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Kalium chloratum und der verrückte Hutmacher

Von Sally Williams

Ein 87-jähriger Patient, großgewachsen und sehr dünn. Er sieht etwas zerbrechlich aus, hat aber einen guten Sinn für Humor und flirtet mit mir, was das Zeug hält.

„Ich hoffe, dass ich mich nicht gleich entschuldigen und auf die Toilette gehen muss. Mein Problem ist eine Colitis ulcerosa. Seit ich die Colitis habe, habe ich 16 Kilo abgenommen. Gleich nach dem Frühstück habe ich Stuhlgang und dann geht das den ganzen Tag so weiter. Ich habe große Schmerzen und sitze den ganzen Tag nur da. Ich habe auch mal Blut im Stuhl, aber meist nur diesen dicken, weißen Schleim. Ich friere bis auf die Knochen. Das Einzige, was mir hilft, ist heiß zu baden. Es wärmt mich und lindert die Schmerzen. Ich kann nicht mehr viel essen. Es ist, als würde ich langsam verhungern. Das Essen schmeckt mir einfach nicht. Ich habe dicken, weißen Schleim im Mund und einen metallischen Geschmack.“

„Der M. Parkinson wurde vor 30 Jahren diagnostiziert. Ich sagte mir, Mensch, das ist doch nur ein kleiner Tremor und habe es 10 Jahre lang schleifen lassen. Das Zittern ist über die Jahre schlimmer geworden, aber mein Hauptproblem ist mittlerweile die Steifheit. Manchmal sabbere ich auch. Meine Hüfte und Beine sind steif, ich habe kein gutes Gleichgewicht. Ich glaube nicht, dass ich das überleben kann.“

„Im Zweiten Weltkrieg wurde ich eingezogen und nach Afrika geschickt. Ich war bei der Invasion Italiens dabei. Ich habe bei den Sanitätern gearbeitet und kann es nicht vergessen. Ich sehe die Jungs vor mir. Wenn jemand möchte, dass ich darüber rede, werde ich sehr gestresst. Es gab einige, die wir nicht retten konnten. Diese Jungs hatte Familie, die ihre Kinder nie mehr wiedersehen würden. Während ich im Krieg war, wurde meine Mutter krank. Sie hatte einen Tumor im Rückenmark und starb, während ich an der Front war. Ich musste daran denken, dass ich meine Mutter nie mehr wiedersehen würde und die Mütter dieser toten Buben diese auch nie mehr sehen würden. (Weint) Ich glaube, das schlimmste Trauma in meinem Leben war der Krieg und der Gedanke an all die Familien, die sich verloren hatten.“

„Ich habe sechs Kinder, 15 Enkel und sechs Urenkel. Sechs Kinder zu haben war anstrengend. Ich habe es immer als meine Pflicht angesehen, mich so gut wie möglich um sie zu kümmern.“

„Meine Frau war wundervoll und hat mir viel geholfen. Wir haben mit der Zyklus-Methode verhütet, was sehr anstrengend war. Ich habe schon immer einen starken Geschlechtstrieb gehabt. Ich könnte zwei bis drei Mal am Tag Sex haben. Ich habe auch jetzt eine Freundin, mit der ich so oft wie möglich Sex habe. Ihr Ehemann verstarb zwei Jahre vor meiner Frau. Wir haben uns gegenseitig unterstützt.“

„Nachdem ich wieder aus dem Krieg zurück war, arbeitete ich mehrere Jahre als Hutmacher. Das war ein harter Beruf, viel Dampf und Hitze. Ich musste mit Chemikalien arbeiten. Die gefilzte Hut-Wolle musste in die Lauge eingelegt und mit den Händen in die passende Form geknetet werden. Wir hatten dann immer einen Verrückter-Hutmacher-Ball. Ich meine nicht den Tanzabend (lacht). Wir haben uns manchmal gegenseitig mit diesen Filzkugeln, die in der Lauge lagen, beworfen. Es war eine heillose Sauerei, hat aber viel Spaß gemacht.“

Verordnung: Kalium chloratum C12, einmal täglich, sieben Tage lang.

Analyse: Kalium chloratum ist das giftigste Mittel aus der Kalium-Familie. Es hat eine ähnliche Wirkung wie Mercurius und hat sich in Fällen von Quecksilbervergiftung bewährt. Der Begriff Hutmachersyndrom bezieht sich auf die Symptome der Quecksilbervergiftung, unter der viele Hutmacher zu leiden hatten. Im vorliegenden Fall waren es folgende Symptome, die auf Kalium chloratum deuteten: Geschwüre im Verdauungstrakt mit dickem, weißem Schleim, dicker, weißer Auswurf mit metallischem Geschmack, M. Parkinson und das starke Pflichtgefühl der Familie gegenüber. Das Mittel hat auch die ‚Wahnidee – verhungern – er müsse‘.

Follow-up

Nach sechs Wochen:

„Mir geht es sehr gut. Ich habe fünf Kilo zugenommen. Letzte Woche hatte ich aber zwei Rückschläge, ich bin es so leid, aber insgesamt geht ganz gut.

Das Sabbern und der Tremor sind nicht mehr so schlimm, aber immer noch da. Die Steifheit ist unverändert, nicht schlimmer und nicht besser.“

Plan: Kalium chloratum C30, Einmalgabe.

Sechs Wochen später:

„Mir geht es immer besser. Ich gehe sogar aus dem Haus. Selbst auswärts essen macht mir wieder Spaß. Mit meiner Familie verbringe ich eine wunderbare Zeit und wir genießen das fantastische Wetter. Es ist so schön. Mein Appetit ist deutlich besser geworden. Ich habe auch zugenommen; ich stelle mich nicht auf die Waage, deswegen kann ich Ihnen nicht sagen, wieviel. Seit ich das letzte Mal bei Ihnen war hatte ich keine Colitis mehr und auch dieser schreckliche Geschmack mit dem Sabbern und dem dicken Auswurf ist weg. Ich glaube, das heißt auch, dass mein Parkinson auch in Ordnung ist. Ich bin mobiler geworden, weniger steif und zittere auch nicht mehr, noch nicht einmal beim Schreiben.“

„Meine Freundin habe ich schon länger nicht gesehen. Ich denke, dass mein Geschlechtstrieb jetzt doch ein wenig nachlässt. Ich werde schließlich schon bald 88!“

Anmerkung: In meiner Erfahrung haben Patienten mit M. Parkinson immer einen sehr starken Geschlechtstrieb. Hat jemand eine Meinung dazu?

Diesen Fall habe ich im Juli 2005 aufgenommen. Den Patienten sehe ich immer noch, weder die Colitis noch der M. Parkinson sind wieder aktiv geworden. Er nimmt eine C30 jedes Mal, wenn er sich wieder steif fühlt und reagiert sehr schön darauf!

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Originalartikel: interhomeopathy.org

Kalium chloratum und der verrückte Hutmacher

Von Sally Williams

Ein 87-jähriger Patient, großgewachsen und sehr dünn. Er sieht etwas zerbrechlich aus, hat aber einen guten Sinn für Humor und flirtet mit mir, was das Zeug hält.

„Ich hoffe, dass ich mich nicht gleich entschuldigen und auf die Toilette gehen muss. Mein Problem ist eine Colitis ulcerosa. Seit ich die Colitis habe, habe ich 16 Kilo abgenommen. Gleich nach dem Frühstück habe ich Stuhlgang und dann geht das den ganzen Tag so weiter. Ich habe große Schmerzen und sitze den ganzen Tag nur da. Ich habe auch mal Blut im Stuhl, aber meist nur diesen dicken, weißen Schleim. Ich friere bis auf die Knochen. Das Einzige, was mir hilft, ist heiß zu baden. Es wärmt mich und lindert die Schmerzen. Ich kann nicht mehr viel essen. Es ist, als würde ich langsam verhungern. Das Essen schmeckt mir einfach nicht. Ich habe dicken, weißen Schleim im Mund und einen metallischen Geschmack.“

„Der M. Parkinson wurde vor 30 Jahren diagnostiziert. Ich sagte mir, Mensch, das ist doch nur ein kleiner Tremor und habe es 10 Jahre lang schleifen lassen. Das Zittern ist über die Jahre schlimmer geworden, aber mein Hauptproblem ist mittlerweile die Steifheit. Manchmal sabbere ich auch. Meine Hüfte und Beine sind steif, ich habe kein gutes Gleichgewicht. Ich glaube nicht, dass ich das überleben kann.“

„Im Zweiten Weltkrieg wurde ich eingezogen und nach Afrika geschickt. Ich war bei der Invasion Italiens dabei. Ich habe bei den Sanitätern gearbeitet und kann es nicht vergessen. Ich sehe die Jungs vor mir. Wenn jemand möchte, dass ich darüber rede, werde ich sehr gestresst. Es gab einige, die wir nicht retten konnten. Diese Jungs hatte Familie, die ihre Kinder nie mehr wiedersehen würden. Während ich im Krieg war, wurde meine Mutter krank. Sie hatte einen Tumor im Rückenmark und starb, während ich an der Front war. Ich musste daran denken, dass ich meine Mutter nie mehr wiedersehen würde und die Mütter dieser toten Buben diese auch nie mehr sehen würden. (Weint) Ich glaube, das schlimmste Trauma in meinem Leben war der Krieg und der Gedanke an all die Familien, die sich verloren hatten.“

„Ich habe sechs Kinder, 15 Enkel und sechs Urenkel. Sechs Kinder zu haben war anstrengend. Ich habe es immer als meine Pflicht angesehen, mich so gut wie möglich um sie zu kümmern.“

„Meine Frau war wundervoll und hat mir viel geholfen. Wir haben mit der Zyklus-Methode verhütet, was sehr anstrengend war. Ich habe schon immer einen starken Geschlechtstrieb gehabt. Ich könnte zwei bis drei Mal am Tag Sex haben. Ich habe auch jetzt eine Freundin, mit der ich so oft wie möglich Sex habe. Ihr Ehemann verstarb zwei Jahre vor meiner Frau. Wir haben uns gegenseitig unterstützt.“

„Nachdem ich wieder aus dem Krieg zurück war, arbeitete ich mehrere Jahre als Hutmacher. Das war ein harter Beruf, viel Dampf und Hitze. Ich musste mit Chemikalien arbeiten. Die gefilzte Hut-Wolle musste in die Lauge eingelegt und mit den Händen in die passende Form geknetet werden. Wir hatten dann immer einen Verrückter-Hutmacher-Ball. Ich meine nicht den Tanzabend (lacht). Wir haben uns manchmal gegenseitig mit diesen Filzkugeln, die in der Lauge lagen, beworfen. Es war eine heillose Sauerei, hat aber viel Spaß gemacht.“

Verordnung: Kalium chloratum C12, einmal täglich, sieben Tage lang.

Analyse: Kalium chloratum ist das giftigste Mittel aus der Kalium-Familie. Es hat eine ähnliche Wirkung wie Mercurius und hat sich in Fällen von Quecksilbervergiftung bewährt. Der Begriff Hutmachersyndrom bezieht sich auf die Symptome der Quecksilbervergiftung, unter der viele Hutmacher zu leiden hatten. Im vorliegenden Fall waren es folgende Symptome, die auf Kalium chloratum deuteten: Geschwüre im Verdauungstrakt mit dickem, weißem Schleim, dicker, weißer Auswurf mit metallischem Geschmack, M. Parkinson und das starke Pflichtgefühl der Familie gegenüber. Das Mittel hat auch die ‚Wahnidee – verhungern – er müsse‘.

Follow-up

Nach sechs Wochen:

„Mir geht es sehr gut. Ich habe fünf Kilo zugenommen. Letzte Woche hatte ich aber zwei Rückschläge, ich bin es so leid, aber insgesamt geht ganz gut.

Das Sabbern und der Tremor sind nicht mehr so schlimm, aber immer noch da. Die Steifheit ist unverändert, nicht schlimmer und nicht besser.“

Plan: Kalium chloratum C30, Einmalgabe.

Sechs Wochen später:

„Mir geht es immer besser. Ich gehe sogar aus dem Haus. Selbst auswärts essen macht mir wieder Spaß. Mit meiner Familie verbringe ich eine wunderbare Zeit und wir genießen das fantastische Wetter. Es ist so schön. Mein Appetit ist deutlich besser geworden. Ich habe auch zugenommen; ich stelle mich nicht auf die Waage, deswegen kann ich Ihnen nicht sagen, wieviel. Seit ich das letzte Mal bei Ihnen war hatte ich keine Colitis mehr und auch dieser schreckliche Geschmack mit dem Sabbern und dem dicken Auswurf ist weg. Ich glaube, das heißt auch, dass mein Parkinson auch in Ordnung ist. Ich bin mobiler geworden, weniger steif und zittere auch nicht mehr, noch nicht einmal beim Schreiben.“

„Meine Freundin habe ich schon länger nicht gesehen. Ich denke, dass mein Geschlechtstrieb jetzt doch ein wenig nachlässt. Ich werde schließlich schon bald 88!“

Anmerkung: In meiner Erfahrung haben Patienten mit M. Parkinson immer einen sehr starken Geschlechtstrieb. Hat jemand eine Meinung dazu?

Diesen Fall habe ich im Juli 2005 aufgenommen. Den Patienten sehe ich immer noch, weder die Colitis noch der M. Parkinson sind wieder aktiv geworden. Er nimmt eine C30 jedes Mal, wenn er sich wieder steif fühlt und reagiert sehr schön darauf!

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Originalartikel: interhomeopathy.org




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