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Mein ganzer Körper kribbelt, es ist ein ständiges Gebrumme: ein Schistocerca americana-Fall

von Jonathan Hardy

 

32 jährige Frau. Elegant, gepflegte Erscheinung.

Patientin (P): „Ich komme wegen zwei Beschwerden: Ich habe diesen Ausschlag; er ist auf meinen Armen und Händen, auf den Fußsohlen und auf dem Rücken. Mein Hausarzt sagte, es sei Dermatitis und gab mir Kortisonsalbe, aber ich leide immer noch unter Juckreiz. Der Ausschlag könnte mit Stress zusammenhängen. Ich könnte damit leben, doch der Juckreiz ist unerträglich.
Außerdem habe ich Anfälle von schwerer Schlaflosigkeit. Ich lindere sie ein wenig, indem ich Zopiclone nehme, aber das macht süchtig, und das ist nicht gerade das, was ich will.
Es ist teuflisch, wenn der Juckreiz mich im Griff hat. Ich kann dann kaum noch funktionieren. Ich bekomme Angst, Herzklopfen, mir wird heiß und kalt, meine Nerven liegen blank, und ich bin in keinem guten seelischen Zustand. Mir ist dann meistens kalt und ich friere. Der Ausschlag ist rotfleckig, mit winzig kleinen Blasen. Es sieht aus wie kleine Blutfleckchen unter meiner Haut, die bis an die Oberfläche kommen und streuen. Ich habe das Gefühl, dass meine Haut kribbelt. Die Haut kribbelt, und es fühlt sich an, als ob kleine Geschöpfe, wie Ameisen, mir am ganzen Körper herumkrabbeln. Es geht mir durch Mark und Bein (Geste: Arme über dem Bauch gekreuzt). Es fühlt sich an, als ob ich den Verstand verlieren müsste, wenn das so weiter geht, und ich es nicht in den Griff bekomme.“

Jonathan Hardy (JH): Sagen Sie ein bisschen mehr darüber, was es bedeuten würde, den Verstand zu verlieren.

P: „Extreme Angst, das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, nicht geerdet zu sein. Verzweifelt sein, aus dem Gleichgewicht gekommen sein, verunsichert, in nicht funktionsfähigem Zustand. Man kann nicht mehr funktionieren, man verliert die Kontrolle. Ich habe dieses Gefühl von extremer Angst und mich-ausgeschaltet-Fühlen in den letzten Jahren teilweise schon erlebt.
Meine finanzielle Situation hat sich dramatisch verändert. Ein ständiger Wechsel. Das ist eine große Veränderung für mich. Ich habe Angst, dass ich nicht in der Lage bin, mich selbst emotional zu stützen und finanziell zu erhalten.
Mein vegetatives Nervensystem ist ständig in Alarmbereitschaft, und es kribbelt überall. Egal, was ich tue, ich kann es nicht abschalten – obwohl ich gerade über eine Stunde lang darüber meditiert  habe...
Alles in mir summt und brummt, als ginge ständig eine Art elektrischer Stromschlag durch mich hindurch - eine brummende Schwachstrom-Energie. Ich kann das Summen fast hören. Mein ganzer Körper kribbelt. Es ist ein ständiges leises Summen; wenn es ein Geräusch wäre, würde es ‚zzzzzzzzzz‘ machen, als ob Schockwellen durch meinen Brustkorb gesendet würden.
Ich habe dadurch eine Schlafstörung entwickelt. Ich kann einfach nicht abschalten.“

JH: Bitte beschreiben Sie Ihre Art und Ihre Persönlichkeit.

P: "Ich bin sehr einfühlsam, ich kann mich in andere Menschen einfühlen und ihre Schmerzen verstehen. (Handbewegung einer Zange mit Daumen und Zeigefinger). Ich bin introvertiert, ich kann mich ein paar Tage lang völlig zurückziehen, aber im Allgemeinen mag ich Gesellschaft und andere Menschen. Ich bin eigensinnig: wenn ich etwas tun will, konzentriere ich mich darauf und lasse nicht nach. Ich bin feurig – das hat nichts mit Wut zu tun - sondern feurig in dem Sinne, dass mich etwas anfeuert, das ich verfolge und niemals aufgebe. Ich will alles richtig machen, ich fühle mich getrieben und arbeite zu hart. Ich lebe in einem schweren Belastungszustand und denke ständig darüber nach, was ich als nächstes tun will. Mein Verstand kommt nie zur Ruhe. Ich bin ehrgeizig und möchte mir einen Namen machen, mich profilieren.
Ich lerne gern etwas Neues. (Handbewegung: Zange). Ich habe immer das Gefühl, dass ich noch mehr lernen muss, damit ich weiter komme (Körpergeste: Vorwärtsbewegung). Ich möchte mehr lernen, damit ich besser bin als die anderen Anwälte in meiner Umgebung, so dass ich einen Vorteil habe (Handbewegung: Zange). Ich habe das immer so gemacht. Ich arbeite in einem sehr wettbewerbsorientierten Umfeld. Ich muss sicherstellen, dass ich eine Spitzenkraft bin - aber nicht im Sinn, dass ich jemand anderes hinausdrängen möchte. Mir geht es darum, sehr sorgfältig zu arbeiten, mit dem besten Handwerkszeug die bestmögliche Arbeit zu tun, so dass ich mir einen Namen machen kann. Das funktioniert nicht, wenn ich mich auf meinen Lorbeeren ausruhe, sondern nur, wenn ich immer über alles auf dem Laufenden bin, was in meinem Umfeld geschieht. Es ist eine Welt, die in ständiger Veränderung begriffen ist (Handbewegung). Meine Arbeit begeistert mich. Ich finde sie total faszinierend.
Ich arbeite weit mehr als meine Kollegen (Kratzen - Jucken). Ich muss vorwärtskommen. Alles verändert sich, und ich muss noch besser werden in dem, was ich tue.“

JH: Haben Sie Träume?

P: „Ich bin in einem Haus. Wenn man durch die Tür geht, wird der ganze Körper beeinflusst. Es ist ein Ort, wo es dunkle Geister gibt, und sie nähern sich mir. Diesen Traum hatte ich früher als Kind - stachlige Monster schleifen mich weg - oder mein Körper wird durch eine Kraft, die viel stärker ist als ich, in die Wand hineingezogen; es ist ein Außerirdischer, ein Monster mit großen Stacheln am ganzen Körper.
Das andere Problem ist, dass ich einen sehr scharfen Geruchssinn habe.“

JH: Bitte erzählen Sie mir etwas über Ihre Kindheit.

P: „Ich bin eins von drei Kindern. Wir hatten ein stabiles Umfeld, das aber sehr repressiv war. Wir lebten nicht gerade in Angst, aber es war keine entspannte Umgebung. Es gab massenhaft Lebensmittelunverträglichkeiten und Essstörungen in meiner Familie. Meine jüngste Schwester war schwer magersüchtig; ihr Gewicht sank auf 25 kg. Meine Mutter hatte eine Essstörung; sie aß so gut wie nichts. Es gab nichts zu essen und wir waren immer hungrig. Meine Mutter hasste Kochen, sie hatte nie genug zu essen für uns da. Wenn man sagte, dass man Hunger hatte, war sie fies zu einem. Wir hatten immer Hunger.
Ich hatte jahrelang immer wieder extreme Angstzustände.

JH: Können Sie diese Angst näher beschreiben?

P: (Zangenartige Handbewegung) „Es ist ein Gefühl von Verkrampfung und Angst, oder ich mache mir Sorgen, dass etwas Schlimmes passieren wird. Es ist verbunden mit Alleinsein und Verlassenheit, das Gefühl, völlig allein zu sein; niemand ist da, es gibt keine Freunde, keine Familie. Es ist sehr steril. Es ist ein düsterer, toter Ort. Es ist absolut niemand da. Das ist sehr extrem.“

JH: Sagen Sie mehr über diesen toten Platz.

P: „Es geht ums reine Überleben. Angst, weil da niemand ist. Ich habe Angst, allein zu sein, und es ist niemand da. Das Gefühl ist desolat. Es fühlt sich an, als ob ich in einer dunklen Wüste wäre, die sich meilenweit hinzieht, unendlich, einsam, verlassen. Mir wurde die Unerbittlichkeit bewusst, es geht nie zu Ende. Ich überlebte nur, weil ich so gesellig war, und mich besser fühlte, wenn wir meine Cousins und Freunde trafen.“

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Fallanalyse

Tierreich-Themen

Mich profilieren
Konkurrenz
Erfolg haben
Einen Vorsprung haben, im Vorteil sein
Niemanden hinausdrängen
Ein wettbewerbsorientiertes Umfeld „Ich tue viel mehr als meine Kollegen.“
Mir einen Namen machen
Sie zeigt ganz klar Themen aus dem Tierreich mit Konkurrenzverhalten.

 
Insekten-Themen
Veränderung
Ständiger Wechsel, Übergang
Angst vor Armut
Fühlt sich getrieben
Will mehr lernen
Nicht aufgeben
Weit mehr tun
Kontinuierliche Verbesserung
Immer besser werden in dem, was ich tue
Faszinierend
Kleidung: stilvoll, eigenartig
Spricht kühl und strukturiert
Juckreiz
Kribbelndes Gefühl „wie Ameisen auf mir“
Außerirdische
Handgesten: die zangenartige Handgeste mit Finger und Daumen ist charakteristisch für ein Insektenmittel.
Die Hauptthemen in Insekten-Fällen sind: verändern, verbessern, und immer weiter arbeiten.
Wüsten-Themen
Einsam, traurig
Düster
Steril
Öde, Wüste
Spezielle Rubriken und Themen
Abneigung gegen Alleinsein
Es ist niemand da
Verlangen nach Gesellschaft
Gesellig
Hungrig; Hunger, nicht genug zu essen
Verzweifelt, unsicher
Verrückt, psychotisch, aus dem Gleichgewicht geraten
Angst, die Kontrolle zu verlieren
Summen, elektrische Sensationen
Mittel: Schistocerca americana

Themen aus den beiden Mittelprüfungen
- Schistocerca Americana - Prüfung der Wüsten-Heuschrecke von Todd Rowe
Wüstenheuschrecken entwickeln größere Gehirne, wenn sie ausschwärmen. Die Lebenssituation – allein  oder gesellig (im Schwarm) - hat -  nach einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Cambridge -einen dramatischen Einfluss auf ihr Gehirn. Gehirne von schwärmenden Heuschrecken sind um 30% größer, und in den Regionen die dem Lernen und der Verarbeitung komplexer Informationen zugeordnet sind, höher entwickelt. Bei einzeln lebenden Heuschrecken sind die Gehirnregionen, die dem Sehen und Riechen zugordnet sind, proportional größer.
Kern-Empfindung: Übergangsphase zwischen zwei Zuständen.
1 . Einzelgängerzustand, der ein Gefühl von Zeitlosigkeit hat.
2 . Rauschzustand, der sehr sozial ist.
Panik und Manie.
Gefühle von Destruktivität.
Weltuntergangsstimmung.
Lärmempfindlichkeit.
Hohe Töne, die in den Ohren summen, Gefühl als ob der Körper vibriert.
Gefühl von Summen und Brummen.

- Schistocerca Gregaria – Wüstenheuschrecke- Prüfung von Peter Fraser und Misha Norland

1. Gruppendynamik: Konformität , Zugehörigkeit, Isolation.
Entweder Gefühl, ein Teil der Gruppe zu sein, oder sich ganz allein fühlen: kein Zwischenzustand.
Teil der Gruppe sein wollen und sich zugehörig fühlen.
Empfinden Ablehnung sehr tief - sie halten sich dann für schreckliche Menschen und für inakzeptabel in der Gruppe.
Verdacht, dass andere in der Gruppe über ihn reden.
2. Angst, die Kontrolle zu verlieren .
3. Physischer Kontakt: starkes Bedürfnis nach körperlichem Kontakt und Kommunikation, was zu Reizbarkeit und Anspannung führen kann.
Die Heuschreckenplage hat eine enorme Zerstörungskraft. Schwärme von Milliarden von Heuschrecken können große Teile der Ernte und der Vegetation zerstören. Es ist auch das Insekt, das am häufigsten von Menschen gegessen wird. Wenn die Nahrung knapp ist, existiert es für längere Zeit als Solitär-Form, aber wenn reichlich Nahrung da ist, überleben mehr Tiere, und der wiederholte physische Kontakt zwischen den einzelnen hat eine hormonell gesteuerte Verwandlung in die Herdenform zu Folge, die sich schnell reproduziert, was zur Entwicklung von enormen Schwärmen führen kann.
Wichtiges Thema in diesem Falle: die Verbindung mit Wüsten, Hunger und Hungersnot.
Die Patientin hatte das Gefühl, in einer endlosen, zeitlosen und unendlichen Wüste zu sein. Dies rief das entsetzliche Gefühl hervor, ganz allein zu sein. In ihrer Kindheit war sie „gesellig“ gewesen, und was sie gerettet hatte, waren alle ihre „Freunde und Vettern“ gewesen. Genau das ist die Dynamik dieses Mittels: das Gefühl, allein zu sein, welches Angst und Einsamkeit hervorbringt, im Wechsel mit einem geselligen Zustand.

Weitergehende Informationen über diese hervorragenden Prüfungen finden Sie auf der Prüfungs-Website www.provings.info.
Verordnung: Schistocerca gregaria C 200, Einzelgabe
Follow-up: 3 Wochen später

P: „Der Juckreiz ist verschwunden. Ich bin sehr beeindruckt. Es ist so eine Erleichterung. Ich habe definitiv das Gefühl, dass sich meine Stimmung verbessert hat; ich habe weniger Angst. Ich schlafe besser, schon seit mehreren Nächten habe ich keine Schlaftabletten mehr genommen.“

JH: Wie ist es mit den summenden Empfindungen?

P: „Viel weniger geworden, sehr viel besser.“

Weitere Follow-ups: sie hat die Behandlung bisher über zwei Jahre fortgesetzt. Sie hat enorme Besserungen zu verzeichnen. Ihre Hautsymptome sind verschwunden. Schlaf und Energie sind viel besser. Die Angst und die Depressionen sind stark zurückgegangen. Nach 18 Monaten wechselte ich zu Schistocera americana. Ich habe den Eindruck, dass sie auf beide Formen des Heuschreckenmittels gleich gut reagiert.

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Dieser Artikel wurde auf www.interhomeopathy.org publiziert

Foto: Blau-rote Heuschrecke; Jürgen Weiland

Kategorie: Fälle

Stichwörter: Summen, kribbeln, Juckreiz, Hautkrabbeln, verzweifelt, außer Kontrolle, extrem, Hunger, Wüste, Trostlosigkeit, gesellig, Ehrgeiz, Konkurrenz, Veränderung, Schlaflosigkeit, Insekten, Ameisen, Außerirdische, Heuschrecke

Mittel: Schistocerca gregaria, Schistocera americana

Mein ganzer Körper kribbelt, es ist ein ständiges Gebrumme: ein Schistocerca americana-Fall

von Jonathan Hardy

 

32 jährige Frau. Elegant, gepflegte Erscheinung.

Patientin (P): „Ich komme wegen zwei Beschwerden: Ich habe diesen Ausschlag; er ist auf meinen Armen und Händen, auf den Fußsohlen und auf dem Rücken. Mein Hausarzt sagte, es sei Dermatitis und gab mir Kortisonsalbe, aber ich leide immer noch unter Juckreiz. Der Ausschlag könnte mit Stress zusammenhängen. Ich könnte damit leben, doch der Juckreiz ist unerträglich.
Außerdem habe ich Anfälle von schwerer Schlaflosigkeit. Ich lindere sie ein wenig, indem ich Zopiclone nehme, aber das macht süchtig, und das ist nicht gerade das, was ich will.
Es ist teuflisch, wenn der Juckreiz mich im Griff hat. Ich kann dann kaum noch funktionieren. Ich bekomme Angst, Herzklopfen, mir wird heiß und kalt, meine Nerven liegen blank, und ich bin in keinem guten seelischen Zustand. Mir ist dann meistens kalt und ich friere. Der Ausschlag ist rotfleckig, mit winzig kleinen Blasen. Es sieht aus wie kleine Blutfleckchen unter meiner Haut, die bis an die Oberfläche kommen und streuen. Ich habe das Gefühl, dass meine Haut kribbelt. Die Haut kribbelt, und es fühlt sich an, als ob kleine Geschöpfe, wie Ameisen, mir am ganzen Körper herumkrabbeln. Es geht mir durch Mark und Bein (Geste: Arme über dem Bauch gekreuzt). Es fühlt sich an, als ob ich den Verstand verlieren müsste, wenn das so weiter geht, und ich es nicht in den Griff bekomme.“

Jonathan Hardy (JH): Sagen Sie ein bisschen mehr darüber, was es bedeuten würde, den Verstand zu verlieren.

P: „Extreme Angst, das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, nicht geerdet zu sein. Verzweifelt sein, aus dem Gleichgewicht gekommen sein, verunsichert, in nicht funktionsfähigem Zustand. Man kann nicht mehr funktionieren, man verliert die Kontrolle. Ich habe dieses Gefühl von extremer Angst und mich-ausgeschaltet-Fühlen in den letzten Jahren teilweise schon erlebt.
Meine finanzielle Situation hat sich dramatisch verändert. Ein ständiger Wechsel. Das ist eine große Veränderung für mich. Ich habe Angst, dass ich nicht in der Lage bin, mich selbst emotional zu stützen und finanziell zu erhalten.
Mein vegetatives Nervensystem ist ständig in Alarmbereitschaft, und es kribbelt überall. Egal, was ich tue, ich kann es nicht abschalten – obwohl ich gerade über eine Stunde lang darüber meditiert  habe...
Alles in mir summt und brummt, als ginge ständig eine Art elektrischer Stromschlag durch mich hindurch - eine brummende Schwachstrom-Energie. Ich kann das Summen fast hören. Mein ganzer Körper kribbelt. Es ist ein ständiges leises Summen; wenn es ein Geräusch wäre, würde es ‚zzzzzzzzzz‘ machen, als ob Schockwellen durch meinen Brustkorb gesendet würden.
Ich habe dadurch eine Schlafstörung entwickelt. Ich kann einfach nicht abschalten.“

JH: Bitte beschreiben Sie Ihre Art und Ihre Persönlichkeit.

P: "Ich bin sehr einfühlsam, ich kann mich in andere Menschen einfühlen und ihre Schmerzen verstehen. (Handbewegung einer Zange mit Daumen und Zeigefinger). Ich bin introvertiert, ich kann mich ein paar Tage lang völlig zurückziehen, aber im Allgemeinen mag ich Gesellschaft und andere Menschen. Ich bin eigensinnig: wenn ich etwas tun will, konzentriere ich mich darauf und lasse nicht nach. Ich bin feurig – das hat nichts mit Wut zu tun - sondern feurig in dem Sinne, dass mich etwas anfeuert, das ich verfolge und niemals aufgebe. Ich will alles richtig machen, ich fühle mich getrieben und arbeite zu hart. Ich lebe in einem schweren Belastungszustand und denke ständig darüber nach, was ich als nächstes tun will. Mein Verstand kommt nie zur Ruhe. Ich bin ehrgeizig und möchte mir einen Namen machen, mich profilieren.
Ich lerne gern etwas Neues. (Handbewegung: Zange). Ich habe immer das Gefühl, dass ich noch mehr lernen muss, damit ich weiter komme (Körpergeste: Vorwärtsbewegung). Ich möchte mehr lernen, damit ich besser bin als die anderen Anwälte in meiner Umgebung, so dass ich einen Vorteil habe (Handbewegung: Zange). Ich habe das immer so gemacht. Ich arbeite in einem sehr wettbewerbsorientierten Umfeld. Ich muss sicherstellen, dass ich eine Spitzenkraft bin - aber nicht im Sinn, dass ich jemand anderes hinausdrängen möchte. Mir geht es darum, sehr sorgfältig zu arbeiten, mit dem besten Handwerkszeug die bestmögliche Arbeit zu tun, so dass ich mir einen Namen machen kann. Das funktioniert nicht, wenn ich mich auf meinen Lorbeeren ausruhe, sondern nur, wenn ich immer über alles auf dem Laufenden bin, was in meinem Umfeld geschieht. Es ist eine Welt, die in ständiger Veränderung begriffen ist (Handbewegung). Meine Arbeit begeistert mich. Ich finde sie total faszinierend.
Ich arbeite weit mehr als meine Kollegen (Kratzen - Jucken). Ich muss vorwärtskommen. Alles verändert sich, und ich muss noch besser werden in dem, was ich tue.“

JH: Haben Sie Träume?

P: „Ich bin in einem Haus. Wenn man durch die Tür geht, wird der ganze Körper beeinflusst. Es ist ein Ort, wo es dunkle Geister gibt, und sie nähern sich mir. Diesen Traum hatte ich früher als Kind - stachlige Monster schleifen mich weg - oder mein Körper wird durch eine Kraft, die viel stärker ist als ich, in die Wand hineingezogen; es ist ein Außerirdischer, ein Monster mit großen Stacheln am ganzen Körper.
Das andere Problem ist, dass ich einen sehr scharfen Geruchssinn habe.“

JH: Bitte erzählen Sie mir etwas über Ihre Kindheit.

P: „Ich bin eins von drei Kindern. Wir hatten ein stabiles Umfeld, das aber sehr repressiv war. Wir lebten nicht gerade in Angst, aber es war keine entspannte Umgebung. Es gab massenhaft Lebensmittelunverträglichkeiten und Essstörungen in meiner Familie. Meine jüngste Schwester war schwer magersüchtig; ihr Gewicht sank auf 25 kg. Meine Mutter hatte eine Essstörung; sie aß so gut wie nichts. Es gab nichts zu essen und wir waren immer hungrig. Meine Mutter hasste Kochen, sie hatte nie genug zu essen für uns da. Wenn man sagte, dass man Hunger hatte, war sie fies zu einem. Wir hatten immer Hunger.
Ich hatte jahrelang immer wieder extreme Angstzustände.

JH: Können Sie diese Angst näher beschreiben?

P: (Zangenartige Handbewegung) „Es ist ein Gefühl von Verkrampfung und Angst, oder ich mache mir Sorgen, dass etwas Schlimmes passieren wird. Es ist verbunden mit Alleinsein und Verlassenheit, das Gefühl, völlig allein zu sein; niemand ist da, es gibt keine Freunde, keine Familie. Es ist sehr steril. Es ist ein düsterer, toter Ort. Es ist absolut niemand da. Das ist sehr extrem.“

JH: Sagen Sie mehr über diesen toten Platz.

P: „Es geht ums reine Überleben. Angst, weil da niemand ist. Ich habe Angst, allein zu sein, und es ist niemand da. Das Gefühl ist desolat. Es fühlt sich an, als ob ich in einer dunklen Wüste wäre, die sich meilenweit hinzieht, unendlich, einsam, verlassen. Mir wurde die Unerbittlichkeit bewusst, es geht nie zu Ende. Ich überlebte nur, weil ich so gesellig war, und mich besser fühlte, wenn wir meine Cousins und Freunde trafen.“

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Fallanalyse

Tierreich-Themen

Mich profilieren
Konkurrenz
Erfolg haben
Einen Vorsprung haben, im Vorteil sein
Niemanden hinausdrängen
Ein wettbewerbsorientiertes Umfeld „Ich tue viel mehr als meine Kollegen.“
Mir einen Namen machen
Sie zeigt ganz klar Themen aus dem Tierreich mit Konkurrenzverhalten.

 
Insekten-Themen
Veränderung
Ständiger Wechsel, Übergang
Angst vor Armut
Fühlt sich getrieben
Will mehr lernen
Nicht aufgeben
Weit mehr tun
Kontinuierliche Verbesserung
Immer besser werden in dem, was ich tue
Faszinierend
Kleidung: stilvoll, eigenartig
Spricht kühl und strukturiert
Juckreiz
Kribbelndes Gefühl „wie Ameisen auf mir“
Außerirdische
Handgesten: die zangenartige Handgeste mit Finger und Daumen ist charakteristisch für ein Insektenmittel.
Die Hauptthemen in Insekten-Fällen sind: verändern, verbessern, und immer weiter arbeiten.
Wüsten-Themen
Einsam, traurig
Düster
Steril
Öde, Wüste
Spezielle Rubriken und Themen
Abneigung gegen Alleinsein
Es ist niemand da
Verlangen nach Gesellschaft
Gesellig
Hungrig; Hunger, nicht genug zu essen
Verzweifelt, unsicher
Verrückt, psychotisch, aus dem Gleichgewicht geraten
Angst, die Kontrolle zu verlieren
Summen, elektrische Sensationen
Mittel: Schistocerca americana

Themen aus den beiden Mittelprüfungen
- Schistocerca Americana - Prüfung der Wüsten-Heuschrecke von Todd Rowe
Wüstenheuschrecken entwickeln größere Gehirne, wenn sie ausschwärmen. Die Lebenssituation – allein  oder gesellig (im Schwarm) - hat -  nach einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Cambridge -einen dramatischen Einfluss auf ihr Gehirn. Gehirne von schwärmenden Heuschrecken sind um 30% größer, und in den Regionen die dem Lernen und der Verarbeitung komplexer Informationen zugeordnet sind, höher entwickelt. Bei einzeln lebenden Heuschrecken sind die Gehirnregionen, die dem Sehen und Riechen zugordnet sind, proportional größer.
Kern-Empfindung: Übergangsphase zwischen zwei Zuständen.
1 . Einzelgängerzustand, der ein Gefühl von Zeitlosigkeit hat.
2 . Rauschzustand, der sehr sozial ist.
Panik und Manie.
Gefühle von Destruktivität.
Weltuntergangsstimmung.
Lärmempfindlichkeit.
Hohe Töne, die in den Ohren summen, Gefühl als ob der Körper vibriert.
Gefühl von Summen und Brummen.

- Schistocerca Gregaria – Wüstenheuschrecke- Prüfung von Peter Fraser und Misha Norland

1. Gruppendynamik: Konformität , Zugehörigkeit, Isolation.
Entweder Gefühl, ein Teil der Gruppe zu sein, oder sich ganz allein fühlen: kein Zwischenzustand.
Teil der Gruppe sein wollen und sich zugehörig fühlen.
Empfinden Ablehnung sehr tief - sie halten sich dann für schreckliche Menschen und für inakzeptabel in der Gruppe.
Verdacht, dass andere in der Gruppe über ihn reden.
2. Angst, die Kontrolle zu verlieren .
3. Physischer Kontakt: starkes Bedürfnis nach körperlichem Kontakt und Kommunikation, was zu Reizbarkeit und Anspannung führen kann.
Die Heuschreckenplage hat eine enorme Zerstörungskraft. Schwärme von Milliarden von Heuschrecken können große Teile der Ernte und der Vegetation zerstören. Es ist auch das Insekt, das am häufigsten von Menschen gegessen wird. Wenn die Nahrung knapp ist, existiert es für längere Zeit als Solitär-Form, aber wenn reichlich Nahrung da ist, überleben mehr Tiere, und der wiederholte physische Kontakt zwischen den einzelnen hat eine hormonell gesteuerte Verwandlung in die Herdenform zu Folge, die sich schnell reproduziert, was zur Entwicklung von enormen Schwärmen führen kann.
Wichtiges Thema in diesem Falle: die Verbindung mit Wüsten, Hunger und Hungersnot.
Die Patientin hatte das Gefühl, in einer endlosen, zeitlosen und unendlichen Wüste zu sein. Dies rief das entsetzliche Gefühl hervor, ganz allein zu sein. In ihrer Kindheit war sie „gesellig“ gewesen, und was sie gerettet hatte, waren alle ihre „Freunde und Vettern“ gewesen. Genau das ist die Dynamik dieses Mittels: das Gefühl, allein zu sein, welches Angst und Einsamkeit hervorbringt, im Wechsel mit einem geselligen Zustand.

Weitergehende Informationen über diese hervorragenden Prüfungen finden Sie auf der Prüfungs-Website www.provings.info.
Verordnung: Schistocerca gregaria C 200, Einzelgabe
Follow-up: 3 Wochen später

P: „Der Juckreiz ist verschwunden. Ich bin sehr beeindruckt. Es ist so eine Erleichterung. Ich habe definitiv das Gefühl, dass sich meine Stimmung verbessert hat; ich habe weniger Angst. Ich schlafe besser, schon seit mehreren Nächten habe ich keine Schlaftabletten mehr genommen.“

JH: Wie ist es mit den summenden Empfindungen?

P: „Viel weniger geworden, sehr viel besser.“

Weitere Follow-ups: sie hat die Behandlung bisher über zwei Jahre fortgesetzt. Sie hat enorme Besserungen zu verzeichnen. Ihre Hautsymptome sind verschwunden. Schlaf und Energie sind viel besser. Die Angst und die Depressionen sind stark zurückgegangen. Nach 18 Monaten wechselte ich zu Schistocera americana. Ich habe den Eindruck, dass sie auf beide Formen des Heuschreckenmittels gleich gut reagiert.

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Dieser Artikel wurde auf www.interhomeopathy.org publiziert

Foto: Blau-rote Heuschrecke; Jürgen Weiland

Kategorie: Fälle

Stichwörter: Summen, kribbeln, Juckreiz, Hautkrabbeln, verzweifelt, außer Kontrolle, extrem, Hunger, Wüste, Trostlosigkeit, gesellig, Ehrgeiz, Konkurrenz, Veränderung, Schlaflosigkeit, Insekten, Ameisen, Außerirdische, Heuschrecke

Mittel: Schistocerca gregaria, Schistocera americana





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