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Pflegende Angehörige: Auch sie können von homöopathischer Selbstfürsorge profitieren

von Joette Calabrese

Wir stecken sehr viel Energie in die Pflege derer, die gepflegt werden müssen. Das ist selbstverständlich und gehört zum Leben dazu.

Aber was ist mit den pflegenden Angehörigen und Pflegekräften in den stationären Einrichtungen?

Wenn wir uns mit dem Thema der homöopathischen Gesundheitsfürsorge von Familienangehörigen und anderen uns nahestehenden Menschen beschäftigen, richtet sich unsere volle Aufmerksamkeit in der Regel auf die Kranken und Pflegebedürftigen. Oft verlieren wir dann das Bewusstsein dafür, dass auch wir selbst von dem Leid der anderen betroffen sind.

Pflege fordert uns herausHomöopathie in der Geriatrie - Willibald Gawlik

Die Pflege von Angehörigen ist eine körperliche, geistige und emotionale Herausforderung. Ich habe diese Erfahrung zuerst mit meinen Kindern gemacht – um die ich mich als Mutter selbstverständlich gekümmert habe – und später auch mit meinen Eltern. Oft saß ich an der Seite meiner Mutter und beobachtete sie. Ich schaute sie aufmerksam an, um auch kleine Veränderungen in ihrem Zustand erkennen zu können oder einfach nur, um ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Manchmal las ich ihr vor, betete mit ihr oder kümmerte mich in aller Stille um ihr Wohlbefinden.

Und die ganze Zeit zog die Welt an mir vorbei.

Während ich neben meiner Mutter saß und sie beobachtete, erfuhr ich oft ein Wechselbad der Gefühle. In einem Moment war ich voller Sorge und Ängste und dann wieder hoffnungsvoll, wenn ich Anzeichen einer Besserung ihres Zustandes wahrnahm, nur um wenige Minuten später erneut in Hoffnungslosigkeit zu versinken.

Ich war hin- und hergerissen zwischen meinen widersprüchlichen Gefühlen und kam mir vor wie ein Tischtennisball, der im Zimmer umherspringt. Und es ist diese emotionale Achterbahnfahrt, die selbst von den standhaftesten Pflegerinnen und Pflegern ihren Tribut fordert.

Erschöpfung macht sich breit, aber wie immer bietet die Homöopathie auch hier einen Lösungsweg.

Cocculus als heilende Arznei

Cocculus ist eine sanfte Arznei, die Körper und Geist einen in meinen Augen „höflichen“ Impuls gibt und die innere Ausgeglichenheit wieder herstellt. Der Zustand wird in der Rubrik „Allgemeines – Schwäche – Krankenpflege und Krankenwache“ perfekt thematisiert. Manche nennen es auch „Nachtwache“ und ich liebe dieses Wort, weil es die Situation so treffend beschreibt. Alle, die andere Menschen pflegen, können sich intuitiv mit diesem Begriff identifizieren (obwohl die Beschreibung „Pflege rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag“ leider in den meisten Fällen noch zutreffender ist).

An dieser Stelle möchte ich eine Textpassage aus meiner eigenen Materia Medica zitieren:

Cocculus indicus ist ein hervorragendes Arzneimittel für Menschen, die sich schon seit Längerem müde und ausgebrannt fühlen, diese Tatsache aber selbst nicht eingestehen wollen. In vielen Fällen handelt es sich um pflegende Angehörige oder professionelle Pflegerinnen und Pfleger, die viele Stunden am Stück wach bleiben müssen und die eigenen Bedürfnisse prinzipiell hintenanstellen. Sie sind rund um die Uhr für andere da. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel für Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, Hebammen, Rettungssanitäter und Mütter.“

Ich habe sowohl Cocculus C30 als auch Cocculus C200 mit gleichbleibendem Erfolg eingesetzt. In der Regel ist es ausreichend, Cocculus (in welcher Potenz auch immer es erhältlich ist) mehrere Tage lang zweimal täglich einzunehmen, bis der Pflegende wieder zu Kräften gekommen ist. Sollte die Erschöpfung wieder einsetzen, kann das Mittel wieder ein paar Tage lang eingenommen werden, bis sich eine deutliche Besserung zeigt. Weitere Informationen zur homöopathischen Potenzierung finden Sie hier.

Selbstfürsorge ist wichtigHomöopathische Mittel und ihre Wirkungen - William Boericke

Wie heißt es auf Flugreisen so schön? „Setzen Sie bei einem Notfall bitte zuerst Ihre eigene Sauerstoffmaske auf und helfen Sie dann anderen Passagieren.“ Das ist Flugkabinen-Fachsprache und eine nette Art zu sagen, dass man niemandem mehr helfen kann, wenn man sich nicht zuerst um sich selbst kümmert. Aber diese Weisheit fliegt aus dem Fenster, sobald wir jemanden pflegen müssen. Stattdessen stürzen wir uns mit voller Kraft in die Pflege und geben alles. Die eigenen Bedürfnisse spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Auch wenn es in der Situation das einzig Richtige zu sein scheint, kann diese Selbstaufopferung nicht lange gutgehen. Schließlich sind wir alle nur Menschen.

Also: Setzen Sie Ihre Sauerstoffmaske auf und kümmern sich dann erst um andere.

Als ich meine Eltern pflegte, war Cocculus C30 oder C200 meine persönliche „Sauerstoffmaske“.

Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern, dass die Pflege einer der anspruchsvollsten Tätigkeiten ist, die Sie je übernehmen werden. Gleichzeitig ist sie eine der lohnendsten. Jetzt, wo meine Eltern nicht mehr leben, habe ich die Erschöpfung und die Entbehrungen von damals fast völlig vergessen. Sie sind in den Hintergrund getreten und haben Platz gemacht für die kostbaren Erinnerungen an die letzten gemeinsamen Monate voller Zuwendung und Nähe, in denen ich sie gepflegt habe.

Die Pflege ist ein wunderbares Geschenk, von dem wir zunächst glauben, dass wir diejenigen sind, die geben. In Wirklichkeit aber werden wir als Pflegende genauso reichlich beschenkt.

In diesem Sinne: Die Homöopathie hilft - denen, die pflegen und denen, die gepflegt werden. Sagen Sie es weiter!

Herzlichst,

Ihre

P.S. Der Einsatz von Cocculus ist nicht auf Pflegende beschränkt, die in der Sterbebegleitung arbeiten oder alte Menschen am Lebensende betreuen. Auch die Pflege kranker Kinder, Ehepartner oder gar Haustiere kann nach Cocculus verlangen. Es liegt an Ihnen, Ihr Wissen einzusetzen und das passende homöopathische Mittel für die entsprechende Situation zu finden. Ich ermutige alle Schülerinnen und Schüler der Homöopathie, in eine gute homöopathische Arzneimittellehre zu investieren. Es lohnt sich!

 


Quelle: https://joettecalabrese.com/blog/care-for-the-caregiver/


Produkte die seit der Corona Epidemie besonders gefragt sind

 

Pflegende Angehörige: Auch sie können von homöopathischer Selbstfürsorge profitieren

von Joette Calabrese

Wir stecken sehr viel Energie in die Pflege derer, die gepflegt werden müssen. Das ist selbstverständlich und gehört zum Leben dazu.

Aber was ist mit den pflegenden Angehörigen und Pflegekräften in den stationären Einrichtungen?

Wenn wir uns mit dem Thema der homöopathischen Gesundheitsfürsorge von Familienangehörigen und anderen uns nahestehenden Menschen beschäftigen, richtet sich unsere volle Aufmerksamkeit in der Regel auf die Kranken und Pflegebedürftigen. Oft verlieren wir dann das Bewusstsein dafür, dass auch wir selbst von dem Leid der anderen betroffen sind.

Pflege fordert uns herausHomöopathie in der Geriatrie - Willibald Gawlik

Die Pflege von Angehörigen ist eine körperliche, geistige und emotionale Herausforderung. Ich habe diese Erfahrung zuerst mit meinen Kindern gemacht – um die ich mich als Mutter selbstverständlich gekümmert habe – und später auch mit meinen Eltern. Oft saß ich an der Seite meiner Mutter und beobachtete sie. Ich schaute sie aufmerksam an, um auch kleine Veränderungen in ihrem Zustand erkennen zu können oder einfach nur, um ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Manchmal las ich ihr vor, betete mit ihr oder kümmerte mich in aller Stille um ihr Wohlbefinden.

Und die ganze Zeit zog die Welt an mir vorbei.

Während ich neben meiner Mutter saß und sie beobachtete, erfuhr ich oft ein Wechselbad der Gefühle. In einem Moment war ich voller Sorge und Ängste und dann wieder hoffnungsvoll, wenn ich Anzeichen einer Besserung ihres Zustandes wahrnahm, nur um wenige Minuten später erneut in Hoffnungslosigkeit zu versinken.

Ich war hin- und hergerissen zwischen meinen widersprüchlichen Gefühlen und kam mir vor wie ein Tischtennisball, der im Zimmer umherspringt. Und es ist diese emotionale Achterbahnfahrt, die selbst von den standhaftesten Pflegerinnen und Pflegern ihren Tribut fordert.

Erschöpfung macht sich breit, aber wie immer bietet die Homöopathie auch hier einen Lösungsweg.

Cocculus als heilende Arznei

Cocculus ist eine sanfte Arznei, die Körper und Geist einen in meinen Augen „höflichen“ Impuls gibt und die innere Ausgeglichenheit wieder herstellt. Der Zustand wird in der Rubrik „Allgemeines – Schwäche – Krankenpflege und Krankenwache“ perfekt thematisiert. Manche nennen es auch „Nachtwache“ und ich liebe dieses Wort, weil es die Situation so treffend beschreibt. Alle, die andere Menschen pflegen, können sich intuitiv mit diesem Begriff identifizieren (obwohl die Beschreibung „Pflege rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag“ leider in den meisten Fällen noch zutreffender ist).

An dieser Stelle möchte ich eine Textpassage aus meiner eigenen Materia Medica zitieren:

Cocculus indicus ist ein hervorragendes Arzneimittel für Menschen, die sich schon seit Längerem müde und ausgebrannt fühlen, diese Tatsache aber selbst nicht eingestehen wollen. In vielen Fällen handelt es sich um pflegende Angehörige oder professionelle Pflegerinnen und Pfleger, die viele Stunden am Stück wach bleiben müssen und die eigenen Bedürfnisse prinzipiell hintenanstellen. Sie sind rund um die Uhr für andere da. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel für Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, Hebammen, Rettungssanitäter und Mütter.“

Ich habe sowohl Cocculus C30 als auch Cocculus C200 mit gleichbleibendem Erfolg eingesetzt. In der Regel ist es ausreichend, Cocculus (in welcher Potenz auch immer es erhältlich ist) mehrere Tage lang zweimal täglich einzunehmen, bis der Pflegende wieder zu Kräften gekommen ist. Sollte die Erschöpfung wieder einsetzen, kann das Mittel wieder ein paar Tage lang eingenommen werden, bis sich eine deutliche Besserung zeigt. Weitere Informationen zur homöopathischen Potenzierung finden Sie hier.

Selbstfürsorge ist wichtigHomöopathische Mittel und ihre Wirkungen - William Boericke

Wie heißt es auf Flugreisen so schön? „Setzen Sie bei einem Notfall bitte zuerst Ihre eigene Sauerstoffmaske auf und helfen Sie dann anderen Passagieren.“ Das ist Flugkabinen-Fachsprache und eine nette Art zu sagen, dass man niemandem mehr helfen kann, wenn man sich nicht zuerst um sich selbst kümmert. Aber diese Weisheit fliegt aus dem Fenster, sobald wir jemanden pflegen müssen. Stattdessen stürzen wir uns mit voller Kraft in die Pflege und geben alles. Die eigenen Bedürfnisse spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Auch wenn es in der Situation das einzig Richtige zu sein scheint, kann diese Selbstaufopferung nicht lange gutgehen. Schließlich sind wir alle nur Menschen.

Also: Setzen Sie Ihre Sauerstoffmaske auf und kümmern sich dann erst um andere.

Als ich meine Eltern pflegte, war Cocculus C30 oder C200 meine persönliche „Sauerstoffmaske“.

Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern, dass die Pflege einer der anspruchsvollsten Tätigkeiten ist, die Sie je übernehmen werden. Gleichzeitig ist sie eine der lohnendsten. Jetzt, wo meine Eltern nicht mehr leben, habe ich die Erschöpfung und die Entbehrungen von damals fast völlig vergessen. Sie sind in den Hintergrund getreten und haben Platz gemacht für die kostbaren Erinnerungen an die letzten gemeinsamen Monate voller Zuwendung und Nähe, in denen ich sie gepflegt habe.

Die Pflege ist ein wunderbares Geschenk, von dem wir zunächst glauben, dass wir diejenigen sind, die geben. In Wirklichkeit aber werden wir als Pflegende genauso reichlich beschenkt.

In diesem Sinne: Die Homöopathie hilft - denen, die pflegen und denen, die gepflegt werden. Sagen Sie es weiter!

Herzlichst,

Ihre

P.S. Der Einsatz von Cocculus ist nicht auf Pflegende beschränkt, die in der Sterbebegleitung arbeiten oder alte Menschen am Lebensende betreuen. Auch die Pflege kranker Kinder, Ehepartner oder gar Haustiere kann nach Cocculus verlangen. Es liegt an Ihnen, Ihr Wissen einzusetzen und das passende homöopathische Mittel für die entsprechende Situation zu finden. Ich ermutige alle Schülerinnen und Schüler der Homöopathie, in eine gute homöopathische Arzneimittellehre zu investieren. Es lohnt sich!

 


Quelle: https://joettecalabrese.com/blog/care-for-the-caregiver/


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