf der nächsten 2 Monate „ich fühle mich richtig wohl, ja ich fühle mich jünger, bin psychisch und körperlich besser.“ Eine neue Gabe Nat-bi 200. Nach weiteren 3 Monaten ist alles in Ordnung, der Zyklus ist wieder normal. Nach einem Jahr wird das Mittel nochmals wiederholt, weil sie sagte, dass es ihr so gut tut. Danach war sie bei der Gynäko­login: Das Myom ist auch verschwunden.

 

Signatur von Chrom: - Chrom ist im elementaren Zustand zäh und macht legierten Stahl zäh-elastisch, erhöht seine Zugfestigkeit.

 - Chrom wird zur optischen Verschönerung am Auto vor allem in der Tuningszene gern verwendet. Es macht Eindruck, lässt die verchromten Teile edler erscheinen; es verleiht den dekorativen Glanz von Silber, ohne jedoch so kostbar wie dieses zu sein.

- Chrom bindet sich an Insulin und hat einen organotropen Pankreasbezug. Zumindest bei echtem Chrommangel dürfte Chrom in der Diabetestherapie nützlich sein. Zink und Chrom helfen beim Andocken von Insulin an Zellmembranen, um den Energie­lieferant Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, sie senken also den Blutzuckerspiegel.

 

[1] http://www.narayana-verlag.de/Homoeopathie-und-Minerale/Jan-Scholten/b238

[2] http://www.narayana-verlag.de/Homoeopathie-und-die-Elemente/Jan-Scholten/b239




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