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Long Covid – Lockdown der Lebenskraft - Spektrum Homöopathie 03/2021

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Long Covid – Lockdown der Lebenskraft - Spektrum Homöopathie 03/2021

Die neue Ausgabe von SPEKTRUM widmet sich einer großen aktuellen Problematik, die rund um den Globus noch viele Jahre für Aufmerksamkeit sorgen und zum Teil schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Millionen von Menschen haben wird: Long Covid – ein komplexes, oft schwer zu differenzierendes Krankheitsbild, in dem sich neben einer vielfältigen körperlichen Symptomatik auch psychische Beschwerden zeigen, die nach Monaten des Ausnahmezustands innere Konflikte und verdrängte Gefühle spiegeln. Den psychischen Folgen der Pandemie werden wir im Jahr 2022 eine eigene Ausgabe widmen mit dem Titel „Seuche und Psyche – das Trauma der Pandemie“.

Zum körperlichen Bild des „Lockdowns der Lebenskraft“ gehört in den meisten Fällen ein über Monate oder sogar Jahre andauernder Energieverlust, begleitet von Schmerzen, Erschöpfung und wiederkehrenden Infekten, der ein normales Leben in Alltag und Beruf unmöglich macht. Ähnlich wie beim Chronic Fatigue Syndrom stellen die individuellen Krankheitsbilder in Kombination mit den oft sehr unspezifischen Symptomen auch den homöopathischen Praktiker vor neue Herausforderungen. In unserer Leseprobe stellt die südafrikanische Homöopathin Natalya Dinat aus Johannesburg ein sehr interessantes Konzept zur differentialdiagnostischen Betrachtung des Krankheitsgeschehens vor. Sie unterscheidet klar zwischen Long Covid und Post-Covid-Syndrom, den Auswirkungen allopathischer Medikamente und Impfungen, sowie der Reaktivierung einer chronischen Erschöpfung und den Zweitinfektionen durch neue Mutationen.

Vor dem Hintergrund der Langzeitfolgen der Pandemie scheint der individuelle homöopathische Ansatz zur Höchstform aufzulaufen. Unsere internationalen Autoren schreiben über sehr vielfältige Behandlungsansätze, die dem Leitgedanken des individuellen Krankheitsbildes und der individualisierten Therapie neue Impulse verleihen. Sie beschreiben sehr persönliche Erfahrungen mit verschiedenen homöopathischen Konzepten und Arzneimitteln für mögliche Wege aus der aktuellen Situation. Dabei begegnen uns Arzneien für einen Genius epidemicus wieder, die wie Camphora und Radium bromatum bereits in der akuten Infektionskrankheit hilfreich waren und immer noch sind. Aber auch Nosoden wie Tuberculinum aviare, Bacillinum oder Influenzinum, die schon lange ihren Platz in der Behandlung postviraler Syndrome haben, sind vertreten. Die Arzneigruppe der Pilze wird seit Beginn der Pandemie immer wieder in der Diskussion um den Genius epidemicus genannt. Mit dem Reishi-Pilz (Ganoderma lucidum) und dem Samtfußkrempling (Tapinella atrotomentosa) präsentieren Anne Schadde und Olga Fatula zwei neu geprüfte Mittel, die in der Behandlung bestimmter Ausprägungen von Long Covid bereits erfolgreich eingesetzt werden konnten. Für Franz Swoboda erfüllt Acidum picrinicum alle Kriterien einer epidemischen Arznei für akute wie chronische Verläufe. Bei Letzteren muss das Mittel oft durch die Covid-19-Nosode ergänzt werden. Chetna Shukla hat eine eigene Arzneimittelprüfung dieser Nosode durchgeführt und die Arznei in Ergänzung zur individuellen Therapie bei Post-Covid-Lungenfibrosen erfolgreich eingesetzt. Ihr und ihrem indischen Kollegen Ajit Kulkarni verdanken wir Einblicke in die homöopathische Behandlung schwerer chronischer Verläufe nach Intensivbehandlung.

Susanne Diez und Wiet van Helmond erkennen in der Erkrankung selbst wie auch im Erleben und in den Reaktionen der PatientInnen Themen unserer Zeit. Wie kann es gelingen, eine gespaltene Gesellschaft wieder zu versöhnen und was kann für jeden Einzelnen im Sinne Hahnemanns „Das zu Heilende“ sein? Declan Hammond sieht in der Auseinandersetzung mit dem Virus und seinen Folgen eine evolutionäre Chance zu einer tiefgehenden Heilung und empfiehlt dazu eine Reihe von Heilthemen wie eine verantwortungsvolle Selbstannahme und -fürsorge, die bewusste Pflege von liebevollen Beziehungen und die Arbeit an unseren negativen Projektionen. Diese Ausgabe von SPEKTRUM ist ein Beitrag von HomöopathInnen aus aller Welt zu der Frage, wie wir uns ganzheitlich und nachhaltig aus der Covid-Krise und dem Lockdown der Lebenskraft befreien können.



Leseprobe
Leseprobe lesen

Susanne Diez: Mitten im Sturm
Kritische Reflexionen aus der homöopathischen Praxis


Declan Hammond: Ein Loch in der Brust
Covid-19 verlangt eine Antwort des Herzens


Wiet van Helmond: Babylonische Verwirrung
Kunzit, Boswellia und der Zeitgeist der Pandemie


Natalya Dinat: Was soll geheilt werden?
Differenzierte Behandlung postviraler Syndrome


Michael Takacs: Bewährte Arzneien
Oscillococcinum und Nosoden bei Long Covid


Chetna N. Shukla: Virus als Chance?
Covid-Nosode und Simile bei Post-Covid-Lungenfibrose


Ajit Kulkarni: Lockdown der Lebenskraft
Säuren und andere Arzneien bei verzögerter Rekonvaleszenz


Franz Swoboda, Cornelia Kumpfmüller, Reinhard Flick: Nach der Explosion
Acidum picrinicum als epidemische Arznei


Olga Fatula: Um viele Jahre gealtert
Pilzarzneien bei extremer Schwäche mit Wattegefühl


Anne Schadde: Etwas dringt in mich ein
Ganoderma lucidum räumt auf


Wyka Evelyn Feige: Alles ist befremdlich und entrückt
Camphora bei akuter Coronainfektion und bei Long Covid


Patricia Maher: Kurvenreiche Langstrecke
Boswellia, Cygnus und Tilia – Etappen von Long Covid


Seiten:

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