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Hydrocyanicum acidum – Fallbeispiel 1

Von Deborah Collins

In diesem Fallbeispiel geht es um eine 43 Jahre alte Frau, 1953 geboren. Sie kam zusammen mit ihrem Mann in meine Praxis und sah so krank aus, dass ich sofort davon ausging, dass sie die Patientin sei. Sie hatte sehr kurze, dünne Haare, so, als würden ihre Haare nach einer Chemotherapie wieder nachwachsen. Sie trug eine dunkle Brille, um ihre Augen vor dem Licht zu schützen. Sie war dünn und blass, mit bläulich verfärbten Lippen und eisig kalten, bläulichen Händen. Nun stellte sich heraus, dass sie nicht wegen einer Behandlung hier war, sondern um ihren Mann zu begleiten. Sie erkannte aber, dass ich die Situation falsch eingeschätzt hatte und erzählte, dass fast jeder wegen ihres Aussehens glaubte, sie würde bald sterben. Sie befand sich bereits in homöopathischer Behandlung bei einem anderen Arzt, machte aber in der Therapie keine Fortschritte. Sie war ihr ganzes Leben lang sehr krank gewesen, von verschiedenen Spezialisten behandelt worden, die ihr auch nicht helfen konnten und galt danach als Hypochonderin. Sie persönlich war davon überzeugt, dass ihre Probleme aus einem früheren Leben stammten und sie wollte eigentlich meinen Mann konsultieren, der als Regressionstherapeut arbeitet.

Im Rahmen der Regressionstherapie (eine leichte Form der Trance, keine Hypnose) erlebte sie mehrere, ganz unterschiedliche Leben. In der zweiten Sitzung wurde sie zum Ursprung ihrer aktuellen Probleme zurückgeführt. Die erste Sitzung dient meist dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Vertrauensaufbau zum Therapeuten. In der zweiten Sitzung erlebte sie sich als ‚er‘, einem sechs Jahre alten, polnischen Jungen mit dem Namen Jarich. ‚Er‘ war zusammen mit anderen Menschen in einem Zug eingesperrt, in schrecklicher Not. Als ‚er‘ weiter in die Vergangenheit zurückschaute, sah er sich in seinem Elternhaus, in dem seine Eltern hitzig darüber diskutierten, ob sie und wohin sie fliehen sollten oder nicht. Dann wurden sie zusammengetrieben und in einen Zug gesteckt, nicht wissend, wohin die Reise gehen sollte. Als sie schließlich aus dem Zug ausstiegen, wurde er kurz von sehr hellen Lichtern geblendet, was nach der langen Reise in einem dunklen Waggon besonders desorientierend war. Er verlor seine Eltern im Chaos und klammerte sich an seinen Teddybären. Er wurde mit einer Gruppe zusammengetrieben und aufgefordert, sich auszuziehen, weil er eine Dusche nehmen sollte. Viele nackte Menschen wurden zusammen in einen großen Raum gesteckt, sie begannen zu schreien und fielen auf ihn drauf. Da er kleiner war als die meisten, war er einer der letzten, der die tödlichen Dämpfe des Gases Zyklon B (Zyanid) einatmete. Er starb einen angsterfüllten und schmerzhaften Tod.

Der heilsame Teil einer Sitzung besteht nicht nur darin, das Trauma wieder zu erleben, sondern es in seinem Kontext zu verstehen und es dann loszulassen. Der/die Klient/in wird ermutigt, mit allem, was in dieser Welt noch unerledigt ist, abzuschließen und sich dann an einen Ort zu begeben, aus dem er/sie das Ganze überblicken und verstehen kann. Das führt zur Heilung. In diesem Fall erkannte ‚er‘, dass er als jüdischer Junge im Holocaust in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben gekommen war. Auf die Frage, ob dieses kurze Leben irgendeine Bedeutung für das jetzige Leben der Patientin habe, kam die Antwort: „Das Gas, das Gas.“ Das Gas (Zyklon B) war bereits als homöopathisches Mittel unter dem Namen Blausäure bekannt. Eine Gabe des Mittels in der C30 führte bei der Frau zu dramatischen Veränderungen. Sie nahm an Gewicht zu, was ihr vorher nie gelungen war. Ihr Haar wuchs nach und bald hatte sie wieder wundervolles, kräftiges Haar und viel Energie. Früher war sie immer so erschöpft gewesen, dass gerade so die tägliche Hausarbeit schaffte und das auch nur mit vielen Pausen zwischendrin. Selbst kurze Autofahrten strengten sie sehr an. Wir stellten eine Liste aller Beschwerden zusammen, unter denen sie ihr ganzes Leben gelitten hatte und beobachteten, wie diese im Laufe der Behandlung immer weniger wurden.

„Ich war mein ganzes Leben lang krank. Ich hatte Atembeschwerden, Asthma und eine verstopfte Nase. Meine Verdauung funktionierte überhaupt nicht; ich hatte einen nervösen, überempfindlichen Magen. Ich bin gegen fast alle Lebensmittel allergisch – es ist einfacher, mich zu fragen, was ich essen KANN, als was ich nicht essen kann. Meine Speiseröhre ist schon immer zu eng gewesen und hat Probleme beim Schlucken verursacht. Fast alles, was ich esse, macht Blähungen, manchmal bekomme ich sogar Blähungen, wenn ich einfach nur stilles Wasser trinke. Als ich vier Jahre alt war wurden meine Mandeln entfernt, weil sie immer geschwollen und entzündet waren. Es wurde aber nicht besser. Mit sieben hatte ich eine Nierenentzündung mit Blut im Urin. Danach konnte ich mich nicht mehr richtig konzentrieren und hatte Probleme in der Schule. Ich hatte sehr oft hohes Fieber, wollte aber nie im Bett bleiben, weil ich zu unruhig war. Meine Ohren knackten immer, machten ein rauschendes Geräusch, weswegen ich nicht richtig hören konnte. Ich hatte immer das Gefühl, eine Grippe zu haben. Am Hals habe ich auf der rechten Seite eine stark vergrößerte Drüse. Meine Augen waren immer wund, klebrig und gereizt und juckten. Meine Schilddrüse war geschwollen und knotig. Auf der rechten Seite meines Halses habe ich eine geschwollene Arterie, weswegen ich meinen Kopf nicht richtig drehen kann. Ich scheine gegen alle möglichen Chemikalien allergisch zu sein, ich kann zum Beispiel den Geruch von Terpentin, Farbdämpfen und anderen Gasen nicht ertragen. Selbst das kleinste Gasleck kann ich riechen, bevor alle anderen es merken. Meine Eltern brachten mich in ein Erholungsheim für kranke Kinder, sie gaben mich dort ab und gingen wieder. Ich fühlte mich so verlassen. Als Kind habe ich ‚Konzentrationslager‘ gespielt, obwohl ich nicht wusste, was das Wort bedeutet. Ich habe meiner Puppe immer viele warme Schichten angezogen, um sicher zu sein, dass ihr warm ist, falls sie flüchten muss oder schlimme Zeiten kommen. Früher hatte ich Träume, in denen viele Soldaten vorkamen, denen ich etwas vorsang, damit sie Gefallen an mir finden. Ich habe ‚Flashbacks‘, in denen ich gegen die nackten, stinkenden Gesäße von Menschen geschoben werde, der Gestank ist widerlich. Ich habe mich schon immer für das jüdische Volk und die hebräische Sprache interessiert (obwohl es in ihrem Teil von Holland nur sehr wenige Juden gibt und sie selbst protestantisch ist). Es ist, als ob ich die Sprache verstehen könnte, wenn ich sie nur öfter hören würde. Jedes Jahr mache ich am Memorial Day in Holland (5. Mai) eine besondere Gedenkfeier. Meine Eltern tun das nicht, für sie ist es einfach nur ein Feiertag. Aber ich wollte schon immer, dass dies ein Tag der Stille und des Respekts sein sollte. Meine Eltern verstehen meine Faszination für den Zweiten Weltkrieg nicht – schon immer habe ich das Bedürfnis darüber so viel wie möglich zu lesen. Wenn ich gesund wäre und genug Geld hätte, würde ich eine Reise nach Israel machen, nicht zum Spaß, sondern weil ich dort sein muss.“

Langsam, aber sicher, verschwanden die Beschwerden der Patientin. Ihre Augen (diagnostiziert als M. Sjögren) produzierten wieder Tränenflüssigkeit, sie waren weniger gereizt und verkrustet. Sie konnte wieder mehr und abwechslungsreicher essen, ohne Herzrasen und Verdauungsbeschwerden. Sie konnte besser atmen, ihre Nase wurde wieder frei. Auch die Haare wuchsen nach. Sie fühlte sich psychisch stabiler, hatte mehr Energie und wurde unternehmungslustiger. Sie reiste nach Israel und beschrieb es als ‚ein Nach-Hause-Kommen‘, wo sie viele andere Juden treffen konnte. Sie lernte, mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und konnte gut einschätzen, wann sie wieder eine Gabe ihrer Arznei brauchte (z.B. als sie einen Opisthotonus hatte – der Rücken wird angespannt und zieht nach hinten). Zu dieser Zeit hatte sie auch Kreislaufbeschwerden, sie hatte einen heißen Kopf, eiskalte Füße und einen niedrigen Blutdruck. Sie reagierte auch sehr empfindlich auf den Geruch von Gas, was Übelkeit hervorrief.

Einmal schien Ignatia das angezeigte Mittel zu sein. Sie war weinerlich und sehr deprimiert und beschrieb es so: „Ich habe das Gefühl, immer nach meiner Mutter rufen zu wollen und sie ist nicht da. Ich fühle mich wie ein kleines, verlassenes Kind. Sehr wahrscheinlich fühle ich mich so, weil von Holland nach Neuseeland ausgewandert bin.“ Das könnte die Verlassenheitsgefühle getriggert haben, die sie als kleines Mädchen im Erholungsheim für Kinder empfand. Dieses Gefühl wiederum erinnert an die extreme Verlassenheit des kleinen Jarich, der seinen Eltern im Konzentrationslager entrissen wurde. Ignatia half ihr, dieses Gefühl zu überwinden, obwohl ich mich rückblickend frage, ob Hydrocyanicum acidum (Blausäure) das Gleiche getan hätte. Interessant ist hier auch die Tatsache (für diejenigen, die pauschal behaupten, dass ‚Kollaps-Arzneien‘ wie Arsenicum oder Carbo vegetabilis in jedem Fall angezeigt sind), dass sie zuvor mit Arsenicum und vielen anderen dieser Mittel ohne Erfolg behandelt worden war.

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Quelle: http://www.interhomeopathy.org/case_hydrocyanic_acidum_1

Foto: Shutterstock_173853119, Copyright: Dubova

Hydrocyanicum acidum – Fallbeispiel 1

Von Deborah Collins

In diesem Fallbeispiel geht es um eine 43 Jahre alte Frau, 1953 geboren. Sie kam zusammen mit ihrem Mann in meine Praxis und sah so krank aus, dass ich sofort davon ausging, dass sie die Patientin sei. Sie hatte sehr kurze, dünne Haare, so, als würden ihre Haare nach einer Chemotherapie wieder nachwachsen. Sie trug eine dunkle Brille, um ihre Augen vor dem Licht zu schützen. Sie war dünn und blass, mit bläulich verfärbten Lippen und eisig kalten, bläulichen Händen. Nun stellte sich heraus, dass sie nicht wegen einer Behandlung hier war, sondern um ihren Mann zu begleiten. Sie erkannte aber, dass ich die Situation falsch eingeschätzt hatte und erzählte, dass fast jeder wegen ihres Aussehens glaubte, sie würde bald sterben. Sie befand sich bereits in homöopathischer Behandlung bei einem anderen Arzt, machte aber in der Therapie keine Fortschritte. Sie war ihr ganzes Leben lang sehr krank gewesen, von verschiedenen Spezialisten behandelt worden, die ihr auch nicht helfen konnten und galt danach als Hypochonderin. Sie persönlich war davon überzeugt, dass ihre Probleme aus einem früheren Leben stammten und sie wollte eigentlich meinen Mann konsultieren, der als Regressionstherapeut arbeitet.

Im Rahmen der Regressionstherapie (eine leichte Form der Trance, keine Hypnose) erlebte sie mehrere, ganz unterschiedliche Leben. In der zweiten Sitzung wurde sie zum Ursprung ihrer aktuellen Probleme zurückgeführt. Die erste Sitzung dient meist dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Vertrauensaufbau zum Therapeuten. In der zweiten Sitzung erlebte sie sich als ‚er‘, einem sechs Jahre alten, polnischen Jungen mit dem Namen Jarich. ‚Er‘ war zusammen mit anderen Menschen in einem Zug eingesperrt, in schrecklicher Not. Als ‚er‘ weiter in die Vergangenheit zurückschaute, sah er sich in seinem Elternhaus, in dem seine Eltern hitzig darüber diskutierten, ob sie und wohin sie fliehen sollten oder nicht. Dann wurden sie zusammengetrieben und in einen Zug gesteckt, nicht wissend, wohin die Reise gehen sollte. Als sie schließlich aus dem Zug ausstiegen, wurde er kurz von sehr hellen Lichtern geblendet, was nach der langen Reise in einem dunklen Waggon besonders desorientierend war. Er verlor seine Eltern im Chaos und klammerte sich an seinen Teddybären. Er wurde mit einer Gruppe zusammengetrieben und aufgefordert, sich auszuziehen, weil er eine Dusche nehmen sollte. Viele nackte Menschen wurden zusammen in einen großen Raum gesteckt, sie begannen zu schreien und fielen auf ihn drauf. Da er kleiner war als die meisten, war er einer der letzten, der die tödlichen Dämpfe des Gases Zyklon B (Zyanid) einatmete. Er starb einen angsterfüllten und schmerzhaften Tod.

Der heilsame Teil einer Sitzung besteht nicht nur darin, das Trauma wieder zu erleben, sondern es in seinem Kontext zu verstehen und es dann loszulassen. Der/die Klient/in wird ermutigt, mit allem, was in dieser Welt noch unerledigt ist, abzuschließen und sich dann an einen Ort zu begeben, aus dem er/sie das Ganze überblicken und verstehen kann. Das führt zur Heilung. In diesem Fall erkannte ‚er‘, dass er als jüdischer Junge im Holocaust in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben gekommen war. Auf die Frage, ob dieses kurze Leben irgendeine Bedeutung für das jetzige Leben der Patientin habe, kam die Antwort: „Das Gas, das Gas.“ Das Gas (Zyklon B) war bereits als homöopathisches Mittel unter dem Namen Blausäure bekannt. Eine Gabe des Mittels in der C30 führte bei der Frau zu dramatischen Veränderungen. Sie nahm an Gewicht zu, was ihr vorher nie gelungen war. Ihr Haar wuchs nach und bald hatte sie wieder wundervolles, kräftiges Haar und viel Energie. Früher war sie immer so erschöpft gewesen, dass gerade so die tägliche Hausarbeit schaffte und das auch nur mit vielen Pausen zwischendrin. Selbst kurze Autofahrten strengten sie sehr an. Wir stellten eine Liste aller Beschwerden zusammen, unter denen sie ihr ganzes Leben gelitten hatte und beobachteten, wie diese im Laufe der Behandlung immer weniger wurden.

„Ich war mein ganzes Leben lang krank. Ich hatte Atembeschwerden, Asthma und eine verstopfte Nase. Meine Verdauung funktionierte überhaupt nicht; ich hatte einen nervösen, überempfindlichen Magen. Ich bin gegen fast alle Lebensmittel allergisch – es ist einfacher, mich zu fragen, was ich essen KANN, als was ich nicht essen kann. Meine Speiseröhre ist schon immer zu eng gewesen und hat Probleme beim Schlucken verursacht. Fast alles, was ich esse, macht Blähungen, manchmal bekomme ich sogar Blähungen, wenn ich einfach nur stilles Wasser trinke. Als ich vier Jahre alt war wurden meine Mandeln entfernt, weil sie immer geschwollen und entzündet waren. Es wurde aber nicht besser. Mit sieben hatte ich eine Nierenentzündung mit Blut im Urin. Danach konnte ich mich nicht mehr richtig konzentrieren und hatte Probleme in der Schule. Ich hatte sehr oft hohes Fieber, wollte aber nie im Bett bleiben, weil ich zu unruhig war. Meine Ohren knackten immer, machten ein rauschendes Geräusch, weswegen ich nicht richtig hören konnte. Ich hatte immer das Gefühl, eine Grippe zu haben. Am Hals habe ich auf der rechten Seite eine stark vergrößerte Drüse. Meine Augen waren immer wund, klebrig und gereizt und juckten. Meine Schilddrüse war geschwollen und knotig. Auf der rechten Seite meines Halses habe ich eine geschwollene Arterie, weswegen ich meinen Kopf nicht richtig drehen kann. Ich scheine gegen alle möglichen Chemikalien allergisch zu sein, ich kann zum Beispiel den Geruch von Terpentin, Farbdämpfen und anderen Gasen nicht ertragen. Selbst das kleinste Gasleck kann ich riechen, bevor alle anderen es merken. Meine Eltern brachten mich in ein Erholungsheim für kranke Kinder, sie gaben mich dort ab und gingen wieder. Ich fühlte mich so verlassen. Als Kind habe ich ‚Konzentrationslager‘ gespielt, obwohl ich nicht wusste, was das Wort bedeutet. Ich habe meiner Puppe immer viele warme Schichten angezogen, um sicher zu sein, dass ihr warm ist, falls sie flüchten muss oder schlimme Zeiten kommen. Früher hatte ich Träume, in denen viele Soldaten vorkamen, denen ich etwas vorsang, damit sie Gefallen an mir finden. Ich habe ‚Flashbacks‘, in denen ich gegen die nackten, stinkenden Gesäße von Menschen geschoben werde, der Gestank ist widerlich. Ich habe mich schon immer für das jüdische Volk und die hebräische Sprache interessiert (obwohl es in ihrem Teil von Holland nur sehr wenige Juden gibt und sie selbst protestantisch ist). Es ist, als ob ich die Sprache verstehen könnte, wenn ich sie nur öfter hören würde. Jedes Jahr mache ich am Memorial Day in Holland (5. Mai) eine besondere Gedenkfeier. Meine Eltern tun das nicht, für sie ist es einfach nur ein Feiertag. Aber ich wollte schon immer, dass dies ein Tag der Stille und des Respekts sein sollte. Meine Eltern verstehen meine Faszination für den Zweiten Weltkrieg nicht – schon immer habe ich das Bedürfnis darüber so viel wie möglich zu lesen. Wenn ich gesund wäre und genug Geld hätte, würde ich eine Reise nach Israel machen, nicht zum Spaß, sondern weil ich dort sein muss.“

Langsam, aber sicher, verschwanden die Beschwerden der Patientin. Ihre Augen (diagnostiziert als M. Sjögren) produzierten wieder Tränenflüssigkeit, sie waren weniger gereizt und verkrustet. Sie konnte wieder mehr und abwechslungsreicher essen, ohne Herzrasen und Verdauungsbeschwerden. Sie konnte besser atmen, ihre Nase wurde wieder frei. Auch die Haare wuchsen nach. Sie fühlte sich psychisch stabiler, hatte mehr Energie und wurde unternehmungslustiger. Sie reiste nach Israel und beschrieb es als ‚ein Nach-Hause-Kommen‘, wo sie viele andere Juden treffen konnte. Sie lernte, mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und konnte gut einschätzen, wann sie wieder eine Gabe ihrer Arznei brauchte (z.B. als sie einen Opisthotonus hatte – der Rücken wird angespannt und zieht nach hinten). Zu dieser Zeit hatte sie auch Kreislaufbeschwerden, sie hatte einen heißen Kopf, eiskalte Füße und einen niedrigen Blutdruck. Sie reagierte auch sehr empfindlich auf den Geruch von Gas, was Übelkeit hervorrief.

Einmal schien Ignatia das angezeigte Mittel zu sein. Sie war weinerlich und sehr deprimiert und beschrieb es so: „Ich habe das Gefühl, immer nach meiner Mutter rufen zu wollen und sie ist nicht da. Ich fühle mich wie ein kleines, verlassenes Kind. Sehr wahrscheinlich fühle ich mich so, weil von Holland nach Neuseeland ausgewandert bin.“ Das könnte die Verlassenheitsgefühle getriggert haben, die sie als kleines Mädchen im Erholungsheim für Kinder empfand. Dieses Gefühl wiederum erinnert an die extreme Verlassenheit des kleinen Jarich, der seinen Eltern im Konzentrationslager entrissen wurde. Ignatia half ihr, dieses Gefühl zu überwinden, obwohl ich mich rückblickend frage, ob Hydrocyanicum acidum (Blausäure) das Gleiche getan hätte. Interessant ist hier auch die Tatsache (für diejenigen, die pauschal behaupten, dass ‚Kollaps-Arzneien‘ wie Arsenicum oder Carbo vegetabilis in jedem Fall angezeigt sind), dass sie zuvor mit Arsenicum und vielen anderen dieser Mittel ohne Erfolg behandelt worden war.

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Quelle: http://www.interhomeopathy.org/case_hydrocyanic_acidum_1

Foto: Shutterstock_173853119, Copyright: Dubova




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