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Neue Wege in der Homöopathie

von Joette Calabrese

 

 

Wenn man wie ich schon viele Jahre Homöopathie praktiziert, kommen immer wieder neue Entdeckungen hinzu. So ist das zumindest bei mir.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch.

Ich habe die klassische Homöopathie gelernt und verfüge deswegen über ein solides Grundlagenwissen. Aber nicht immer spiegeln Lehrbücher reale Situationen aus der realen Welt wider. Das ist in jedem Beruf so, nicht nur in der Homöopathie. Es hat einige Jahre an Berufserfahrung gebraucht, bis ich den Zusammenhang zwischen Homöopathie und Gesundheit wirklich verstanden hatte.

Die schiere Anzahl von Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, hat es mir ermöglicht, Antworten zu finden, die ich sonst nicht hätte finden können.

Die klassische homöopathische Lehre fußt auf den Paragrafen in Hahnemanns Organon der Heilkunst. Aber im Leben kann nicht alles über einen Kamm geschoren werden. Wie könnte es bei so vielen Menschen auf der Welt und Tausenden von unterschiedlichen Gesundheitszuständen und Krankheiten, unter denen diese Menschen leiden können, eine einzige Regel geben, die für alle und alles gilt? Das kann einfach nicht sein!

Je mehr Erfahrung wir in der Praxis sammeln, desto häufiger lernen wir, dass es immer wieder Ausnahmen zur Regel geben wird… und neue Gedanken, die von dem, was bisher galt, abweichen. Das ist es, was ich Ihnen vermitteln möchte.

Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen. Eine meiner Klientinnen litt an einer sehr schweren Arthritis. Ihre Schmerzen waren so stark, dass sie kaum von ihrem Schlafzimmer in das Wohnzimmer gehen konnte. Sie war nicht in der Lage, ihre Spülmaschine auszuräumen oder sich sonst ausgiebig zu bewegen. Die Schmerzen waren so groß, dass sie den größten Teil des Tages schlafend verbrachte, weil ihr Körper nichts anderes mehr tun konnte.

Ich habe ihr Rhus tox 1M empfohlen, einmal täglich einzunehmen.

Jetzt hatte diese Klientin eine Freundin, die gerade eine Ausbildung in klassischer Homöopathie machte und ihr davon abriet: „Mein Gott, NEIN! Du kannst unmöglich jeden Tag eine Dosis Rhus tox 1M einnehmen. Du wirst das Mittel prüfen!“

Und genau das hätte ich als junge Homöopathin auch gedacht.

Aber nach ein paar Jahren Praxiserfahrung kamen bei mir ganz neue Erkenntnisse. Ich erkannte, dass Krankheiten und körperliche Beschwerden zwar anfangs sehr gut auf eine homöopathische Arzneimittelgabe ansprechen, aber meist wiederkommen, wenn die Arznei nach einer Woche oder so wieder abgesetzt wird.

Dann nehmen Klienten sie wieder zwei Wochen lang ein und setzen sie anschließend wieder ab. Das geht dann eine Zeit lang so weiter, ich selbst habe es bei vielen meiner Klienten beobachten können. Irgendwann kam ich ins Grübeln und hinterfragte die Methode: „Joette, was tust du da eigentlich? Deinen Klienten geht es zwischen den Arzneimittelgaben immer wieder schlecht, nur weil dir der Mut fehlt, die Mittel über einen längeren Zeitraum täglich zu geben?“

Es war mein Problem, nicht das der homöopathischen Mittel. Es war MEIN FEHLER!!

Und so kam ich von einer traditionellen Faustregel ab, die nicht immer und überall zutreffen muss.

Mit den Jahren habe ich gelernt, dass meine Klienten sich fast immer selbst von ihren Arzneimitteln ‚entwöhnen‘. Entweder weil es ihnen besser geht und sie selbst entscheiden, das Mittel abzusetzen oder weil sie ganz einfach irgendwann einmal vergessen, das Mittel weiter einzunehmen. Oder die Apotheke hatte zu und danach wurde nicht mehr daran gedacht. Es gibt vielerlei Gründe, warum Klienten ihre Arzneien nicht mehr nehmen.

Mittlerweile habe ich genug ‚homöopathisches‘ Selbstbewusstsein zu akzeptieren, dass es in Bezug auf die Arzneimittelgabe keine allgemeingültigen Regeln geben kann.

Sobald die Beschwerden zurückkehren, wissen wir, dass die Heilung noch nicht vollständig ist. Bleiben die Beschwerden dauerhaft weg, sagt es uns, dass wir einen großen Schritt vorangekommen sind.

So ist es mir mit vielen anderen Regeln ergangen. Viel hat sich geändert, seit ich mit der reinen, klassisch homöopathischen Lehre begann. In den vielen Jahren als Homöopathin habe ich viel beobachtet und viel dazu gelernt. Ich weiß jetzt, dass man als Homöopathin nie auslernt.

Nehmen wir zum Beispiel die Banerji-Protokolle. Es gibt unzählige davon, aber ein Beispiel möchte ich Ihnen vorstellen. Die Banerjis haben diese Entdeckung in ihrer Klinik in Indien gemacht, in der sie seit Jahrzehnten mehr als 1200 Patienten täglich behandeln. Ich habe ein wenig mit mir gerungen, ob ich diese Geschichte mit Ihnen teilen soll, aber sie ist einfach faszinierend und steht in keinem Lehrbuch!

Es geht um eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) in der Schulter. Viele Gelenke haben zur Polsterung des Gelenks einen Schleimbeutel, in dem sich Gelenkschmiere sammelt. Dieser Schleimbeutel kann sich durch Verletzung oder Überbelastung entzünden und heftige Schmerzen auslösen. Eine Bursitis tritt neben den Schultern meist in den Knien, den Ellenbeugen und in den Hüften auf.

Das erste Mittel, an das wir bei einer Bursitis (und fast immer bei Schmerzen in der Schulter) denken ist Symphytum C200, zweimal täglich einzunehmen, bis sich die Schmerzen gebessert haben.

Durch Zufall – so etwas kann nur in einem sehr erfolgreichen und robusten Praxisalltag passieren – entdeckten die Banerjis, dass eine andere Arznei bei LINKSSEITIGEN Schulterschmerzen tatsächlich noch besser hilft! Diese Erkenntnis kam durch einen Patienten, der unter Syphilis und Bursitis in der linken Schulter litt. Aufgrund der Syphilis verordnete Dr. Prasanta Banerji das Mittel Syphilinum.

Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Ich denke schon, denn nach der Einnahme von Syphilinum verschwanden die Schulterschmerzen. Dem nächsten Patienten mit linksseitigen Schulterschmerzen wurde auch erfolgreich Syphilinum verordnet, dann dem nächsten und dem übernächsten auch …..

Das Resultat war ein neues Banerji-Protokoll für die Behandlung von linksseitigen Schulterschmerzen. (Im Übrigen trifft dieses Protokoll nur auf Schulterschmerzen zu, nicht auf Schmerzen im Knie oder den Ellenbogen. Nur die Schultern. Deswegen ist diese Entdeckung ja so faszinierend!)

Hier bei uns verordnen wir in der Regel immer noch zuerst Symphytum C200, auch, weil es überall erhältlich ist. Aber wenn das nicht funktioniert, wissen Sie jetzt, welche Alternativen es gibt. Die Geschichte des Banerji-Protokolls werden Sie jedenfalls nicht vergessen.

Man lernt immer dazu. Lernen Sie, soviel Sie können! Verschlingen Sie Bücher und saugen Sie die Texte förmlich in sich hinein! Aber vergessen Sie nie, dass wir nur durch Übung zum Meister werden können und die praktische Erfahrung uns viele Erkenntnisse schenkt. Ohne diese Erfahrung machen wir immer wieder die gleichen FEHLER. Die historischen Entdeckungen sind unsere Grundlage, auf denen wir heute aufbauen und uns immer weiterentwickeln. Hören Sie also nie auf zu lernen!

Und sagen Sie es natürlich weiter! Es lohnt sich!

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Quelle: https://joettecalabrese.com/blog/my-bad/

Foto: Shutterstock_695708512, Copyright: Seasontime

Mein Fehler!

Neue Wege in der Homöopathie

von Joette Calabrese

 

 

Wenn man wie ich schon viele Jahre Homöopathie praktiziert, kommen immer wieder neue Entdeckungen hinzu. So ist das zumindest bei mir.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch.

Ich habe die klassische Homöopathie gelernt und verfüge deswegen über ein solides Grundlagenwissen. Aber nicht immer spiegeln Lehrbücher reale Situationen aus der realen Welt wider. Das ist in jedem Beruf so, nicht nur in der Homöopathie. Es hat einige Jahre an Berufserfahrung gebraucht, bis ich den Zusammenhang zwischen Homöopathie und Gesundheit wirklich verstanden hatte.

Die schiere Anzahl von Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, hat es mir ermöglicht, Antworten zu finden, die ich sonst nicht hätte finden können.

Die klassische homöopathische Lehre fußt auf den Paragrafen in Hahnemanns Organon der Heilkunst. Aber im Leben kann nicht alles über einen Kamm geschoren werden. Wie könnte es bei so vielen Menschen auf der Welt und Tausenden von unterschiedlichen Gesundheitszuständen und Krankheiten, unter denen diese Menschen leiden können, eine einzige Regel geben, die für alle und alles gilt? Das kann einfach nicht sein!

Je mehr Erfahrung wir in der Praxis sammeln, desto häufiger lernen wir, dass es immer wieder Ausnahmen zur Regel geben wird… und neue Gedanken, die von dem, was bisher galt, abweichen. Das ist es, was ich Ihnen vermitteln möchte.

Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen. Eine meiner Klientinnen litt an einer sehr schweren Arthritis. Ihre Schmerzen waren so stark, dass sie kaum von ihrem Schlafzimmer in das Wohnzimmer gehen konnte. Sie war nicht in der Lage, ihre Spülmaschine auszuräumen oder sich sonst ausgiebig zu bewegen. Die Schmerzen waren so groß, dass sie den größten Teil des Tages schlafend verbrachte, weil ihr Körper nichts anderes mehr tun konnte.

Ich habe ihr Rhus tox 1M empfohlen, einmal täglich einzunehmen.

Jetzt hatte diese Klientin eine Freundin, die gerade eine Ausbildung in klassischer Homöopathie machte und ihr davon abriet: „Mein Gott, NEIN! Du kannst unmöglich jeden Tag eine Dosis Rhus tox 1M einnehmen. Du wirst das Mittel prüfen!“

Und genau das hätte ich als junge Homöopathin auch gedacht.

Aber nach ein paar Jahren Praxiserfahrung kamen bei mir ganz neue Erkenntnisse. Ich erkannte, dass Krankheiten und körperliche Beschwerden zwar anfangs sehr gut auf eine homöopathische Arzneimittelgabe ansprechen, aber meist wiederkommen, wenn die Arznei nach einer Woche oder so wieder abgesetzt wird.

Dann nehmen Klienten sie wieder zwei Wochen lang ein und setzen sie anschließend wieder ab. Das geht dann eine Zeit lang so weiter, ich selbst habe es bei vielen meiner Klienten beobachten können. Irgendwann kam ich ins Grübeln und hinterfragte die Methode: „Joette, was tust du da eigentlich? Deinen Klienten geht es zwischen den Arzneimittelgaben immer wieder schlecht, nur weil dir der Mut fehlt, die Mittel über einen längeren Zeitraum täglich zu geben?“

Es war mein Problem, nicht das der homöopathischen Mittel. Es war MEIN FEHLER!!

Und so kam ich von einer traditionellen Faustregel ab, die nicht immer und überall zutreffen muss.

Mit den Jahren habe ich gelernt, dass meine Klienten sich fast immer selbst von ihren Arzneimitteln ‚entwöhnen‘. Entweder weil es ihnen besser geht und sie selbst entscheiden, das Mittel abzusetzen oder weil sie ganz einfach irgendwann einmal vergessen, das Mittel weiter einzunehmen. Oder die Apotheke hatte zu und danach wurde nicht mehr daran gedacht. Es gibt vielerlei Gründe, warum Klienten ihre Arzneien nicht mehr nehmen.

Mittlerweile habe ich genug ‚homöopathisches‘ Selbstbewusstsein zu akzeptieren, dass es in Bezug auf die Arzneimittelgabe keine allgemeingültigen Regeln geben kann.

Sobald die Beschwerden zurückkehren, wissen wir, dass die Heilung noch nicht vollständig ist. Bleiben die Beschwerden dauerhaft weg, sagt es uns, dass wir einen großen Schritt vorangekommen sind.

So ist es mir mit vielen anderen Regeln ergangen. Viel hat sich geändert, seit ich mit der reinen, klassisch homöopathischen Lehre begann. In den vielen Jahren als Homöopathin habe ich viel beobachtet und viel dazu gelernt. Ich weiß jetzt, dass man als Homöopathin nie auslernt.

Nehmen wir zum Beispiel die Banerji-Protokolle. Es gibt unzählige davon, aber ein Beispiel möchte ich Ihnen vorstellen. Die Banerjis haben diese Entdeckung in ihrer Klinik in Indien gemacht, in der sie seit Jahrzehnten mehr als 1200 Patienten täglich behandeln. Ich habe ein wenig mit mir gerungen, ob ich diese Geschichte mit Ihnen teilen soll, aber sie ist einfach faszinierend und steht in keinem Lehrbuch!

Es geht um eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) in der Schulter. Viele Gelenke haben zur Polsterung des Gelenks einen Schleimbeutel, in dem sich Gelenkschmiere sammelt. Dieser Schleimbeutel kann sich durch Verletzung oder Überbelastung entzünden und heftige Schmerzen auslösen. Eine Bursitis tritt neben den Schultern meist in den Knien, den Ellenbeugen und in den Hüften auf.

Das erste Mittel, an das wir bei einer Bursitis (und fast immer bei Schmerzen in der Schulter) denken ist Symphytum C200, zweimal täglich einzunehmen, bis sich die Schmerzen gebessert haben.

Durch Zufall – so etwas kann nur in einem sehr erfolgreichen und robusten Praxisalltag passieren – entdeckten die Banerjis, dass eine andere Arznei bei LINKSSEITIGEN Schulterschmerzen tatsächlich noch besser hilft! Diese Erkenntnis kam durch einen Patienten, der unter Syphilis und Bursitis in der linken Schulter litt. Aufgrund der Syphilis verordnete Dr. Prasanta Banerji das Mittel Syphilinum.

Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Ich denke schon, denn nach der Einnahme von Syphilinum verschwanden die Schulterschmerzen. Dem nächsten Patienten mit linksseitigen Schulterschmerzen wurde auch erfolgreich Syphilinum verordnet, dann dem nächsten und dem übernächsten auch …..

Das Resultat war ein neues Banerji-Protokoll für die Behandlung von linksseitigen Schulterschmerzen. (Im Übrigen trifft dieses Protokoll nur auf Schulterschmerzen zu, nicht auf Schmerzen im Knie oder den Ellenbogen. Nur die Schultern. Deswegen ist diese Entdeckung ja so faszinierend!)

Hier bei uns verordnen wir in der Regel immer noch zuerst Symphytum C200, auch, weil es überall erhältlich ist. Aber wenn das nicht funktioniert, wissen Sie jetzt, welche Alternativen es gibt. Die Geschichte des Banerji-Protokolls werden Sie jedenfalls nicht vergessen.

Man lernt immer dazu. Lernen Sie, soviel Sie können! Verschlingen Sie Bücher und saugen Sie die Texte förmlich in sich hinein! Aber vergessen Sie nie, dass wir nur durch Übung zum Meister werden können und die praktische Erfahrung uns viele Erkenntnisse schenkt. Ohne diese Erfahrung machen wir immer wieder die gleichen FEHLER. Die historischen Entdeckungen sind unsere Grundlage, auf denen wir heute aufbauen und uns immer weiterentwickeln. Hören Sie also nie auf zu lernen!

Und sagen Sie es natürlich weiter! Es lohnt sich!

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Quelle: https://joettecalabrese.com/blog/my-bad/

Foto: Shutterstock_695708512, Copyright: Seasontime




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