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Naphtalinum bei Impetigo infectiosa

von Anne Wirtz

In diesem Fallbeispiel geht es um das 4 Jahre alte Mädchen R. Die Mutter bat um einen baldigen Termin bei mir, weil ihre Tochter wegen einer akuten Ansteckungsgefahr den Kindergarten nicht besuchen durfte. Der Hausarzt hatte der Mutter erklärt, dass es drei Wochen dauern würde bis die Infektion abgeheilt sei und das Mädchen mit Antibiotika behandelt werden müsse. Sie wollte diese aber nicht geben und kam deshalb zu mir. Ich hatte das Mädchen schon als Baby wegen schwerer Bronchitiden behandelt, damals reagierte sie gut auf Spongia. Davor hatte sie Jalapa für ihre Blähungen bekommen. Im Oktober 1999 hatte ich sie das letzte Mal gesehen.

Nun kommt sie mit einem heftigen Hautausschlag um den Mund herum und im rechten Mundwinkel. Vor Ausbruch der Krankheit hatte sie eine Erkältung gehabt und war unruhig gewesen. R. schnarcht schrecklich, hustet aber wenig und hat kaum Absonderungen aus der Nase. Während die Mutter mir die Symptome schildert, sitzt das Mädchen auf dem Schoß der Mutter und schaut mich schüchtern an, obwohl sie mich kennt und auch regelmäßig sieht, denn die Familie wohnt direkt neben meiner Praxis. Sie hat feines, blondes Haar, das in sanften Locken ein rundliches Gesicht umspielt. R. spricht nicht mit mir und antwortet nicht auf meine Fragen, hört aber aufmerksam zu während sie ihren Kopf an die Brust der Mutter lehnt.

Den Kindergarten besucht sie sehr gerne und wird im nächsten Monat in die Vorschulgruppe wechseln. In Holland gehen alle Kinder ab 4 Jahren in die Vorschule. Ihre Mutter berichtet, dass R. nun langsam, aber zögerlich groß wird und sich von Mama und Papa löst. Sie möchte erwachsen sein und erzählt oft, dass sie ein Baby im Bauch habe. Ein Nachbarsmädchen hat gerade ein Geschwisterchen bekommen und R. hätte auch gern einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester. Sie stellt neugierige Fragen über das Leben. Körperlich ist sie in letzter Zeit sehr schnell gewachsen, Pullover und Hose sind ein wenig zu kurz geworden. Sie hat einen großen Appetit und mag Kuchen mit Sahne, liebt Wurst und Hühnchen. Kürbis und Kohl mag sie nicht. Sie hat ein Verlangen nach Obst, mag aber keine Orangen, Mandarinen, Zitronen etc. Nachts nässt sie ab und zu noch ein; ihr Stuhl ist weich, stinkt und geht mit viel Wind ab.

Sie beginnt, ihre Eltern herauszufordern und sich mit ihren Freunden zu streiten. Sie hat ein großes Vokabular und reagiert sehr sensibel auf das Ambiente um sie herum. Wenn sie beobachtet, dass jemand ungerecht behandelt wird, erzählt sie es sofort. Chaotische Situationen lassen sie unruhig und unstrukturiert werden. Dann bedarf es viel Zeit und Fürsorge, um sie wieder zu sich zu bringen. Zu Hause kann sie ohne bestimmte Rituale nicht einschlafen. Sie mag lebhafte Situationen, aber zu viel Trubel bringt sie aus der Fassung und sie kann damit nicht umgehen. R. ist verspielt, gibt im Spiel gern die Anführerin und ist freundlich gegenüber anderen Kindern. Zu Hause kann sie sehr aufbrausend sein. Sie benötig immer etwas Zeit, sich Veränderungen anzupassen.

Analyse:

Während der Anamnese sah ich unter folgender Rubrik nach: ‚Hautausschläge, Mundwinkel‘, dabei blieb mein Blick an dem Mittel NAPHTIN hängen. Ich erinnerte mich an ein Fallbeispiel, das vor vielen Jahren von Tunde Barwulf vorgestellt wurde. Sie stellte uns die Essenz von Naphtalinum anhand eines Patienten mit Bronchitis vor. Er war aus dem Mittleren Osten immigriert, hatte sich im Exil ein großes Vermögen erarbeitet und fühlte sich dennoch entwurzelt. Er hatte sehr gut auf Naphtalinum reagiert.

Das Periodensystem der Elemente zeigt, dass diese Substanz aus Wasserstoff- und Kohlenstoffverbindungen besteht. Beide Elemente stehen in Reihe 2 des Periodensystems, also der Kohlenstoffserie mit den Themen:

  • Verlust der Wurzeln/ der Identität
  • Hat das Gefühl, anders zu sein
  • Verlangen nach Sicherheit/ Geld; Furcht vor Armut
  • Verlangen nach Ordnung

Ich notierte diese Merkmale in meiner Materia Medica. Im Fall dieses kleinen Mädchens kam ich durch ihre persönliche Geschichte und ihrer Schwierigkeiten mit Veränderungen umzugehen auf das richtige Mittel. Selbst ein Schulwechsel führt zu einem Gefühl ‚entwurzelt‘ zu sein. Auch die Unsicherheit lässt an Naphtalinum denken.

Ich verordnete Napht. 200K.

Zwei Tage später traf ich die Mutter des Mädchens auf der Straße. Sie berichtete, dass der Hautausschlag bereits am Abend nach der Einnahme des Mittels zurückging und am nächsten Tag kaum noch zu sehen war. Sie ging sofort wieder in den Kindergarten. Seitdem sind 8 Monate vergangen und es geht ihr immer noch gut.

 

Differentialdiagnose der Repertoriumsrubriken:

Hier kommen Graphites und Petroleum – ebenfalls aus der Kohlenstoffgruppe - in Frage, aber das Mädchen hatte weder die für Petroleum typische Desorientierung noch die raue Haut und den Körperbau von Graphites.

In Bezug auf die Wasserstoff- und Kohlenstoffverbindungen der zweiten Reihe des Periodensystems gibt uns Jan Scholten in seinem Buch Homöopathie und die Elemente ein ausgezeichnetes Arzneimittelbild. Die meisten Homöopathen werden mit diesem Buch vertraut sein. In Kürze: Die Elemente in dieser Reihe (von Lithium bis Neon) stehen symbolisch für die Entwicklung des Selbst in Bezug auf die Außenwelt und die Unsicherheit, die sich im Kampf um das Selbstbewusstsein und den Selbstwert im Individuum zeigen kann. Das grundlegende Thema von Naphtalinum kann gut in die oben genannten Rubriken eingeordnet werden.

Anmerkung: Diese Kasuistik sollte eigentlich an erster Stelle der Fallbeispiele in Jan Scholtens Buch Wad Stories stehen. Ohne diese Kasuistik sind die anderen Fallbeispiele des Buches unter Umständen nicht so gut verständlich. Weitere Beispiele folgen.

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Quelle: http://www.interhomeopathy.org/think_of_naphtalinum_in_a_case_of_impetigo_infectiosa

Foto: Shutterstock_83005516, Copyright: Viktor Gladkov

 

Naphtalinum bei Impetigo infectiosa

von Anne Wirtz

In diesem Fallbeispiel geht es um das 4 Jahre alte Mädchen R. Die Mutter bat um einen baldigen Termin bei mir, weil ihre Tochter wegen einer akuten Ansteckungsgefahr den Kindergarten nicht besuchen durfte. Der Hausarzt hatte der Mutter erklärt, dass es drei Wochen dauern würde bis die Infektion abgeheilt sei und das Mädchen mit Antibiotika behandelt werden müsse. Sie wollte diese aber nicht geben und kam deshalb zu mir. Ich hatte das Mädchen schon als Baby wegen schwerer Bronchitiden behandelt, damals reagierte sie gut auf Spongia. Davor hatte sie Jalapa für ihre Blähungen bekommen. Im Oktober 1999 hatte ich sie das letzte Mal gesehen.

Nun kommt sie mit einem heftigen Hautausschlag um den Mund herum und im rechten Mundwinkel. Vor Ausbruch der Krankheit hatte sie eine Erkältung gehabt und war unruhig gewesen. R. schnarcht schrecklich, hustet aber wenig und hat kaum Absonderungen aus der Nase. Während die Mutter mir die Symptome schildert, sitzt das Mädchen auf dem Schoß der Mutter und schaut mich schüchtern an, obwohl sie mich kennt und auch regelmäßig sieht, denn die Familie wohnt direkt neben meiner Praxis. Sie hat feines, blondes Haar, das in sanften Locken ein rundliches Gesicht umspielt. R. spricht nicht mit mir und antwortet nicht auf meine Fragen, hört aber aufmerksam zu während sie ihren Kopf an die Brust der Mutter lehnt.

Den Kindergarten besucht sie sehr gerne und wird im nächsten Monat in die Vorschulgruppe wechseln. In Holland gehen alle Kinder ab 4 Jahren in die Vorschule. Ihre Mutter berichtet, dass R. nun langsam, aber zögerlich groß wird und sich von Mama und Papa löst. Sie möchte erwachsen sein und erzählt oft, dass sie ein Baby im Bauch habe. Ein Nachbarsmädchen hat gerade ein Geschwisterchen bekommen und R. hätte auch gern einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester. Sie stellt neugierige Fragen über das Leben. Körperlich ist sie in letzter Zeit sehr schnell gewachsen, Pullover und Hose sind ein wenig zu kurz geworden. Sie hat einen großen Appetit und mag Kuchen mit Sahne, liebt Wurst und Hühnchen. Kürbis und Kohl mag sie nicht. Sie hat ein Verlangen nach Obst, mag aber keine Orangen, Mandarinen, Zitronen etc. Nachts nässt sie ab und zu noch ein; ihr Stuhl ist weich, stinkt und geht mit viel Wind ab.

Sie beginnt, ihre Eltern herauszufordern und sich mit ihren Freunden zu streiten. Sie hat ein großes Vokabular und reagiert sehr sensibel auf das Ambiente um sie herum. Wenn sie beobachtet, dass jemand ungerecht behandelt wird, erzählt sie es sofort. Chaotische Situationen lassen sie unruhig und unstrukturiert werden. Dann bedarf es viel Zeit und Fürsorge, um sie wieder zu sich zu bringen. Zu Hause kann sie ohne bestimmte Rituale nicht einschlafen. Sie mag lebhafte Situationen, aber zu viel Trubel bringt sie aus der Fassung und sie kann damit nicht umgehen. R. ist verspielt, gibt im Spiel gern die Anführerin und ist freundlich gegenüber anderen Kindern. Zu Hause kann sie sehr aufbrausend sein. Sie benötig immer etwas Zeit, sich Veränderungen anzupassen.

Analyse:

Während der Anamnese sah ich unter folgender Rubrik nach: ‚Hautausschläge, Mundwinkel‘, dabei blieb mein Blick an dem Mittel NAPHTIN hängen. Ich erinnerte mich an ein Fallbeispiel, das vor vielen Jahren von Tunde Barwulf vorgestellt wurde. Sie stellte uns die Essenz von Naphtalinum anhand eines Patienten mit Bronchitis vor. Er war aus dem Mittleren Osten immigriert, hatte sich im Exil ein großes Vermögen erarbeitet und fühlte sich dennoch entwurzelt. Er hatte sehr gut auf Naphtalinum reagiert.

Das Periodensystem der Elemente zeigt, dass diese Substanz aus Wasserstoff- und Kohlenstoffverbindungen besteht. Beide Elemente stehen in Reihe 2 des Periodensystems, also der Kohlenstoffserie mit den Themen:

  • Verlust der Wurzeln/ der Identität
  • Hat das Gefühl, anders zu sein
  • Verlangen nach Sicherheit/ Geld; Furcht vor Armut
  • Verlangen nach Ordnung

Ich notierte diese Merkmale in meiner Materia Medica. Im Fall dieses kleinen Mädchens kam ich durch ihre persönliche Geschichte und ihrer Schwierigkeiten mit Veränderungen umzugehen auf das richtige Mittel. Selbst ein Schulwechsel führt zu einem Gefühl ‚entwurzelt‘ zu sein. Auch die Unsicherheit lässt an Naphtalinum denken.

Ich verordnete Napht. 200K.

Zwei Tage später traf ich die Mutter des Mädchens auf der Straße. Sie berichtete, dass der Hautausschlag bereits am Abend nach der Einnahme des Mittels zurückging und am nächsten Tag kaum noch zu sehen war. Sie ging sofort wieder in den Kindergarten. Seitdem sind 8 Monate vergangen und es geht ihr immer noch gut.

 

Differentialdiagnose der Repertoriumsrubriken:

Hier kommen Graphites und Petroleum – ebenfalls aus der Kohlenstoffgruppe - in Frage, aber das Mädchen hatte weder die für Petroleum typische Desorientierung noch die raue Haut und den Körperbau von Graphites.

In Bezug auf die Wasserstoff- und Kohlenstoffverbindungen der zweiten Reihe des Periodensystems gibt uns Jan Scholten in seinem Buch Homöopathie und die Elemente ein ausgezeichnetes Arzneimittelbild. Die meisten Homöopathen werden mit diesem Buch vertraut sein. In Kürze: Die Elemente in dieser Reihe (von Lithium bis Neon) stehen symbolisch für die Entwicklung des Selbst in Bezug auf die Außenwelt und die Unsicherheit, die sich im Kampf um das Selbstbewusstsein und den Selbstwert im Individuum zeigen kann. Das grundlegende Thema von Naphtalinum kann gut in die oben genannten Rubriken eingeordnet werden.

Anmerkung: Diese Kasuistik sollte eigentlich an erster Stelle der Fallbeispiele in Jan Scholtens Buch Wad Stories stehen. Ohne diese Kasuistik sind die anderen Fallbeispiele des Buches unter Umständen nicht so gut verständlich. Weitere Beispiele folgen.

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Quelle: http://www.interhomeopathy.org/think_of_naphtalinum_in_a_case_of_impetigo_infectiosa

Foto: Shutterstock_83005516, Copyright: Viktor Gladkov

 




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