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Ich fühle mich ausgenutzt und übergangen: ein Pontederia-cordata-Fall

Von Pieter Kuiper

Schon in meiner Zeit als Student der Homöopathie war ich fasziniert von der schieren Anzahl der Arzneimittel, die uns zur Verfügung stehen. Die Geschichte der Homöopathie begann mit Hahnemann, der anfangs nur ein paar Dutzend Arzneien anwenden konnte. Seit ich meine homöopathische Praxis Anfang der 1980er Jahre eröffnete ist die Zahl der neu entdeckten Mittel stetig gestiegen. Ich bin mir immer bewusst, dass im Grunde genommen alles um uns herum als Heilmittel eingesetzt werden könnte. In diesem Zusammenhang und unter Berücksichtigung des Ähnlichkeitsprinzips habe ich mich oft gefragt, ob wir uns unserer Mittelwahl jemals sicher sein können, gibt es doch so viele Tausend Arzneien zu unserer Verfügung.

Dieses Dilemma hat mich als junger Student im Studium der Materia Medica natürlich besonders beschäftigt und genau aus diesem Grund hege ich viel Mitgefühl für alle Homöopathen, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen.

Seit wir aber die fantastischen Entdeckungen Rajan Sankarans und Jan Scholtens haben, können wir uns die grundlegende Ordnung der Arzneimittelbilder über das Periodensystem der Elemente und in ähnlicher Weise über das Pflanzensystem erschließen. Die Entdeckung, dass alles im Leben einer natürlichen Ordnung unterliegt, die sich auch in den Mineral- und Pflanzenreichen widerspiegelt, lässt uns noch näher an die Probleme unserer Patienten heranrücken. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten haben wir nun die Möglichkeit, ein bestimmtes Mittel gezielt aus einem der Naturreiche auszuwählen. Anschließend können wir ausarbeiten in welche Serie, welches Stadium und welche Phase oder Subphase der Patient ‚passen‘ könnte.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Patient auch dann sehr gut von einem Mittel profitiert, wenn das gewählte Mittel relativ nahe an das Problem des Patienten herankommt. Auch wenn es sich dabei nicht um eine ideale Mittelwahl handelt. In diesem Fall kann man den Begriff ‚Simillimum‘ nicht zu eng stecken. Wer von uns kann schon behaupten, dass wir noch - wie früher üblich – das Simillimum oder DAS Mittel verordnen, in Hinblick auf die enorm große Anzahl von Arzneien, die es gibt?

Fall

Die 66-jährige Patientin leidet unter Panikattacken, Übelkeit und Schlafproblemen. Sie kommt wegen der Panikattacken, die immer nachts auftreten, sobald die beruhigende Wirkung des Gläschens Wein nachlässt, welches sie sich jeden Abend gönnt. Zehn Jahre zuvor hat sie ihren Ehemann verloren. Sie hat vier Kinder im Alter zwischen 24 und 43 Jahren. Der Sohn ist ihr erstes Kind, die anderen sind alle Töchter. Drei ihrer Kinder sind verheiratet, die Jüngste lebt allein.

Die Patientin hat Angstzustände wegen ihrer finanziellen Situation, sie weiß nicht, ob sie über die Runden kommt, weil ihr Haus gerade renoviert wird. Sie sorgt sich, dass die Arbeit nicht gut abgeschlossen wird. Außerdem macht sie sich Sorgen um ihre Gesundheit und hat Angst, dass sie Alzheimer bekommen könnte. Sie ist die Mutter der Familie; sie hat sich schon immer aufopfernd um ihre Kinder gekümmert, jetzt ist sie eine liebevolle Großmutter. Sie fühlt sich ausgelaugt. Alles in ihr ist ‚aufgebraucht‘, sie hat keine Energie mehr. Alles dreht sich im Kopf, vor allem die Ängste. Sie schläft schlecht, wacht häufig auf und bleibt bis spät am Morgen im Bett. Sie träumt von Spinnen.

In früheren Gesprächen erzählte sie oft und ausführlich von ihren Kindern und deren Partnern. Die ganze Familie schien die Zuwendung der Großmutter als selbstverständlich anzusehen. Sie waren sehr nett zu ihr und luden sie auch immer zum Kaffeetrinken ein, aber jedes Mal, wenn eine Einladung kam, wusste die Patientin schon, dass man sie als Babysitter oder ähnliches brauchte.

Sie fühlt sich ausgenutzt und zeitweise auch missbraucht, kann aber nicht ‚Nein‘ sagen. Sie scheut den offenen Konflikt, weil sie befürchtet, dass der Kontakt zur Familie dann abreißen wird. Einer ihrer Töchter hat sie Geld geliehen, das nie zurückgezahlt wurde. Diese Tochter hat sich auch das neue Fahrrad ihrer Mutter ausgeliehen und es bislang nicht zurückgegeben.

Die Beziehung zu ihrem verstorbenen Mann entsprach mehr oder weniger dem gleichen Muster. Sie hatte das Gefühl gehabt, sich immer nach ihm richten zu müssen. Trotz alledem war sie der Mittelpunkt der Familie, sie war der Fels. In ihrer Ursprungsfamilie war es genauso gewesen. Sie war diejenige, die in schwierigen Situationen die Verantwortung übernommen hatte.

Früher hat sie als Krankenschwester gearbeitet. Sie hat immer viel gearbeitet und sieht auch jetzt noch fit und belastbar aus. Sie weiß das auch. Aber innerlich fühlt sie sich von ihrer Familie ausgenutzt; im Beruf war es auch so.

Seit über 20 Jahren ist sie meine Patientin. In der Vergangenheit hat sie unter anderem gut auf Sanguinaria nitricum  angesprochen.

Verschreibung: Pontederia cordata C200.

Follow up

Ängste und Übelkeit sind verschwunden. Auch der Schlaf hat sich gebessert. Sie erwähnt auch, dass sich ihre Verdauung gebessert habe. Vorher konnte sie kein Brot und keine Fette verdauen. Auch die Träume von Spinnen sind nicht mehr da.

Analyse

Kohlenstoffserie: nur wenig Geld haben; Erschöpfung.

Siliziumserie: ordnet sich dem Ehemann und den Kindern unter; Familienthema.

Phase 4: Die Familie ist sehr wichtig, sie steht im Mittelpunkt der Familie.

Subphase 6: gibt zu viel; wird ausgenutzt.

Stadium 11: Wächter der Familie; hält die ganze Familie stabil.

Ich glaube, dass die Commelinales – 633.46 – häufig indiziert sind für Patienten, denen die Familie wichtig ist (633). Diese Menschen sind sehr fürsorglich und haben eine wichtige Stellung innerhalb der Familie (Phase 4); die Fürsorge und die Mühen dieser Menschen werden als selbstverständlich angesehen, deshalb fühlen sie sich ausgenutzt (Subphase 6).

Wenn man den Patienten in eine Serie, Phase, Subphase oder in ein Stadium ‚einteilt‘, dann handelt es sich um eine ‚Feineinstellung‘, die der Vorstellung des ‚Simillimums‘ sehr nahe kommt. Manchmal kommen uns die körperlichen Symptome, die wir von den Pflanzen oder aus dem Mineralreich kennen, zu Hilfe. Oftmals kennen wir diese Symptome aber nicht und an dieser Stelle lohnt es sich, nach der Pflanzentheorie zu verschreiben.

 ***************************************

Photo: Shutterstock
Used and abused; Shaun Norton

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Panikattacken, Übelkeit, Schlafprobleme, ausgenutzt werden, Verantwortung, Erschöpfung.

Mittel: Pontederia cordata

Originalartikel: Interhomeopathy.org

Ich fühle mich ausgenutzt und übergangen: ein Pontederia-cordata-Fall

Von Pieter Kuiper

Schon in meiner Zeit als Student der Homöopathie war ich fasziniert von der schieren Anzahl der Arzneimittel, die uns zur Verfügung stehen. Die Geschichte der Homöopathie begann mit Hahnemann, der anfangs nur ein paar Dutzend Arzneien anwenden konnte. Seit ich meine homöopathische Praxis Anfang der 1980er Jahre eröffnete ist die Zahl der neu entdeckten Mittel stetig gestiegen. Ich bin mir immer bewusst, dass im Grunde genommen alles um uns herum als Heilmittel eingesetzt werden könnte. In diesem Zusammenhang und unter Berücksichtigung des Ähnlichkeitsprinzips habe ich mich oft gefragt, ob wir uns unserer Mittelwahl jemals sicher sein können, gibt es doch so viele Tausend Arzneien zu unserer Verfügung.

Dieses Dilemma hat mich als junger Student im Studium der Materia Medica natürlich besonders beschäftigt und genau aus diesem Grund hege ich viel Mitgefühl für alle Homöopathen, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen.

Seit wir aber die fantastischen Entdeckungen Rajan Sankarans und Jan Scholtens haben, können wir uns die grundlegende Ordnung der Arzneimittelbilder über das Periodensystem der Elemente und in ähnlicher Weise über das Pflanzensystem erschließen. Die Entdeckung, dass alles im Leben einer natürlichen Ordnung unterliegt, die sich auch in den Mineral- und Pflanzenreichen widerspiegelt, lässt uns noch näher an die Probleme unserer Patienten heranrücken. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten haben wir nun die Möglichkeit, ein bestimmtes Mittel gezielt aus einem der Naturreiche auszuwählen. Anschließend können wir ausarbeiten in welche Serie, welches Stadium und welche Phase oder Subphase der Patient ‚passen‘ könnte.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Patient auch dann sehr gut von einem Mittel profitiert, wenn das gewählte Mittel relativ nahe an das Problem des Patienten herankommt. Auch wenn es sich dabei nicht um eine ideale Mittelwahl handelt. In diesem Fall kann man den Begriff ‚Simillimum‘ nicht zu eng stecken. Wer von uns kann schon behaupten, dass wir noch - wie früher üblich – das Simillimum oder DAS Mittel verordnen, in Hinblick auf die enorm große Anzahl von Arzneien, die es gibt?

Fall

Die 66-jährige Patientin leidet unter Panikattacken, Übelkeit und Schlafproblemen. Sie kommt wegen der Panikattacken, die immer nachts auftreten, sobald die beruhigende Wirkung des Gläschens Wein nachlässt, welches sie sich jeden Abend gönnt. Zehn Jahre zuvor hat sie ihren Ehemann verloren. Sie hat vier Kinder im Alter zwischen 24 und 43 Jahren. Der Sohn ist ihr erstes Kind, die anderen sind alle Töchter. Drei ihrer Kinder sind verheiratet, die Jüngste lebt allein.

Die Patientin hat Angstzustände wegen ihrer finanziellen Situation, sie weiß nicht, ob sie über die Runden kommt, weil ihr Haus gerade renoviert wird. Sie sorgt sich, dass die Arbeit nicht gut abgeschlossen wird. Außerdem macht sie sich Sorgen um ihre Gesundheit und hat Angst, dass sie Alzheimer bekommen könnte. Sie ist die Mutter der Familie; sie hat sich schon immer aufopfernd um ihre Kinder gekümmert, jetzt ist sie eine liebevolle Großmutter. Sie fühlt sich ausgelaugt. Alles in ihr ist ‚aufgebraucht‘, sie hat keine Energie mehr. Alles dreht sich im Kopf, vor allem die Ängste. Sie schläft schlecht, wacht häufig auf und bleibt bis spät am Morgen im Bett. Sie träumt von Spinnen.

In früheren Gesprächen erzählte sie oft und ausführlich von ihren Kindern und deren Partnern. Die ganze Familie schien die Zuwendung der Großmutter als selbstverständlich anzusehen. Sie waren sehr nett zu ihr und luden sie auch immer zum Kaffeetrinken ein, aber jedes Mal, wenn eine Einladung kam, wusste die Patientin schon, dass man sie als Babysitter oder ähnliches brauchte.

Sie fühlt sich ausgenutzt und zeitweise auch missbraucht, kann aber nicht ‚Nein‘ sagen. Sie scheut den offenen Konflikt, weil sie befürchtet, dass der Kontakt zur Familie dann abreißen wird. Einer ihrer Töchter hat sie Geld geliehen, das nie zurückgezahlt wurde. Diese Tochter hat sich auch das neue Fahrrad ihrer Mutter ausgeliehen und es bislang nicht zurückgegeben.

Die Beziehung zu ihrem verstorbenen Mann entsprach mehr oder weniger dem gleichen Muster. Sie hatte das Gefühl gehabt, sich immer nach ihm richten zu müssen. Trotz alledem war sie der Mittelpunkt der Familie, sie war der Fels. In ihrer Ursprungsfamilie war es genauso gewesen. Sie war diejenige, die in schwierigen Situationen die Verantwortung übernommen hatte.

Früher hat sie als Krankenschwester gearbeitet. Sie hat immer viel gearbeitet und sieht auch jetzt noch fit und belastbar aus. Sie weiß das auch. Aber innerlich fühlt sie sich von ihrer Familie ausgenutzt; im Beruf war es auch so.

Seit über 20 Jahren ist sie meine Patientin. In der Vergangenheit hat sie unter anderem gut auf Sanguinaria nitricum  angesprochen.

Verschreibung: Pontederia cordata C200.

Follow up

Ängste und Übelkeit sind verschwunden. Auch der Schlaf hat sich gebessert. Sie erwähnt auch, dass sich ihre Verdauung gebessert habe. Vorher konnte sie kein Brot und keine Fette verdauen. Auch die Träume von Spinnen sind nicht mehr da.

Analyse

Kohlenstoffserie: nur wenig Geld haben; Erschöpfung.

Siliziumserie: ordnet sich dem Ehemann und den Kindern unter; Familienthema.

Phase 4: Die Familie ist sehr wichtig, sie steht im Mittelpunkt der Familie.

Subphase 6: gibt zu viel; wird ausgenutzt.

Stadium 11: Wächter der Familie; hält die ganze Familie stabil.

Ich glaube, dass die Commelinales – 633.46 – häufig indiziert sind für Patienten, denen die Familie wichtig ist (633). Diese Menschen sind sehr fürsorglich und haben eine wichtige Stellung innerhalb der Familie (Phase 4); die Fürsorge und die Mühen dieser Menschen werden als selbstverständlich angesehen, deshalb fühlen sie sich ausgenutzt (Subphase 6).

Wenn man den Patienten in eine Serie, Phase, Subphase oder in ein Stadium ‚einteilt‘, dann handelt es sich um eine ‚Feineinstellung‘, die der Vorstellung des ‚Simillimums‘ sehr nahe kommt. Manchmal kommen uns die körperlichen Symptome, die wir von den Pflanzen oder aus dem Mineralreich kennen, zu Hilfe. Oftmals kennen wir diese Symptome aber nicht und an dieser Stelle lohnt es sich, nach der Pflanzentheorie zu verschreiben.

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Photo: Shutterstock
Used and abused; Shaun Norton

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Panikattacken, Übelkeit, Schlafprobleme, ausgenutzt werden, Verantwortung, Erschöpfung.

Mittel: Pontederia cordata

Originalartikel: Interhomeopathy.org




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