Abbildung 1: Das Trockene-Augen-Syndrom ist auch in Deutschland ein relativ häufiges Beschwerdebild.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten rote, trockene, brennende und schmerzende Augen – jeden Tag, den ganzen Tag, und das schon seit Jahren. Kaum vorstellbar, oder? Doch genau so erging es einer meiner Klientinnen.
Carla kämpfte jahrelang mit intensiver Augentrockenheit. Ihre Augen waren extrem trocken, und nichts konnte Linderung verschaffen – auch keine verschreibungspflichtigen Medikamente.
Verständlicherweise war sie völlig erschöpft. Während unserer ersten Beratung schickte sie mir ein Foto in der Hoffnung, dass die Homöopathie ihr vielleicht helfen könnte.
Ich dachte sofort an Argentum nitricum 200. Es ist bei vielen Augenerkrankungen angezeigt – insbesondere solchen mit Trockenheit und brennenden Beschwerden. Es hilft nicht immer, aber oft.
Es ist ein sehr spezifisches Mittel für chronische Erkrankungen dieser Art, wird jedoch in der Regel nicht als Akutmittel bei allergischen Reaktionen eingesetzt.
Carla begann, es zweimal täglich einzunehmen.
Zusätzlich verschrieb ich ihr Euphrasia officinalis 30, ein weiteres Mittel, das bei schmerzenden, brennenden und blutunterlaufenen Augen eingesetzt wird. Als ich Carla über Zoom traf, war mir sofort klar, dass Euphrasia für sie passen würde. Auch dieses Mittel nahm sie zweimal täglich ein.
Abbildung 2: Der Augentrost (Euphrasia officinalis) ist ein beliebtes homöopathisches Mittel bei Augenbeschwerden.
Auch Ferrum phosphoricum 3 ist ein gutes Mittel für die Augen – es hilft bei Augenentzündungen, wenn die Augen eher hellrot sind. Carla nahm Ferrum phosphoricum ebenfalls zweimal täglich ein.
Nach nur wenigen Monaten zeigten sich erste Verbesserungen.
Nach allem, was Carla ausprobiert hatte – von rezeptfreien bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten – wirkte nun endlich die Homöopathie! Dieser Fall zeigt, wie sich der homöopathische Ansatz von anderen Gesundheitsmethoden unterscheidet.
Ein Naturheilkundler hätte möglicherweise versucht, die Ursache für Carlas Augenprobleme zu finden und diese zu behandeln. Ein konventioneller Arzt hätte vermutlich versucht, die Symptome zu lindern, etwa durch Medikamente gegen die Rötung oder Schmerzmittel. In der Homöopathie jedoch behandeln wir nicht einfach nur die Symptome, sondern nutzen diese gezielt, um die passende homöopathische Arznei zu finden.
Natürlich möchte ich keine allgemeingültige Aussage für jede Erkrankung treffen – in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Ursache zu kennen. Doch in einem Fall wie diesem – ganz gleich, was die Ursache ist – setzen wir auf die Symptome, um die passenden Mittel auszuwählen, und wenden die entsprechenden Protokolle an.
Abbildung 3: Homöopathische Arzneien wirken sanft und nachhaltig. Sie bereichern jede Hausapotheke.
Ohne die genaue Ursache für Carlas chronisch trockene Augen zu kennen, verbesserte sich ihr Zustand innerhalb weniger Monate erheblich. Tatsächlich kam die Erkrankung vollständig zum Stillstand.
Zur Erinnerung: Bei der von mir angewandten homöopathischen Methode verwenden wir die Mittel in der Regel so lange, bis eine deutliche Verbesserung eintritt, und setzen sie dann ab, um zu beobachten, ob die Symptome zurückkehren. Möglicherweise müssen wir die Behandlung in zwei Monaten, sechs Monaten oder einem Jahr wieder aufnehmen – oder aber wir benötigen die homöopathischen Arzneien überhaupt nicht mehr. Es kommt immer auf die Symptome an.
Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Bei allergischen Erkrankungen zum Beispiel wissen wir, dass auch die homöopathischen Arzneien oft über einen längeren Zeitraum eingenommen werden sollten, da die Ursachen oft tief verwurzelt sind.
Ich lege Ihnen sehr ans Herz, sich mit der Anwendung von Symptombildern vertraut zu machen. Dann können Sie entscheiden, welche homöopathischen Mittel am besten für Sie oder Ihre Familie geeignet sind.
Die Homöopathie hilft – sagen Sie es weiter!
Herzlichst,
Ihre

Buchtipps
Erste Hilfe durch Homöopathie – Manuel Mateu i Ratera
Abbildung 1: Mynameislisenok/shutterstock.com ; Abbildung 2: Tom Meaker/shutterstock.com ; Abbildung 3: /shutterstock.com
19.03.2026