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Etwas erwürgt mich: ein Crotalus horridus Fall

Von Greeva Mankad

Eine 42-jährige Frau kam mit folgenden Beschwerden: rezidivierende blutende Hämorrhoiden seit 26 Jahren (sie wurde zweimal deswegen operiert, 1986 und 2009). Seit sechs Jahren leidet sie auch unter einer rheumatoiden Arthritis. Seit drei Jahren Schwindel.

(HG bedeutet Handgeste)

Greeva Mankad (GM): Erzählen Sie bitte von Ihren Beschwerden in Ihren eigenen Worten.

Patientin (P): „Ich mache mir hauptsächlich Sorgen um meine Arthritis und die Hämorrhoiden. Und dann habe ich noch verschiedene Schmerzen, Schwindel und manchmal Sodbrennen.

Von der Arthritis ist meine rechte Hand mehr betroffen als meine linke. Es hat in meiner rechten Hand angefangen. Mein rechtes Knie schmerzt auch manchmal wenn ich längere Zeit laufe. Die Fingergelenke von beiden Händen sind morgens meistens angeschwollen; die Schwellung kommt und geht. Sie schwellen meistens an, wenn ich etwas Saures esse oder wenn es draußen zu kalt ist. Morgens sind sie so steif und wund, dass ich nichts halten kann, manchmal lasse ich Dinge fallen. Und dann, meine Hände fühlen sich zu schwach an zum Bewegen und sie zittern manchmal. Meine Finger werden auch langsam krumm. Mein Arzt hatte den Verdacht auf rheumatoide Arthritis, weil der Rheumafaktor über 100 war. Seitdem nehme ich Schmerzmittel, wenn es sehr weh tut. Mein Sodbrennen wird auch schlimmer. Ich fühle mich angegriffen von so vielen Beschwerden (HG) und ich fühle mich schwach und machtlos deswegen.

Seit 26 Jahren habe ich Hämorrhoiden, die bluten. Ich wurde schon zweimal operiert, aber es ist immer noch nicht vorüber. Ich blute nun schon seit zwei Monaten und es macht mich ganz schwach. Das Bluten hört einfach nicht auf, trotz der Operationen. Jedes Mal ist mein Stuhlgang sehr hart und es kommen einige Tropfen Blut. Das stresst mich sehr. Ich habe Angst, wenn ich das Blut sehe. Mir wird am ganzen Körper heiß und ich zittere. Ich fürchte mich davor, wenn es wieder losgeht. Bin ich jetzt geheilt oder nicht?

Wenn ich an meine Beschwerden denke fange ich an zu zittern (HG) und bekomme Herzrasen. Ich habe das Gefühl als würde mein Herz mit voller Kraft schlagen.“

Beobachtung: Sie sieht aus, als würde sie etwas empfinden. Sie atmet tief.

GM: „Bleiben Sie dabei und beschreiben Sie, was mit Ihnen passiert.“

P: „Mein ganzer Körper zittert oder schüttelt sich, sogar wenn ich schlafe. Ich habe große Angst; ich habe diese merkwürdige Empfindung im ganzen Körper. Ich habe keine Hoffnung mehr für mich und ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Was wird mit meinem Körper sein? Wird mir etwas Ernsthaftes zustoßen? Ich habe das Gefühl, als würde mein Herz mit voller Kraft schlagen, als würde mein Blutdruck steigen.“ (Pause)

GM: „Sie beschreiben das sehr gut. Erzählen Sie mehr.“

P:“ Mein Körper zittert und mein Blutdruck steigt. Ich habe das Gefühl, dass mich diese Krankheit nicht verlassen wird und fühle mich deswegen sehr gestresst. Meine Blutgefäße pochen. Ich fühle, wie mein Blutdruck steigt und besonders an meinem Hals. Ich werde dann sehr aggressiv, es ist, als würde sich mein Zorn dort sammeln. Es ist, als würde dort alles feststecken, mich ersticken (HG, sie umfasst ihren Hals mit beiden Händen). Ich kann es Ihnen nicht besser erklären, ich habe Ihnen alles gesagt. Ich weiß nur, dass ich zu Gott bete, damit er mir hilft. Mir gehen viele Gedanken im Kopf herum. Plötzlich habe ich Angst; mein Körper zittert und das Pochen wird sehr heftig. Als würde diese Krankheit mich angreifen und mich schwach machen. (An dieser Stelle wiederholt sie ihre Geste mit der Hand)

Der Schwindel ist noch ein Problem. Es fing vor drei Jahren mit der Menopause an. Sobald mein Zyklus unregelmäßig wurde, fing das Ohnmächtig-werden an. Auch früher war mir ab und zu schwindelig gewesen. Die Ärzte sagen, dass es bestimmt von der Menopause kommt. Wenn ich in Ohnmacht falle, dann bin ich 5-10 Minuten lang bewusstlos. Manchmal wird mir auch im Sitzen schwindelig. Dann muss ich aufstehen oder schlafen, bevor es besser wird. Immer wenn ich sitze, nach der Arbeit, ist mir ein wenig schwindelig. Es hat angefangen als es bei und zu Hause viel Streit gab. Ich fühle mich von meiner Familie gequält. Mein Mann war früher sehr nett zu mir, aber die Familie meines Mannes behandelt mich nicht gut. Sie müssen meinen Mann damit angesteckt haben.“

Beobachtung: Sie hat das Gefühl von ihrer Familie gequält zu werden. Ihre Hauptbeschwerde sieht sie genauso.

P: „Sie lassen uns einfach nicht in Ruhe. Wir haben viel gestritten. Mir ging es von Tag zu Tag schlechter. Diese Zeiten waren schlimm für uns. Mein Gedächtnis wurde schlechter; es war als würde mein Gehirn langsam abbauen. Mit den Jahren wurde ich immer schwächer. Nachts war es schlimmer und ich konnte nicht schlafen. Am Morgen tat mir alles weh: meine Nerven, Knochen, alles war wund. Kleinigkeiten haben zu Hause zum Streit geführt. Alle haben versucht, mich niederzumachen (HG nach unten) und meine Gefühle zu unterdrücken (HG nach unten). Sie haben mich belästigt und ich habe mich machtlos gefühlt gegen sie. Ich musste ständig darüber nachdenken. Sie haben absichtlich überlegt, wie sie mich ärgern können und reizen, aber ich habe es einfach ertragen, nichts gesagt und nicht darauf reagiert. Selbst als ich schmerzhafte und blutende Hämorrhoiden hatte, hat es sie nicht gekümmert. Sie haben einfach gehofft, dass ich am Blutverlust sterbe und dann könnte eine andere Frau meinen Platz einnehmen.

Mein Leben wurde durch diese Quälereien zerstört. Es macht mich sehr traurig bei ihnen zu wohnen. Ich kann sie überhaupt nicht leiden. Meine Ohnmachtsanfälle werden auch schlimmer. Manchmal fühlte ich mich nach einem Streit ohnmächtig und ich bin im Bett geblieben; ich habe auf ihren Streit nicht reagiert. Ich bin einfach ruhig und bewegungslos geblieben und habe so getan als sei ich noch bewusstlos, obwohl ich schon bei Bewusstsein war. Ich habe einfach zugehört und abgewartet bis ich wieder bei Kräften war. Jetzt habe ich Angst wenn mir schwindelig wird – ich könnte in Ohnmacht fallen und mich dabei verletzen. Einerseits muss ich an meine Krankheit denken, andererseits an die Quälerei durch meine Familie.

Mein Hämoglobin war oft bei 6 oder 7; ich war anämisch und schwach. Ich habe versucht, das mit Aloe Vera, Spinat und anderen Dingen zu stabilisieren. Ich habe auch viele Medikamente und Spritzen bekommen. Die Blutung hat nicht aufgehört und meine Familie hat mir Stress gemacht. Ich habe alle Hoffnung verloren, dass ich mich jemals von der Krankheit erholen werde. Manchmal überlege ich, ob ich mich mit Benzin übergießen und umbringen soll, oder DDT trinken. Wenn es mich nicht mehr gibt, bleibt nur noch das Gift.“

GM: „Das habe ich nicht verstanden. Was meinen Sie damit ‚ Wenn es mich nicht mehr gibt, bleibt nur noch das Gift‘“?

P: „Ich leide seit 26 Jahren wegen ihnen und jetzt ist Schluss. Die ganze Geschichte fing schon kurz nach der Hochzeit an. Die Jahre sind vergangen und ich bin ruhig geblieben, habe mich nicht gewehrt und die Folter ertragen. Meine körperlichen Beschwerden habe ich nur wegen ihnen. Wie können sie es wagen? Sie haben mich erstickt und ich fühle mich wie im Gefängnis. (HG gefolgt von einer langen Pause mit tiefen Seufzern).

GM: „Ich habe Ihre Situation verstanden. Beschreiben Sie bitte diese Empfindung ‚gefoltert und erstickt zu werden; gefangen zu sein…‘ Was erleben Sie körperlich und mental?

P: „Ich kann es nicht mehr ertragen. Sie machen das mit Absicht. Jetzt ist die Schwelle überschritten. Mir ist alles egal. Ich will mich rächen. Wie du mir, so ich dir. Ich hätte mich wehren müssen, aber ich konnte es nicht. Ich fühle mich dort machtlos und wie zusammengezogen. Ich würde sie gerne quälen, sie belästigen. Das Blut schießt mir in die Augen, als würden daraus Funken sprühen. Ich zeige ihnen, was es heißt, meine Grenzen zu überschreiten; sie werden leiden.“

Beobachtung: Jetzt war klar, wie sie ihre eigene Situation wahrnimmt, ihre emotionale Geschichte. Ich will ihre tiefste Empfindung erforschen.

GM: „Gut. Beschreiben Sie Ihre Empfindungen noch näher. Bleiben Sie bitte bei dem, was Sie erleben.“

P: (Pause) „Mein Blut schlägt so heiß, mein Herz rast und Blut schießt in meine Augen. Es ist als würde mich jemand am Hals würgen. (HG) Jemand erwürgt mich und nimmt mir die Luft zum Atmen … jemand fängt mich, hält mich fest (HG). Etwas ist sehr eng hier, eng und steif. Als würde sich hier alles sammeln. Ich fühle mich stark und meine Wut hat ihren Höhepunkt erreicht.“ (Pause …)

GM: „Sie beschreiben das sehr schön. Bleiben Sie bitte dabei und sagen Sie, was Ihnen spontan in den Sinn kommt.“

P: „Mein ganzer Körper wird schwer. Mein Hals beginnt zu schmerzen und schwillt an.

Meine ganze Kraft, meine Macht, alles kommt hier hoch. (HG: deutet auf ihren Hals)

Als ob die Energie zum Kampf in mir hoch steigt … Meine Wut hat ihren Höhepunkt erreicht und ich spüre Kraft. Mein Hals wird sehr empfindlich“ (Pause)

GM: „Schließen Sie einfach die Augen … und spüren.

P: „Etwas sehr Mächtiges liegt im Bereich meines Halses. Es umschlingt meinen Hals so eng, herum und herum. (HG: zeigt etwas, das ihren Hals umschlingt). Es ist aufgerollt … es ist als wäre es um meinen Hals gewunden. Es geht immer rund herum und herum (HG: um den Hals herum); es ist schwarzbraun. Mein Hals ist komplett zugeschnürt … alles sammelt sich hier an … ich könnte daran ersticken. Alles muss nach draußen… ich würde sie am liebsten beißen … töten.“

GM: „Erzählen Sie mir von Ihren Träumen.“

P: „Ich habe meistens sehr schreckliche Träume, ich fürchte mich vor dem Schlafengehen. Morgens wache ich nie erfrischt auf.“

GM: „Worum geht es in Ihren Träumen?“

P: „Ich träume oft, dass jemand hinter mir steht … Ich werde von einem großen Kranich und einer Schildkröte gejagt… sie rennen hinter mir her. Manchmal werde ich auch von einem Geist verfolgt, er versucht mich umzubringen.

Einmal haben mich im Traum viele Kraniche verfolgt – ich hatte ein paar von ihren Eiern. Sie haben versucht, mich mit ihren Schnäbeln zu packen und mich ins Meer zu werfen. Ich bin rechtzeitig aufgewacht.“

Beobachtung: Das gleiche Thema von Folter und Quälerei zeigt sich auch hier.

Menstruationszyklus

Die Patientin ist seit drei Jahren in den Wechseljahren.

GM: „Wie war Ihr Zyklus in der Vergangenheit?“

P: „Die Blutung war dunkelrot und ist gelaufen wie Wasser. Es hat zwischen fünf und sechs Tagen gedauert. Der Zyklus war 25 Tage. Mit 38 bin ich in die Wechseljahre gekommen, mein Zyklus wurde unregelmäßig und ich hatte Hitzewallungen. Ich habe immer noch Hitzewallungen und Schmerzen in den Fingern.“

Körperliche Eigenschaften

Speisen: verminderter Appetit.

Durst: trinkt 2-3 Liter Wasser am Tag.

Verlangen: gut gewürzte Speisen, die aber Sodbrennen verursachen und die Hämorrhoiden schlimmer werden lassen; Sodbrennen morgens und wenn sie weniger isst.

Abneigungen: nichts Besonderes.

Jahreszeit: Kann den Sommer nicht ertragen. Ich mag den Winter, aber die Gelenke werden dann schlimmer; hitzige Patientin.

Schweiß: fehlt.

Schlaf: Ich wache oft auf, vor allem nach einem Streit. Im Moment schlafe ich kaum.

Fallverständnis

In diesem Fall deuten die Themen ‚Ich gegen Dich‘ und ‚Opfer und Angreifer‘ auf das Tierreich hin. Es geht um Folter, Belästigung, Misstrauen und Rache plus die Empfindung von Zusammenziehen, Ersticken und Würgen. Das Schlangenmuster ist klar zu erkennen. Die Redseligkeit der Patientin und ihren Hang, von Thema zu Thema zu springen sind ebenfalls herausragend.

Merkmale der Viperidae

Hämotoxizität; aufgestaute Wut bis es zur Explosion kommt; ruhig dasitzen und abwarten; dann plötzlich ohne Vorwarnung angreifen.

Merkmale der Unterfamilie der Crotalinae (Grubenottern)

Wird die Schlange wiederholt provoziert und geärgert, sammelt sich nicht nur alles an, sondern sie schlägt tatsächlich zu.

Angst nach Schreck.

Angst, als würde sie verfolgt.

Angst mit Schlaflosigkeit

Anämie, durch Blutung

Bestätigende Rubriken für Crotalus horridus

Gemüt – Wahnidee - Menschen, Personen – hinter ihm; jemand sei

Redseligkeit

Gemüt – Gesellschaft – Abneigung gegen – Familie; flieht vor der

Gemüt – Bewusstlosigkeit – Schwindel, bei

Rektum – Blutung aus dem Anus

Schwindel – Menopause – während

Verschreibung: Crotalus horridus 1M, in Wasser aufgelöst und fünf Tage hintereinander eingenommen.

Zusammenfassung der Follow ups

Nach fünf Tagen hatte die Blutung aus den Hämorrhoiden komplett aufgehört, die Schmerzen und die Steifheit in den Gelenken waren weniger geworden. Der Schwindel hatte sich gebessert.

Drei Monate später hatten sich alle Beschwerden deutlich gebessert. Sie hatte keine Blutungen und keinen Schwindel mehr. Die Finger verkrümmten sich nicht weiter und die Intensität der Schwellung und der Schmerzen hatten nachgelassen. Sie konnte Dinge greifen und festhalten ohne sie fallen zu lassen. Sie musste keine Schmerztabletten mehr nehmen. Die Empfindung des Zusammenschnürens war auch weniger geworden. Emotional ging es ihr besser und sie begann, mit ihrer Verwandtschaft Frieden zu schließen. Ihre Wut hatte sie besser unter Kontrolle.

Nach sechs Monaten Behandlung hatten sich alle Beschwerden um mehr als 60% gebessert. Sie hatte keine Schwellung mehr, keine Schmerzen und keine Gelenksteifigkeit. Auch die Hämorrhoiden waren zurückgegangen. Schwindel, Erschöpfung und Sodbrennen waren komplett verschwunden. Auch die Hämoglobin-Werte wurden besser: 11mg – so gut waren ihre Blutwerte noch nie gewesen. Das Bewusstsein um ihren eigenen emotionalen Zustand veränderte sich.

15 Monate später lag der Rheumafaktor der Patientin bei 6.45 IU/Ml (1.00 bis 20.00). Sie war in jeder Hinsicht zufrieden.

Schlussfolgerung

Dieser Fall war ein gutes Lehrstück für mich: Still dasitzen, aufmerksam zuhören und darauf vertrauen, dass sich die vielfältige Ausdruckweise der Patientin zu einem wunderschönen Bild zusammenfügt, das dem Arzneimittelbild in jeder Hinsicht entspricht.

***********************************************

Foto:

Crotalus horridus atricaudatus; Dawson; CC BY-SA 2.5

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Arthritis, blutende Hämorrhoide, Schwindel, von der Familie gequält, Ersticken, Misstrauen, Rache.

Mittel: Crotalus horridus

Originalartikel: Interhomeopathy.org

Etwas erwürgt mich: ein Crotalus horridus Fall

Von Greeva Mankad

Eine 42-jährige Frau kam mit folgenden Beschwerden: rezidivierende blutende Hämorrhoiden seit 26 Jahren (sie wurde zweimal deswegen operiert, 1986 und 2009). Seit sechs Jahren leidet sie auch unter einer rheumatoiden Arthritis. Seit drei Jahren Schwindel.

(HG bedeutet Handgeste)

Greeva Mankad (GM): Erzählen Sie bitte von Ihren Beschwerden in Ihren eigenen Worten.

Patientin (P): „Ich mache mir hauptsächlich Sorgen um meine Arthritis und die Hämorrhoiden. Und dann habe ich noch verschiedene Schmerzen, Schwindel und manchmal Sodbrennen.

Von der Arthritis ist meine rechte Hand mehr betroffen als meine linke. Es hat in meiner rechten Hand angefangen. Mein rechtes Knie schmerzt auch manchmal wenn ich längere Zeit laufe. Die Fingergelenke von beiden Händen sind morgens meistens angeschwollen; die Schwellung kommt und geht. Sie schwellen meistens an, wenn ich etwas Saures esse oder wenn es draußen zu kalt ist. Morgens sind sie so steif und wund, dass ich nichts halten kann, manchmal lasse ich Dinge fallen. Und dann, meine Hände fühlen sich zu schwach an zum Bewegen und sie zittern manchmal. Meine Finger werden auch langsam krumm. Mein Arzt hatte den Verdacht auf rheumatoide Arthritis, weil der Rheumafaktor über 100 war. Seitdem nehme ich Schmerzmittel, wenn es sehr weh tut. Mein Sodbrennen wird auch schlimmer. Ich fühle mich angegriffen von so vielen Beschwerden (HG) und ich fühle mich schwach und machtlos deswegen.

Seit 26 Jahren habe ich Hämorrhoiden, die bluten. Ich wurde schon zweimal operiert, aber es ist immer noch nicht vorüber. Ich blute nun schon seit zwei Monaten und es macht mich ganz schwach. Das Bluten hört einfach nicht auf, trotz der Operationen. Jedes Mal ist mein Stuhlgang sehr hart und es kommen einige Tropfen Blut. Das stresst mich sehr. Ich habe Angst, wenn ich das Blut sehe. Mir wird am ganzen Körper heiß und ich zittere. Ich fürchte mich davor, wenn es wieder losgeht. Bin ich jetzt geheilt oder nicht?

Wenn ich an meine Beschwerden denke fange ich an zu zittern (HG) und bekomme Herzrasen. Ich habe das Gefühl als würde mein Herz mit voller Kraft schlagen.“

Beobachtung: Sie sieht aus, als würde sie etwas empfinden. Sie atmet tief.

GM: „Bleiben Sie dabei und beschreiben Sie, was mit Ihnen passiert.“

P: „Mein ganzer Körper zittert oder schüttelt sich, sogar wenn ich schlafe. Ich habe große Angst; ich habe diese merkwürdige Empfindung im ganzen Körper. Ich habe keine Hoffnung mehr für mich und ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Was wird mit meinem Körper sein? Wird mir etwas Ernsthaftes zustoßen? Ich habe das Gefühl, als würde mein Herz mit voller Kraft schlagen, als würde mein Blutdruck steigen.“ (Pause)

GM: „Sie beschreiben das sehr gut. Erzählen Sie mehr.“

P:“ Mein Körper zittert und mein Blutdruck steigt. Ich habe das Gefühl, dass mich diese Krankheit nicht verlassen wird und fühle mich deswegen sehr gestresst. Meine Blutgefäße pochen. Ich fühle, wie mein Blutdruck steigt und besonders an meinem Hals. Ich werde dann sehr aggressiv, es ist, als würde sich mein Zorn dort sammeln. Es ist, als würde dort alles feststecken, mich ersticken (HG, sie umfasst ihren Hals mit beiden Händen). Ich kann es Ihnen nicht besser erklären, ich habe Ihnen alles gesagt. Ich weiß nur, dass ich zu Gott bete, damit er mir hilft. Mir gehen viele Gedanken im Kopf herum. Plötzlich habe ich Angst; mein Körper zittert und das Pochen wird sehr heftig. Als würde diese Krankheit mich angreifen und mich schwach machen. (An dieser Stelle wiederholt sie ihre Geste mit der Hand)

Der Schwindel ist noch ein Problem. Es fing vor drei Jahren mit der Menopause an. Sobald mein Zyklus unregelmäßig wurde, fing das Ohnmächtig-werden an. Auch früher war mir ab und zu schwindelig gewesen. Die Ärzte sagen, dass es bestimmt von der Menopause kommt. Wenn ich in Ohnmacht falle, dann bin ich 5-10 Minuten lang bewusstlos. Manchmal wird mir auch im Sitzen schwindelig. Dann muss ich aufstehen oder schlafen, bevor es besser wird. Immer wenn ich sitze, nach der Arbeit, ist mir ein wenig schwindelig. Es hat angefangen als es bei und zu Hause viel Streit gab. Ich fühle mich von meiner Familie gequält. Mein Mann war früher sehr nett zu mir, aber die Familie meines Mannes behandelt mich nicht gut. Sie müssen meinen Mann damit angesteckt haben.“

Beobachtung: Sie hat das Gefühl von ihrer Familie gequält zu werden. Ihre Hauptbeschwerde sieht sie genauso.

P: „Sie lassen uns einfach nicht in Ruhe. Wir haben viel gestritten. Mir ging es von Tag zu Tag schlechter. Diese Zeiten waren schlimm für uns. Mein Gedächtnis wurde schlechter; es war als würde mein Gehirn langsam abbauen. Mit den Jahren wurde ich immer schwächer. Nachts war es schlimmer und ich konnte nicht schlafen. Am Morgen tat mir alles weh: meine Nerven, Knochen, alles war wund. Kleinigkeiten haben zu Hause zum Streit geführt. Alle haben versucht, mich niederzumachen (HG nach unten) und meine Gefühle zu unterdrücken (HG nach unten). Sie haben mich belästigt und ich habe mich machtlos gefühlt gegen sie. Ich musste ständig darüber nachdenken. Sie haben absichtlich überlegt, wie sie mich ärgern können und reizen, aber ich habe es einfach ertragen, nichts gesagt und nicht darauf reagiert. Selbst als ich schmerzhafte und blutende Hämorrhoiden hatte, hat es sie nicht gekümmert. Sie haben einfach gehofft, dass ich am Blutverlust sterbe und dann könnte eine andere Frau meinen Platz einnehmen.

Mein Leben wurde durch diese Quälereien zerstört. Es macht mich sehr traurig bei ihnen zu wohnen. Ich kann sie überhaupt nicht leiden. Meine Ohnmachtsanfälle werden auch schlimmer. Manchmal fühlte ich mich nach einem Streit ohnmächtig und ich bin im Bett geblieben; ich habe auf ihren Streit nicht reagiert. Ich bin einfach ruhig und bewegungslos geblieben und habe so getan als sei ich noch bewusstlos, obwohl ich schon bei Bewusstsein war. Ich habe einfach zugehört und abgewartet bis ich wieder bei Kräften war. Jetzt habe ich Angst wenn mir schwindelig wird – ich könnte in Ohnmacht fallen und mich dabei verletzen. Einerseits muss ich an meine Krankheit denken, andererseits an die Quälerei durch meine Familie.

Mein Hämoglobin war oft bei 6 oder 7; ich war anämisch und schwach. Ich habe versucht, das mit Aloe Vera, Spinat und anderen Dingen zu stabilisieren. Ich habe auch viele Medikamente und Spritzen bekommen. Die Blutung hat nicht aufgehört und meine Familie hat mir Stress gemacht. Ich habe alle Hoffnung verloren, dass ich mich jemals von der Krankheit erholen werde. Manchmal überlege ich, ob ich mich mit Benzin übergießen und umbringen soll, oder DDT trinken. Wenn es mich nicht mehr gibt, bleibt nur noch das Gift.“

GM: „Das habe ich nicht verstanden. Was meinen Sie damit ‚ Wenn es mich nicht mehr gibt, bleibt nur noch das Gift‘“?

P: „Ich leide seit 26 Jahren wegen ihnen und jetzt ist Schluss. Die ganze Geschichte fing schon kurz nach der Hochzeit an. Die Jahre sind vergangen und ich bin ruhig geblieben, habe mich nicht gewehrt und die Folter ertragen. Meine körperlichen Beschwerden habe ich nur wegen ihnen. Wie können sie es wagen? Sie haben mich erstickt und ich fühle mich wie im Gefängnis. (HG gefolgt von einer langen Pause mit tiefen Seufzern).

GM: „Ich habe Ihre Situation verstanden. Beschreiben Sie bitte diese Empfindung ‚gefoltert und erstickt zu werden; gefangen zu sein…‘ Was erleben Sie körperlich und mental?

P: „Ich kann es nicht mehr ertragen. Sie machen das mit Absicht. Jetzt ist die Schwelle überschritten. Mir ist alles egal. Ich will mich rächen. Wie du mir, so ich dir. Ich hätte mich wehren müssen, aber ich konnte es nicht. Ich fühle mich dort machtlos und wie zusammengezogen. Ich würde sie gerne quälen, sie belästigen. Das Blut schießt mir in die Augen, als würden daraus Funken sprühen. Ich zeige ihnen, was es heißt, meine Grenzen zu überschreiten; sie werden leiden.“

Beobachtung: Jetzt war klar, wie sie ihre eigene Situation wahrnimmt, ihre emotionale Geschichte. Ich will ihre tiefste Empfindung erforschen.

GM: „Gut. Beschreiben Sie Ihre Empfindungen noch näher. Bleiben Sie bitte bei dem, was Sie erleben.“

P: (Pause) „Mein Blut schlägt so heiß, mein Herz rast und Blut schießt in meine Augen. Es ist als würde mich jemand am Hals würgen. (HG) Jemand erwürgt mich und nimmt mir die Luft zum Atmen … jemand fängt mich, hält mich fest (HG). Etwas ist sehr eng hier, eng und steif. Als würde sich hier alles sammeln. Ich fühle mich stark und meine Wut hat ihren Höhepunkt erreicht.“ (Pause …)

GM: „Sie beschreiben das sehr schön. Bleiben Sie bitte dabei und sagen Sie, was Ihnen spontan in den Sinn kommt.“

P: „Mein ganzer Körper wird schwer. Mein Hals beginnt zu schmerzen und schwillt an.

Meine ganze Kraft, meine Macht, alles kommt hier hoch. (HG: deutet auf ihren Hals)

Als ob die Energie zum Kampf in mir hoch steigt … Meine Wut hat ihren Höhepunkt erreicht und ich spüre Kraft. Mein Hals wird sehr empfindlich“ (Pause)

GM: „Schließen Sie einfach die Augen … und spüren.

P: „Etwas sehr Mächtiges liegt im Bereich meines Halses. Es umschlingt meinen Hals so eng, herum und herum. (HG: zeigt etwas, das ihren Hals umschlingt). Es ist aufgerollt … es ist als wäre es um meinen Hals gewunden. Es geht immer rund herum und herum (HG: um den Hals herum); es ist schwarzbraun. Mein Hals ist komplett zugeschnürt … alles sammelt sich hier an … ich könnte daran ersticken. Alles muss nach draußen… ich würde sie am liebsten beißen … töten.“

GM: „Erzählen Sie mir von Ihren Träumen.“

P: „Ich habe meistens sehr schreckliche Träume, ich fürchte mich vor dem Schlafengehen. Morgens wache ich nie erfrischt auf.“

GM: „Worum geht es in Ihren Träumen?“

P: „Ich träume oft, dass jemand hinter mir steht … Ich werde von einem großen Kranich und einer Schildkröte gejagt… sie rennen hinter mir her. Manchmal werde ich auch von einem Geist verfolgt, er versucht mich umzubringen.

Einmal haben mich im Traum viele Kraniche verfolgt – ich hatte ein paar von ihren Eiern. Sie haben versucht, mich mit ihren Schnäbeln zu packen und mich ins Meer zu werfen. Ich bin rechtzeitig aufgewacht.“

Beobachtung: Das gleiche Thema von Folter und Quälerei zeigt sich auch hier.

Menstruationszyklus

Die Patientin ist seit drei Jahren in den Wechseljahren.

GM: „Wie war Ihr Zyklus in der Vergangenheit?“

P: „Die Blutung war dunkelrot und ist gelaufen wie Wasser. Es hat zwischen fünf und sechs Tagen gedauert. Der Zyklus war 25 Tage. Mit 38 bin ich in die Wechseljahre gekommen, mein Zyklus wurde unregelmäßig und ich hatte Hitzewallungen. Ich habe immer noch Hitzewallungen und Schmerzen in den Fingern.“

Körperliche Eigenschaften

Speisen: verminderter Appetit.

Durst: trinkt 2-3 Liter Wasser am Tag.

Verlangen: gut gewürzte Speisen, die aber Sodbrennen verursachen und die Hämorrhoiden schlimmer werden lassen; Sodbrennen morgens und wenn sie weniger isst.

Abneigungen: nichts Besonderes.

Jahreszeit: Kann den Sommer nicht ertragen. Ich mag den Winter, aber die Gelenke werden dann schlimmer; hitzige Patientin.

Schweiß: fehlt.

Schlaf: Ich wache oft auf, vor allem nach einem Streit. Im Moment schlafe ich kaum.

Fallverständnis

In diesem Fall deuten die Themen ‚Ich gegen Dich‘ und ‚Opfer und Angreifer‘ auf das Tierreich hin. Es geht um Folter, Belästigung, Misstrauen und Rache plus die Empfindung von Zusammenziehen, Ersticken und Würgen. Das Schlangenmuster ist klar zu erkennen. Die Redseligkeit der Patientin und ihren Hang, von Thema zu Thema zu springen sind ebenfalls herausragend.

Merkmale der Viperidae

Hämotoxizität; aufgestaute Wut bis es zur Explosion kommt; ruhig dasitzen und abwarten; dann plötzlich ohne Vorwarnung angreifen.

Merkmale der Unterfamilie der Crotalinae (Grubenottern)

Wird die Schlange wiederholt provoziert und geärgert, sammelt sich nicht nur alles an, sondern sie schlägt tatsächlich zu.

Angst nach Schreck.

Angst, als würde sie verfolgt.

Angst mit Schlaflosigkeit

Anämie, durch Blutung

Bestätigende Rubriken für Crotalus horridus

Gemüt – Wahnidee - Menschen, Personen – hinter ihm; jemand sei

Redseligkeit

Gemüt – Gesellschaft – Abneigung gegen – Familie; flieht vor der

Gemüt – Bewusstlosigkeit – Schwindel, bei

Rektum – Blutung aus dem Anus

Schwindel – Menopause – während

Verschreibung: Crotalus horridus 1M, in Wasser aufgelöst und fünf Tage hintereinander eingenommen.

Zusammenfassung der Follow ups

Nach fünf Tagen hatte die Blutung aus den Hämorrhoiden komplett aufgehört, die Schmerzen und die Steifheit in den Gelenken waren weniger geworden. Der Schwindel hatte sich gebessert.

Drei Monate später hatten sich alle Beschwerden deutlich gebessert. Sie hatte keine Blutungen und keinen Schwindel mehr. Die Finger verkrümmten sich nicht weiter und die Intensität der Schwellung und der Schmerzen hatten nachgelassen. Sie konnte Dinge greifen und festhalten ohne sie fallen zu lassen. Sie musste keine Schmerztabletten mehr nehmen. Die Empfindung des Zusammenschnürens war auch weniger geworden. Emotional ging es ihr besser und sie begann, mit ihrer Verwandtschaft Frieden zu schließen. Ihre Wut hatte sie besser unter Kontrolle.

Nach sechs Monaten Behandlung hatten sich alle Beschwerden um mehr als 60% gebessert. Sie hatte keine Schwellung mehr, keine Schmerzen und keine Gelenksteifigkeit. Auch die Hämorrhoiden waren zurückgegangen. Schwindel, Erschöpfung und Sodbrennen waren komplett verschwunden. Auch die Hämoglobin-Werte wurden besser: 11mg – so gut waren ihre Blutwerte noch nie gewesen. Das Bewusstsein um ihren eigenen emotionalen Zustand veränderte sich.

15 Monate später lag der Rheumafaktor der Patientin bei 6.45 IU/Ml (1.00 bis 20.00). Sie war in jeder Hinsicht zufrieden.

Schlussfolgerung

Dieser Fall war ein gutes Lehrstück für mich: Still dasitzen, aufmerksam zuhören und darauf vertrauen, dass sich die vielfältige Ausdruckweise der Patientin zu einem wunderschönen Bild zusammenfügt, das dem Arzneimittelbild in jeder Hinsicht entspricht.

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Foto:

Crotalus horridus atricaudatus; Dawson; CC BY-SA 2.5

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Arthritis, blutende Hämorrhoide, Schwindel, von der Familie gequält, Ersticken, Misstrauen, Rache.

Mittel: Crotalus horridus

Originalartikel: Interhomeopathy.org




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