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Von Blutegeln vergiftet: ein Hirudo medicinalis Fall

Von Jason-Aerie Huenecke

Patientin, 18 Jahre alt; Hauptbeschwerden: Metrorrhagie (seit der Menarche), Anorexie, Depression mit Suizidneigung; Suizid, Krebs und Depressionen in der Familiengeschichte.

Beobachtung: 1,65m groß, Gewicht: 40kg, rabenschwarzes Haar, welches sie in einem Dutt hoch aufgesteckt wie ein Turm auf dem Kopf trägt.

Erstanamnese im April 2011

Patientin (P): „Ich bin extrem nervös, habe Angst und denke an Selbstmord. Ich kann nur schlafen, wenn ich völlig erschöpft bin oder Medikamente nehme (ich habe schon alles ausprobiert). Abends, wenn es Zeit ist, zu Bett zu gehen, bin ich extrem erschöpft, fühle mich aber plötzlich wieder aufgedreht, lebendig, aber gleichzeitig halb tot. Dieses Aufgedreht-sein kann ich nur schwer von den Angstzuständen unterscheiden. Ich bin schon immer ein ängstlicher Mensch gewesen. Manchmal habe ich Todesangst vor dem Einschlafen. Das Einschlafen fällt mir so schwer.“

GEMÜT – ANGST – Suizidneigung, mit

GEMÜT – HOCHGEFÜHL – nachts

GEMÜT – FURCHT – Schlaf – vor

SCHLAF – EINSCHLAFEN – schwierig

SCHLAF – SCHLAFLOSIGKEIT – Erschöpfung

„Wenn ich meine Menstruation habe, blute ich extrem stark. Das ist schon immer so, seit ich mit 9 Jahren meine Regel bekam. Vor der Mens habe ich furchtbare Albträume. Ich habe stechende Schmerzen in meinen Eierstöcken. Meine Regelblutung ist rostbraun. Bei mir wurde eine perniziöse Anämie diagnostiziert.“

WEIBLICHE GENITALIEN – MENSES – braun

WEIBLICHE GENITALIEN – METRORRHAGIE

WEIBLICHE GENITALIEN – SCHMERZEN – EIERSTÖCKE -  scharf

TRÄUME – ALPTRÄUME; ALPDRÜCKEN- Menses - vor

ALLGEMEINES – ANÄMIE – Menses – nach – agg.

„Als Kind hat mir mein Vater immer gesagt ich sei hässlich und fett. Ich nehme nur eine Mahlzeit am Tag ein. Am liebsten nehme ich nur Flüssignahrung zu mir (z.B. Smoothies). Manchmal wache ich früh morgens zwischen 3 und 4 Uhr auf und muss mich erbrechen. Ich bin magersüchtig.“

GEMÜT – ANOREXIA NERVOSA

ALLGEMEINES – SPEISEN UND GETRÄNKE – flüssige Nahrung – Verlangen

Homöopath (H): Können Sie mehr zu ‚halb tot‘ und ‚Todesangst‘ sagen?

P:“Halb tot, das ist wie ein Vampir, der dein Blut aussaugt, bis du fast kein Blut mehr in dir hast…. Als ich ungefähr vier Jahre alt war sind meine Brüder und ich in diesem See schwimmen gegangen und waren mit Blutegeln übersät. Ich hatte Todesangst. Ich bin ohnmächtig geworden. Ich erinnere mich, wie mir weiß vor den Augen wurde und dann bin ich mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Meine Oma hat uns geholfen. Sie ist das einzig Gute in meinem Leben gewesen. Sie starb ein paar Jahre später im Schlaf, als wir bei ihr zu Besuch waren….“

„Meine ganze Kindheit war traumatisch; meine Eltern stritten sich ständig, ich fürchtete mich zu Tode. Ich hatte solche Angst. Ich fühlte mich ständig unter Beobachtung und hatte das Gefühl, dass mich jemand verfolgen würde, wenn ich nicht brav sei. Ich hatte immer Angst vor dem Einschlafen, weil ich dachte, ich würde sterben und nicht mehr aufwachen, so wie in dem Kindergebet ‚Wenn ich sterbe, bevor ich aufwache…‘“

GEMÜT – WAHNIDEEN – verfolgt, er würde verfolgt

GEMÜT – WAHNIDEE – beobachtet, sie würde

GEMÜT – FURCHT – Tod; vor dem – Schlaf – Einschlafen – nach dem Einschlafen

„Ich habe wirklich Angst zu sterben; aber gleichzeitig habe ich Angst vor dem Leben. Meine Oma war mein Leben… Es ist merkwürdig, aber die schlimmste Erfahrung in meinem Leben – der Tag, an dem wir schwimmen waren – war gleichzeitig einer der besten Tage in meinem Leben. Es ist fast, als hätten diese Blutegel mich vergiftet und mich halb tot gemacht.“

H: Können Sie mir noch über diesen Tag am See erzählen?

P:“ Manchmal, wenn ich so erschöpft bin und schließlich einschlafen kann, habe ich diese schrecklichen Träume: Ich sehe mich selbst und ich bin über und über mit Blutegeln bedeckt. Und dann werde ich ohnmächtig. Im Fall verschmelzen mein Kopf und mein Körper mit dem Boden auf den ich falle, ich werde eins mit der Erde, dem Schlamm und meine Oma kommt und pflanzt einen Garten in meinem Körper. Es ist sehr bizarrer Traum.“

„Seit meine Oma gestorben ist, habe ich das Gefühl, dass es niemanden mehr gibt, der für mich da ist. Ich habe das Gefühl, dass sie die Einzige war, die mir aufgeholfen und mir den Staub aus den Kleidern geklopft hat. Alle anderen sind wie Blutegel, die sich festsaugen.“

Repertorisation mit Synthesis 2009V unter Berücksichtigung der oben genannten Rubriken.

Schlüsselthemen:

Anämie

Angst

Anorexie

Menstruationsbeschwerden

Paranoia

Schlaflosigkeit

Analyse

Die Repertorisation zeigte Mittel wie Carcinosinum, Medorrhinum, Ferrum metallicum und Lachesis mutans. Bei der Bearbeitung eines ungewöhnlichen Falles, bei dem die gewöhnlichen Polychreste indiziert zu sein scheinen, lohnt es sich, andere Ansätze in Erwägung zu ziehen. Das wiederkehrende Thema der Blutegel veranlasste mich dazu, das Offensichtliche zu erforschen (ein Ansatz, vor dem ich in meiner homöopathischen Ausbildung gewarnt wurde). Ich stieß auf die Arzneimittelprüfung von Hirudo medicinalis, dem Blutegel, veröffentlicht in Dr. Pichiah Sankarans ‚The Elements of Homeopathy‘ und auf weitere Informationen bei Clarke (Der neue Clarke) und Vermeulens ‚Synoptische Materia Medica Band 2‘.

Hirudo medicinalis deckt folgende Symptome ab: gefährliche Blutungen, Angstzustände, Gleichgültigkeit gegenüber Nahrungsmittel und Essen, Menstruationsbeschwerden bei Frauen, scharfe Schmerzen in den Eierstöcken, sowie linksseitige Beschwerden. Ich entschied mich für Hirudo nicht nur, weil der Blutegel für meine Patientin von zentraler Bedeutung war, sondern auch weil die Beschreibungen in der nicht sehr umfangreichen Literatur so gut auf diesen Fall passten.

Verschreibung: Hirudo medicinalis C200, Einzelgabe

Akute Telefonkonsultation zwei Monate später, im Juni 2011

P:“Meine Mens ist zwei Wochen zu früh gekommen und ich blute sehr, sehr stark. Es ist eine merkwürdige Mischung aus rostbraun, dunkelrot und manchmal sogar schwarz. Es ist schrecklich. Außerdem habe ich Schwindel und – ganz traurig – einen unstillbaren Appetit. Es ist, als hättet Sie mit diesem Mittel meinen Appetit angeschaltet.“

Verschreibung: Um die Verschlimmerung durch Hirudo medicinalis C200 zu reduzieren wird die Plussingmethode angewendet: ein Glas Wasser, zwei Minuten umrühren, eine Gabe = dreimal hintereinander im Abstand von 12 Stunden einen Teelöffel davon einnehmen.

Follow ups

Februar 2012: „Dieses grundlegende depressive Gefühl ist weniger geworden. Es fühlt sich an, als sei meine Trauer stärker geworden. Ich habe ein Foto meiner Oma gefunden. Ich habe das Gefühl, dass mich jemand als Kind wirklich geliebt hat (auch wenn es nur für kurze Zeit war). Man könnte sagen, dass mir das Mittel dabei geholfen hat, mich von der negativen Stimme meines Vaters in meinem Kopf zu lösen.“

„Leider muss ich berichten, dass ich nun 49kg wiege. Ich esse mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Ich versuche, bewusster mit dem Essen umzugehen, aber der Appetit ist nun einfach da. Im Großen und Ganzen habe ich weniger Angst, ich bin nicht mehr so belastet. Ich bin enttäuscht, weil ich so viel wiege, aber wenn ich ehrlich sein soll und ich sage das nicht gerne, zum ersten Mal in meinem Leben kann ich meinen Körper so annehmen, wie er ist.“

„Ich kann jetzt gut einschlafen. Ich fühle mich sehr lebendig. Meine Oma ist bei mir, in meinem Leben. Sie unterstützt mich. Ich kann ihre Liebe spüren.

Verschreibung: abwarten.

Abschließende Analyse

Die Reaktion der Patientin auf Hirudo medicinalis war erstaunlich. Sie erhielt seltene Gaben von Hirudo medicinalis C200 oder 1M, entweder direkt oder mit der Plussingmethode. Ab und zu wurde ihr bei Bedarf ein Akutmittel verschrieben. Ihre lebenslangen Ängste und Depressionen verschwanden vollständig, ebenso die Menstruationsbeschwerden und die perniziöse Anämie. Zurzeit hält sie ihr Gewicht bei 51kg. Erfreulicherweise hat sie keine Albträume mehr und kann zum ersten Mal in ihrem Leben fest schlafen. Sie träumt weiterhin oft von ihrer Oma, es sind liebevolle und Kraft gebende Träume. Vier Jahre später schließt die Patientin eine Ausbildung zur Ernährungswissenschaftlerin erfolgreich ab.

Geschichte der Blutegeltherapie

Hirudo medicinalis wurde bereits 600BC in der ayurvedischen Medizin und später im 2. Jahrhundert auch von dem großen römischen Arzt Galen medizinisch eingesetzt. Die Anwendung von Blutegeln zum Aderlass – im frühen 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Therapie in Europa und Amerika – wurde von Hahnemann in seinem Organon als barbarisch bezeichnet. Compton-Burnett setzte sich für die Verwendung einer potenzierten Tinktur (damals bekannt als ‚Sanguisuga‘) zur Stillung von Blutungen ein.

Egel leben im Wasser und gehören zu den Ringelwürmern. Aufgrund ihrer kräftigen Zähne(über 100)können sie extrem stark saugen. Der Speichel enthält eine betäubende Substanz, der die Bisswunde anästhesiert, die lokalen Blutgefäße erweitert und die Blutgerinnung verhindert. Das Opfer bemerkt den Biss meist nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Substanz in homöopathisch verdünnter Form nicht schädlich ist, sondern eine tiefe Heilung bewirken kann.

 **************************************************

Fotos: Shutterstock
Woman with stress; aastock
Leech; sydeen

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Anorexie, Depression mit Suizidneigung, Angst, Schlaflosigkeit, Krebs, Metrorrhagie, Blutegel

Arzneimittel: Hirudo medicinalis

Copyright: Interhomopathy

Von Blutegeln vergiftet: ein Hirudo medicinalis Fall

Von Jason-Aerie Huenecke

Patientin, 18 Jahre alt; Hauptbeschwerden: Metrorrhagie (seit der Menarche), Anorexie, Depression mit Suizidneigung; Suizid, Krebs und Depressionen in der Familiengeschichte.

Beobachtung: 1,65m groß, Gewicht: 40kg, rabenschwarzes Haar, welches sie in einem Dutt hoch aufgesteckt wie ein Turm auf dem Kopf trägt.

Erstanamnese im April 2011

Patientin (P): „Ich bin extrem nervös, habe Angst und denke an Selbstmord. Ich kann nur schlafen, wenn ich völlig erschöpft bin oder Medikamente nehme (ich habe schon alles ausprobiert). Abends, wenn es Zeit ist, zu Bett zu gehen, bin ich extrem erschöpft, fühle mich aber plötzlich wieder aufgedreht, lebendig, aber gleichzeitig halb tot. Dieses Aufgedreht-sein kann ich nur schwer von den Angstzuständen unterscheiden. Ich bin schon immer ein ängstlicher Mensch gewesen. Manchmal habe ich Todesangst vor dem Einschlafen. Das Einschlafen fällt mir so schwer.“

GEMÜT – ANGST – Suizidneigung, mit

GEMÜT – HOCHGEFÜHL – nachts

GEMÜT – FURCHT – Schlaf – vor

SCHLAF – EINSCHLAFEN – schwierig

SCHLAF – SCHLAFLOSIGKEIT – Erschöpfung

„Wenn ich meine Menstruation habe, blute ich extrem stark. Das ist schon immer so, seit ich mit 9 Jahren meine Regel bekam. Vor der Mens habe ich furchtbare Albträume. Ich habe stechende Schmerzen in meinen Eierstöcken. Meine Regelblutung ist rostbraun. Bei mir wurde eine perniziöse Anämie diagnostiziert.“

WEIBLICHE GENITALIEN – MENSES – braun

WEIBLICHE GENITALIEN – METRORRHAGIE

WEIBLICHE GENITALIEN – SCHMERZEN – EIERSTÖCKE -  scharf

TRÄUME – ALPTRÄUME; ALPDRÜCKEN- Menses - vor

ALLGEMEINES – ANÄMIE – Menses – nach – agg.

„Als Kind hat mir mein Vater immer gesagt ich sei hässlich und fett. Ich nehme nur eine Mahlzeit am Tag ein. Am liebsten nehme ich nur Flüssignahrung zu mir (z.B. Smoothies). Manchmal wache ich früh morgens zwischen 3 und 4 Uhr auf und muss mich erbrechen. Ich bin magersüchtig.“

GEMÜT – ANOREXIA NERVOSA

ALLGEMEINES – SPEISEN UND GETRÄNKE – flüssige Nahrung – Verlangen

Homöopath (H): Können Sie mehr zu ‚halb tot‘ und ‚Todesangst‘ sagen?

P:“Halb tot, das ist wie ein Vampir, der dein Blut aussaugt, bis du fast kein Blut mehr in dir hast…. Als ich ungefähr vier Jahre alt war sind meine Brüder und ich in diesem See schwimmen gegangen und waren mit Blutegeln übersät. Ich hatte Todesangst. Ich bin ohnmächtig geworden. Ich erinnere mich, wie mir weiß vor den Augen wurde und dann bin ich mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Meine Oma hat uns geholfen. Sie ist das einzig Gute in meinem Leben gewesen. Sie starb ein paar Jahre später im Schlaf, als wir bei ihr zu Besuch waren….“

„Meine ganze Kindheit war traumatisch; meine Eltern stritten sich ständig, ich fürchtete mich zu Tode. Ich hatte solche Angst. Ich fühlte mich ständig unter Beobachtung und hatte das Gefühl, dass mich jemand verfolgen würde, wenn ich nicht brav sei. Ich hatte immer Angst vor dem Einschlafen, weil ich dachte, ich würde sterben und nicht mehr aufwachen, so wie in dem Kindergebet ‚Wenn ich sterbe, bevor ich aufwache…‘“

GEMÜT – WAHNIDEEN – verfolgt, er würde verfolgt

GEMÜT – WAHNIDEE – beobachtet, sie würde

GEMÜT – FURCHT – Tod; vor dem – Schlaf – Einschlafen – nach dem Einschlafen

„Ich habe wirklich Angst zu sterben; aber gleichzeitig habe ich Angst vor dem Leben. Meine Oma war mein Leben… Es ist merkwürdig, aber die schlimmste Erfahrung in meinem Leben – der Tag, an dem wir schwimmen waren – war gleichzeitig einer der besten Tage in meinem Leben. Es ist fast, als hätten diese Blutegel mich vergiftet und mich halb tot gemacht.“

H: Können Sie mir noch über diesen Tag am See erzählen?

P:“ Manchmal, wenn ich so erschöpft bin und schließlich einschlafen kann, habe ich diese schrecklichen Träume: Ich sehe mich selbst und ich bin über und über mit Blutegeln bedeckt. Und dann werde ich ohnmächtig. Im Fall verschmelzen mein Kopf und mein Körper mit dem Boden auf den ich falle, ich werde eins mit der Erde, dem Schlamm und meine Oma kommt und pflanzt einen Garten in meinem Körper. Es ist sehr bizarrer Traum.“

„Seit meine Oma gestorben ist, habe ich das Gefühl, dass es niemanden mehr gibt, der für mich da ist. Ich habe das Gefühl, dass sie die Einzige war, die mir aufgeholfen und mir den Staub aus den Kleidern geklopft hat. Alle anderen sind wie Blutegel, die sich festsaugen.“

Repertorisation mit Synthesis 2009V unter Berücksichtigung der oben genannten Rubriken.

Schlüsselthemen:

Anämie

Angst

Anorexie

Menstruationsbeschwerden

Paranoia

Schlaflosigkeit

Analyse

Die Repertorisation zeigte Mittel wie Carcinosinum, Medorrhinum, Ferrum metallicum und Lachesis mutans. Bei der Bearbeitung eines ungewöhnlichen Falles, bei dem die gewöhnlichen Polychreste indiziert zu sein scheinen, lohnt es sich, andere Ansätze in Erwägung zu ziehen. Das wiederkehrende Thema der Blutegel veranlasste mich dazu, das Offensichtliche zu erforschen (ein Ansatz, vor dem ich in meiner homöopathischen Ausbildung gewarnt wurde). Ich stieß auf die Arzneimittelprüfung von Hirudo medicinalis, dem Blutegel, veröffentlicht in Dr. Pichiah Sankarans ‚The Elements of Homeopathy‘ und auf weitere Informationen bei Clarke (Der neue Clarke) und Vermeulens ‚Synoptische Materia Medica Band 2‘.

Hirudo medicinalis deckt folgende Symptome ab: gefährliche Blutungen, Angstzustände, Gleichgültigkeit gegenüber Nahrungsmittel und Essen, Menstruationsbeschwerden bei Frauen, scharfe Schmerzen in den Eierstöcken, sowie linksseitige Beschwerden. Ich entschied mich für Hirudo nicht nur, weil der Blutegel für meine Patientin von zentraler Bedeutung war, sondern auch weil die Beschreibungen in der nicht sehr umfangreichen Literatur so gut auf diesen Fall passten.

Verschreibung: Hirudo medicinalis C200, Einzelgabe

Akute Telefonkonsultation zwei Monate später, im Juni 2011

P:“Meine Mens ist zwei Wochen zu früh gekommen und ich blute sehr, sehr stark. Es ist eine merkwürdige Mischung aus rostbraun, dunkelrot und manchmal sogar schwarz. Es ist schrecklich. Außerdem habe ich Schwindel und – ganz traurig – einen unstillbaren Appetit. Es ist, als hättet Sie mit diesem Mittel meinen Appetit angeschaltet.“

Verschreibung: Um die Verschlimmerung durch Hirudo medicinalis C200 zu reduzieren wird die Plussingmethode angewendet: ein Glas Wasser, zwei Minuten umrühren, eine Gabe = dreimal hintereinander im Abstand von 12 Stunden einen Teelöffel davon einnehmen.

Follow ups

Februar 2012: „Dieses grundlegende depressive Gefühl ist weniger geworden. Es fühlt sich an, als sei meine Trauer stärker geworden. Ich habe ein Foto meiner Oma gefunden. Ich habe das Gefühl, dass mich jemand als Kind wirklich geliebt hat (auch wenn es nur für kurze Zeit war). Man könnte sagen, dass mir das Mittel dabei geholfen hat, mich von der negativen Stimme meines Vaters in meinem Kopf zu lösen.“

„Leider muss ich berichten, dass ich nun 49kg wiege. Ich esse mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Ich versuche, bewusster mit dem Essen umzugehen, aber der Appetit ist nun einfach da. Im Großen und Ganzen habe ich weniger Angst, ich bin nicht mehr so belastet. Ich bin enttäuscht, weil ich so viel wiege, aber wenn ich ehrlich sein soll und ich sage das nicht gerne, zum ersten Mal in meinem Leben kann ich meinen Körper so annehmen, wie er ist.“

„Ich kann jetzt gut einschlafen. Ich fühle mich sehr lebendig. Meine Oma ist bei mir, in meinem Leben. Sie unterstützt mich. Ich kann ihre Liebe spüren.

Verschreibung: abwarten.

Abschließende Analyse

Die Reaktion der Patientin auf Hirudo medicinalis war erstaunlich. Sie erhielt seltene Gaben von Hirudo medicinalis C200 oder 1M, entweder direkt oder mit der Plussingmethode. Ab und zu wurde ihr bei Bedarf ein Akutmittel verschrieben. Ihre lebenslangen Ängste und Depressionen verschwanden vollständig, ebenso die Menstruationsbeschwerden und die perniziöse Anämie. Zurzeit hält sie ihr Gewicht bei 51kg. Erfreulicherweise hat sie keine Albträume mehr und kann zum ersten Mal in ihrem Leben fest schlafen. Sie träumt weiterhin oft von ihrer Oma, es sind liebevolle und Kraft gebende Träume. Vier Jahre später schließt die Patientin eine Ausbildung zur Ernährungswissenschaftlerin erfolgreich ab.

Geschichte der Blutegeltherapie

Hirudo medicinalis wurde bereits 600BC in der ayurvedischen Medizin und später im 2. Jahrhundert auch von dem großen römischen Arzt Galen medizinisch eingesetzt. Die Anwendung von Blutegeln zum Aderlass – im frühen 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Therapie in Europa und Amerika – wurde von Hahnemann in seinem Organon als barbarisch bezeichnet. Compton-Burnett setzte sich für die Verwendung einer potenzierten Tinktur (damals bekannt als ‚Sanguisuga‘) zur Stillung von Blutungen ein.

Egel leben im Wasser und gehören zu den Ringelwürmern. Aufgrund ihrer kräftigen Zähne(über 100)können sie extrem stark saugen. Der Speichel enthält eine betäubende Substanz, der die Bisswunde anästhesiert, die lokalen Blutgefäße erweitert und die Blutgerinnung verhindert. Das Opfer bemerkt den Biss meist nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Substanz in homöopathisch verdünnter Form nicht schädlich ist, sondern eine tiefe Heilung bewirken kann.

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Fotos: Shutterstock
Woman with stress; aastock
Leech; sydeen

Kategorie: Fälle

Schlüsselwörter: Anorexie, Depression mit Suizidneigung, Angst, Schlaflosigkeit, Krebs, Metrorrhagie, Blutegel

Arzneimittel: Hirudo medicinalis

Copyright: Interhomopathy




Kommentare






Cloris Sciaroni

vor 3 Jahre
Eine interessante Heilung
Grossartige Beobachtung bei einem nicht einfachen Fall! Schätze solche Homöpathen sehr! weiterlesen ...
4 Personen finden das hilfreich. Finden Sie das hilfreich?
Ja
 
Nein
Janette Zill

vor 3 Jahre
Sehr interessant-.....
....ein erstaunliches Beispiel für unsere Arbeit. Sehr interesant zu lesen! weiterlesen ...
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