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Homöopathie bei Grippe

Link - Aktuelles zur Grippewelle Februar 2020

Link - Aktuelles zur Grippewelle Dezember 2019/ Januar 2020

Link - Aktuelle Grippewelle Februar 2018

Link - Aktuelles zur Kopfgrippe Oktober 2017

Link - Aktuelles zur Grippewelle März 2016

Link - Aktuelles zur Sommergrippe 2015

Cocculus als Mittel bei Kopfgrippe im Januar 2017

Seit Anfang Januar hat sich in der Praxis in Kandern ein Mittel recht gut bewährt: Cocculus. Vor allem bei "Kopfgrippe" mit quälendem Reizhusten spricht bei uns das Mittel in zwei Drittel der Fälle sehr gut an. Bei den besonders gut ansprechenden Patienten besteht das Gefühl, als ob der Kopf dicht sei, wie im Nebel, meist mit dem Begleitsymptom Schwindel und anfallsweiser Übelkeit. Auch Zerschlagenheit ist häufig, wobei Eupatorium nicht anspricht, auch Arnica ist nur gering wirksam. Meist ist die erste merkbare Wirkung von Cocculus ziemlich rasch ein freieres Gefühl im Kopf und ein Nachlassen des Hustens.

Weitere Mittel waren Spongia (vor allem mit heftigem, harten, schmerzhaften Husten) und auch wieder Scilla, was im letzten Winter besonders häufig wirksam war.

Die Krankheitsverläufe sind oft recht schwer, auch verschleppt, aber es gibt viel weniger Kranke als letztes Jahr. Die Grippekarte zeigt die Verteilung in Deutschland: https://influenza.rki.de/MapArchive.aspx

Ein exemplarischer Fall von Markus Kuntosch:
Frau mit schwerer Grippe, schon seit 1 Woche im Bett mit Fieber, Schmerz wie zerschlagen, Kopf dicht, wie im Nebel, mit Schwindel und quälendem Reizhusten. Eupatorium perfoliatum half nicht, Arnica besserte die Gliederschmerzen etwas, aber der Kopf wird erst nach Cocculus D12 besser. Dann Stillstand. Polaritätsanalyse (Bönninghausen-Frei): zuerst Pulsatilla, was nicht hilft; dann Cocculus C200.

Die Patientin schreibt darauf:
"Am nächsten Morgen (nach Cocculus C200) hatte ich plötzlich das seltsame Erlebnis wie aus einer Blase, einem Nebel, einem Kokkon zu schlüpfen und voila, da war ich wieder in der echten Realität. Mein Kopf war klar, meine Energie war wieder da und ich hatte wieder das Gefühl ich selbst zu sein und am Leben teilnehmen zu können. Von da an griffen auch die naturkundlichen Maßnahmen und außer dem Gefühl, sehr stark erkältet zu sein, ging es mir sehr gut. Ich hatte Elan, Kraft und war wieder voller Lebendigkeit!! Es war sehr beeindruckend. Nach und nach ließ auch der Husten nach, er ist heute fast weg. Einzig ein Gefühl, als müsse ich permanent einen Druckausgleich machen, weil die Ohren noch zu sind, und irgendwo noch Schnupfenmasse versteckt ist, ist geblieben. Das wird sich sicher auch in den nächsten Tagen  ganz auflösen und so ganz belastbar bin ich auch noch nicht, ich brauche doch noch ab und zu eine kleine Pause. Aber kein Vergleich zu meinem Zustand letzte Woche!!!
Meiner Tochter habe ich das Mittel auch gleich gegeben und sie war Samstag schon wieder wohlauf!! Super! Und auch bei meinem Sohn geht es eindeutig bergauf!"

In einem weiteren Fall zeigte sich, dass auch hier die hohen Potenzen besser wirkten, ab C30. Bei einer Mutter von 2 Kindern war der Infekt 3x rückfällig, jedes Mal half Cocculus. Zuerst kurz in D12, besser in C30 und besonders klar in C200. Von Interesse ist auch, dass ihre plötzlichen Übelkeitsanfälle, die mindestens stündlich auftraten, sofort aufhörten, obwohl Cocc in der Rubrik "plötzliche, anfallsartige Übelkeit" nicht angeführt ist. Da dieses Symptom auch bei anderen Patienten auf Cocculus ansprach, haben wir es bei uns im Repertorium notiert.

Lesen Sie hier die Kommentare

Update 26.10.2016 - Danke Bryonia

Auch ich kann bestätigen, dass Bryonia sich bei der nahenden Grippewelle als DAS Mittel bei meinen Patienten entpuppt. C200 scheint die Potenz der Wahl zu sein, schon am nächsten Tag waren bei einem Großteil fast alle Symptome verschwunden. Bei Rückfällen sollte man jedoch genau auf die Symptome achten, da hier oft das Mittel gewechselt werden muss.

Claudia Sude - Homöopathin

Update 21.10.2016 - Homöopathie bei der aktuellen Grippewelle

Die Grippewelle kam seit Anfang der Woche auch in unsere Kanderner Praxis, und der Tipp von Bryonia hat sich in 5 Fällen bereits bestätigt. Auch hier sind es teils schwere Verläufe, und das Symptom "Husten schmerzt, als ob es die Lunge zerreißt" trat auch einmal auf.

Wir haben das Mittel bisher ca. 10 Mal gegeben und warten auf weitere Rückmeldungen.
Einen Fall gab es mit einer Kopfgrippe und auffallendem Juckreiz am Gaumen, wo Spigelia rasch half.

Markus Kuntosch

 

 

Update 13.10.2016 - Homöopathie beim aktuellen Atemwegsinfekt

 

Liebes Narayana Team,

Ich möchte gerne kurz etwas weitergeben aus der Basler Umgebung: Beim aktuellen Atemwegsinfekt scheint Bryonia sehr gut zu helfen. Viele leiden unter einem trockenen, quälendem z. T. auch feucht rasselndem Husten mit Schnupfen, Kopfweh und Fieber, vor allem seit dem extremen Wetterwechsel. Die letzten beiden Wochen hatte ich grad 3 wunderbare Erfolge mit Bryonia C 200 - ein Fall war kurz vor einer Pneumonie, die anderen beiden hatten eine Bronchitis.
Der Husten war jeweils so stark, dass fast die „Lunge“ raus kam, so beschrieben es die Patienten! (3 Erwachsene).
Anouk Frech - Homöopathin

 

 

Interessante späte Rückmeldung zum Grippemittel Squilla maritima 13.05.2015

 


"ich möchte Ihnen heute meine Erfahrungen auch bei Spätfolgen der Grippe heuer mit Squilla maritima weitergeben und auch bei schon länger bestehenden und tiefgreifenderen Beschwerden. Ende März kontaktierte mich eine Patientin wegen noch lange bestehendem Husten von ihrer Grippe im Februar und ich gab ihr Squilla maritima C200. Zum Schluss der Konsultation fragte sie mich noch, ob es denn nicht auch ein homöopathisches Mittel für ihre Großmutter mit 94 Jahren gebe. Diese hätte Stuhlabgang bei jedem Husten seit der Grippe und schon seit 30 Jahren einen Anal- und Vaginalprolaps. In der Rubrik "Unwillkürlicher Stuhl beim Husten und Niesen" fand ich nur neun Mittel und eines davon. zweiwertig, war Squilla maritima. Ich gab auch für die Großmutter Squilla maritima in C200 als Einmalgabe. Nach vier Wochen war die Stuhlhäufigkeit beim Husten um 70% gesunken und nach einer zweiten Gabe Squilla C200 geht kein Stuhl mehr ab und der Anal- und Vaginalprolaps sind auch weg!!! Auch der Husten bei der Enkelin war nach Squilla maritima sofort verschwunden."

 

Sabine Rosner, Heilpraktikerin und Apothekerin

 

Drittes Update Grippewelle - 12.3.2015

Fallschilderungen

Grippewelle hat Höhepunkt überschritten
Die Häufigkeit der Grippefälle dürfte seit dieser Woche erstmals rückläufig sein. Wir sehen in der Kanderner Praxis inzwischen häufiger Folgezustände (siehe Fallschilderungen, besonders Carbo vegetabilis Fall 3 und 4) als frische Fälle. Es wurden im Verlauf eines Grippefalls oft mehrere Mittel benötigt, bis er ausheilt.
Einen Wendepunkt der Grippewelle legt auch die Statistik des RK-Instituts nahe, die seit dieser Kalenderwoche rückläufige Arztbesuche verzeichnet. Das können Sie hier nachlesen.

 Klinische Erfahrung mit Scilla maritima verfeinert das Mittelbild
Die klinische Wirkung lehrt uns ebenso viel über ein Mittel wie die Arzneimittelprüfung. Da Scilla in der jetzigen Grippewelle oft gegeben wurde, wächst auch die Erfahrung damit. Es zeichnet sich folgende Eigenart ab: Scilla spricht besonders gut an bei Arnica-ähnlichen Patienten, die hart gegen sich und andere sind; hartgesotten; geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm; krankfeiern ist das letzte; grob und hart nach außen, aber dennoch mit gewissem Feinsinn.

Fall 1
Eine schlanke, drahtige Frau ist durch ihre selbständige Tätigkeit darauf angewiesen, stets arbeitsfähig zu sein. Sie kennt die Härten des Lebens schon von Kindheit an und hat gelernt, sich manchmal auch rücksichtslos durchzusetzen. Sie gibt in nichts nach, wenn es in ihren Augen eine Schwäche ist. Das sichert ihr zwar den Erfolg, macht  sie aber auch abhängig von ihrer Gesundheit, denn "Krankheit ist Schwäche". Nun hat sie eine böse Form der Grippe erwischt. Alles tut weh, die Nase läuft, sie ist so geschwächt dass selbst sie, die nie einer Schwäche nachgibt, sich nur mit großer Mühe auf den Beinen hält. Scilla D12 alle 2 Stunden hilft ihr innerhalb eines Tages so gut, dass sie wieder voll arbeitsfähig ist.   

Fall 2
Eine Aushilfe in einem Wirtshaus ist bekannt dafür, dass sie nie krank macht und trotz Krankheit immer zur Arbeit geht. Sie ist hart gegen sich selbst. Sie geht selten zum Arzt und zum Homöopathen würde sie sowieso nicht gehen. Nun hat sie die Grippe, schwer und seit Tagen immer schlimmer, so dass sie erstmals im Bett liegt und nicht zur Arbeit kommt. Eine Bekannte sagt ihr, sie solle sich Scilla besorgen. Mittags fragt sie nach, sie hat es nicht besorgt und der Zustand ist noch schlimmer geworden. Die Bekannte fährt selbst in die Apotheke und holt das Mittel als D12, schärft ihr ein es stündlich zu nehmen. Bereits nach 3 Stunden kommt der völlig ausgebliebene Appetit wieder, die Gliederschmerzen hören auf und das Fieber geht runter. Am Abend fühlt sie sich so viel besser, dass sie am nächsten Tag wieder zur Arbeit geht. Das Mittel sei ja super, sowas hat sie noch nicht erlebt. Doch die Wirkung hält nicht an ohne Einnahme, und nach ein paar Tagen schwächt sie sich ab. Nun dominieren wieder Gliederschmerzen, Kopfweh und Halsweh. Sie erhält Eupatorium im Wechsel mit Scilla. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.  

Fall 3
Dem 60jährigen Patienten half anfangs Scilla C30 so gut, dass er nach jeder Einnahme symptomfrei war und sich wieder gesund fühlte. Das hielt eine Woche unter wiederholter Einnahme so gut, dass er dachte, die Grippe überstanden zu haben. Doch dann kehrten die Symptome nach einer Woche wieder. Bryonia D12 (rückfällig, langsamer Beginn) half ihm, doch der Husten und die Schwäche blieben, auch die Appetitlosigkeit. Erst mit Carbo vegetabilis C30 war der Schwächezustand noch am selben Tag weg. Der Patient sagte, sein Appetit sei schnell vorbei nach wenigen Bissen, der Magen fühle sich an wie ein schlecht ziehender Ofen, sobald man etwas zu viel auflegt erstickt er: ein typisches Carbo-veg Zeichen. Der Husten besteht noch leicht.

Fall 4
In einem anderen Fall von Schwächegefühl nach längerer schwerer Grippe half ebenfalls Carbo vegetabilis schon nach 30 Minuten.



Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild
Typ: In der Klemme. Hart gegen sich und andere. Geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm, krankfeiern ist das letzte. Kann skrupellos sein.

 

Zweites Update der Grippewelle mit Differenzierung der Hauptmittel - 3.3.2015

Die Mittel und ihre Indikationen, nach denen wir sie in Kandern gegeben haben, sind:

- LANGSAMER, ALLMÄHLICHER BEGINN

  Gelsemium sempervirens: Grippe beginnt langsam mit lähmender, zittriger Schwäche; die Augen tun weh, werden schwer und fallen zu; zittrig, schwindlig, unkoordiniert; Kopfweh wie von einem Band, Druck auf den Scheitel, Kopf fühlt sich schwer an; harter, krampfartiger Husten; Kältegefühl im Rücken; will nicht sprechen; durstlos; auffallende Besserung nach Wasser­lassen; < 10 Uhr.
Typ: ängstliche Silberserie, will die Angst aber überwinden und kann zu großen Taten fähig sein; verfeinerte Menschen mit Lam­penfieber, Erwar­tungsspannung; durch Schreck oder durch Prüfungsangst wie gelähmt; braucht eine starke Person, die Halt gibt.
  Bryonia alba: versetzter Verlauf, wird langsam schlimmer, hört auf, kommt wieder; durstig auf große Mengen in größeren Abständen; Kopfweh berstend; Mund und Lippen trocken; < 21 Uhr; > absolute Ruhe; Rippfellbeteiligung mit atemabhängigem Schmerz.
Typ: geschäftige Eisenserie; es geht ums Geld, um Geschäfte und viel Arbeit. Auch die Träume drehen sich um die Arbeit, Streit und Ärger im Geschäft, im Betrieb. Schrullig, widerspricht aus Prinzip. Will nur in Ruhe gelassen werden, dreht sich weg und will niemanden sehen, nicht gestört werden, sich nicht bewegen.


- PLÖTZLICHER BEGINN

   Aconitum napellus: akuter Beginn mit hohem Fieber; unerklärliche Angst, Todesangst, Panik, Herz pocht wie wild; Kopfweh pochend; Nerven liegen blank; Mund und Augen trocken, brennend; Husten bellend; schlaflos.
Typ: kindliche Ängste mit Panikattacken.


- REIZHUSTEN MIT LAUFENDER NASE

   Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild
Typ: In der Klemme, Qual der Wahl


- MAGEN-DARMSYMPTOME IM VORDERGRUND

   Arsenicum album: Beginn oder schlimmer nach Mitternacht; unruhige, rastlose Angst, wirft sich im Bett umher; Brechdurchfall oder Durchfall; Schmerzen brennend; friert, braucht Wärme, aber Hitze im Kopf, dort Kühlungsbedarf; Durst auf warme Getränke in kleinen Schlucken; schlaflos.
Typ: schlank bis mager; Angst vor Einbrechern, besonders wenn allein im Haus; misstrauisch; pedantische Genauigkeit in Details.


- ZERSCHLAGENHEITSGEFÜHL ALS HAUPTSYMPTOM

  Eupatorium perfoliatum: alles tut weh, Gliederschmerzen wie zerschlagen, selbst das Bett scheint zu hart; hohes Fieber über 39 Grad mit Schüttelfrost und Zähneklappern; Kopf­schmerz wie wund, als würde der Schädel mit einer Axt gespalten; wundes Gefühl in den Bronchien; Verlangen nach kalten Getränken.
Typ: sucht väterliche Sicherheit, die ihnen verweigert wird, möchte nach Hause; die Schmerzen können eine demonstrative Komponente haben, um Unterstützung zu bekommen.


- SELTENER, NICHT MIT TYPISCHEM GRIPPEBILD, NUR HALSWEH

  Hepar sulfuris:  verfroren, zugempfindlich; Angina mit Stimmverlust.
Typ: sehr gereizt, die Zündschnur brennt, ärgerlich, drohend.


- GRIPPENOSODE

  Oscillococcinum: Ein weiteres bekanntes Grippemittel, mit dem wir nur geringe eigene Erfahrung haben. Hier ein Auszug aus einem Beitrag von Dana Ullman:

"Oscillococcinum ist das einzige frei verkäufliche Grippemittel, dessen Wirksamkeit von mindestens VIER unabhängigen großen Arzneimittelstudien belegt wird. Oscillococcinum – wegen der umständlichen Aussprache des Namens von vielen auch kurz „Oscillo“ genannt – ist ein ausgezeichnetes Grippemittel, das seine Wirksamkeit am besten entfaltet, wenn es gleich zu Anfang einer Grippeerkrankung (48 Stunden nach Eintreten der ersten Symptome) eingenommen wird.

Die Ausgangssubstanz für dieses Mittel wird aus Herz und Leber einer Ente gewonnen. Während sich jetzt der Verdacht der Quacksalberei aufdrängt - das Wortspiel sehen Sie mir an dieser Stelle bitte nach – haben Biologen und Epidemiologen nachgewiesen, dass 80% einer Entenpopulation jeden uns bekannten Virus in ihren Verdauungsorganen tragen. Oscillo enthält also homöopathische Mengen dieser Viren und ihrer Antikörper.

Folgende Studien konnten die Wirksamkeit von Oscillococcinum nachweisen: Ferley (1989), Cassanova (1992) und Papp (1998). Jede dieser Studien war relativ groß angelegt (mit jeweils 487, 300 und 372 Patienten) und wurde als placebo-kontrollierte, doppelblinde Multi-Center-Studie durchgeführt. Darüber hinaus waren zwei der Studien randomisiert. Alle drei Studien konnten statistisch signifikante Ergebnisse aufweisen. Sogar das angesehene Cochrane Netzwerk bezeichnete die Ergebnisse als vielversprechend."

 

Update zur aktuellen Grippewelle - 26.2.2015

In der Zwischenzeit hat die Grippewelle im Südbadischen eher noch weiter zugelegt und auch ihr Bild etwas verändert. Wir hatten inzwischen weit über 100 Fälle zu behandeln und setzen Scilla immer noch ein, aber nicht mehr ausschließlich, denn die Non-responder sind häufiger geworden. Bei schweren Kopf- und Augen­schmerzen und wie gelähmt darniederliegenden Patienten hat sich Gelsemium besonders bewährt - was wir vor allem nach dem Kommentar von Andrea Österer gern und ebenso erfolgreich gegeben haben und das inzwischen von uns noch häufiger eingesetzt wird, als das immer noch wirksame Scilla. Die Potenz D12 hilft, doch die C200 scheint noch besser zu sein. Weitere Mittel, die sich bei uns auch öfter bewährten, sind in dieser Reihenfolge Aconit und Eupatorium perfoliatum, seltener Arsen und Bryonia.

Gelsemium 

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Gelsemium sempervirens im Bönning­hausen-Repertorium nicht vertreten ist, man also auf dem Weg der Polaritätsanalyse gar nicht darauf kommen kann. Das ist um so proble­matischer, als dieses Mittel sich in der schweren Spanischen Grippe von 1920/21 als eines der besten und häufigst wirksamen Mittel bewährt hat und damit einmal mehr bewies, welche Heilkraft es bei viralen Erkran­kungen mit Hirn-, Hirnnerven- und Hirnhautbeteiligung besitzt.

Eine Analyse der damaligen Hauptsymptome (zusammengestellt aus der Literatur und für diesen Artikel aus der englischen Software übersetzt) zeigt uns auch heute noch, wie wichtig dieses Mittel bei schweren viralen Grippefällen sein kann:

 

(historische Analyse der Spanischen Grippe von Ulrich Welte auf Englisch - Teil 1 und Teil 2)

In der momentanen Grippewelle zeigen sich in unserer Praxis alle Schweregrade, von leichten grippalen Symptomen bis zu schweren Verläufen. Auch ungewöhnlich langwierige Formen sind darunter, die sich erst zu erholen scheinen und dann doch wieder rückfällig werden. Hier zeigten sich bei uns Gelsemium und Bryonia hilfreich, während die ganz plötzlichen und heftigen Formen vor allem mit Aconit besser laufen.

 

Aktuelles zur Grippewelle: SCILLA als epidemisches Mittel 12.02.2015

Drei Fallschilderungen von Ulrich Welte


Fall 1

Am 21. Januar war eine junge Frau in der Kanderner Praxis. Sie hatte vor 3-4 Tagen Erbrechen und Durchfall, dann kamen Kopfgrippe mit Ohrenschmerzen und Halsweh, starkes Krankheitsgefühl. 

Die PA (Polaritätsanalyse) des Grippe-Fragebogens nach Heiner Frei lieferte folgendes Ergebnis: 

 

Scilla ist das erste Mittel mit höchster Polaritätsdifferenz (13) und durchgehender Deckung aller Modalitäten; Nux-v mit einer KI (Kontraindikation). Campher an 2. Stelle.

Die Patientin bekam Scilla maritima C30 (siehe Arzneimittelbild von Scilla maritima) mehrfach täglich und Perenterol. Auf einen eventuellen Konflikt angesprochen, sagt sie, sie sei in einer Zwickmühle zwischen zwei Übeln, geh ich arbeiten, steck ich die anderen an, bleib ich zuhause hab ich ein schlechtes Gewissen: die Scilla-Situation. Schon am nächsten Tag ist alles so gut wie weg, gleich nach der ersten Einnahme von Scilla war eine große Erleichterung zu spüren.

Wir dachten anfangs, dass weitere Grippefälle anders gelagert seien, weil sie nicht mit Magen-Darm-Symptomen einhergingen. Dieser erste Fall schien auch eher situativ auf das Mittel zu passen.


Fall 2

Doch dann kam am 26. Januar der zweite Scillafall. Hier waren es die typischen Symptome im HNO-Bereich mit Pharyngitis, Reizhusten und grippalen Gliederschmerzen. Die Polaritätsanalyse eines akuten HNO-Fragebogens sah so aus:

Wieder Scilla an 3. Stelle, wieder vorn Nux-v mit KI, an erster Stelle Colch, auch eine Liliacee wie Scilla. An 4. Stelle Camph: ein sehr konsistentes Ergebnis im Vergleich mit dem ersten Fall.

Scilla half auch hier erstaunlich schnell, bereits nach einer Stunde waren die Beschwerden viel besser. Die Gliederschmerzen waren noch am gleichen Tag weg, und am nächsten Tag war alles Ok.

Fall 3 und weitere

Zwei Tage später, am 28. Januar, war der Sohn der 2. Patientin ebenfalls erkältet mit Kopfweh, Reizhusten und Brustschmerzen beim Tiefatmen. Hier waren wir bereits "alarmiert" und gaben probeweise ebenfalls Scilla, obwohl die PA hier Rhus-t vorschlug und kein Scilla angab. Rhus-t war vor Wochen schon vergeblich versucht worden. Auch er sprach auf Scilla noch am gleichen Tag an, direkt nach der Einnahme wurde der Husten besser, er wachte nachts nur noch einmal auf und war am nächsten Tag Ok.

Von da an gaben wir das Mittel probeweise allen Grippepatienten, wenn Halsweh und Husten im Vordergrund standen.  Es half meist ebenso gut wie in den ersten drei Fällen. Dass ein vermeintlich seltenes Mittel wie Scilla, die Meerzwiebel, so oft hilft, verwundert eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass sie ein enger Verwandter der Küchenzwiebel ist, also Allium cepa, die bei scharfem Fließschnupfen bei Grippe sehr oft mit Erfolg eingesetzt wird. Auch Scilla maritima ist ein uraltes Heilmittel, das im gesamten Mittelmeerraum seit dem Altertum bekannt ist und nur neuerdings nicht mehr "in Mode" ist. Deshalb ist es aber nicht weniger wertvoll geworden, wenn es angezeigt ist.

So wurde das Vorgehen in der Praxis sehr einfach. Die PA wurde nicht mehr gebraucht, Scilla war das epidemische Mittel.

Inzwischen geht die Zahl der Verschreibungen an die 40 Fälle

Immer noch wirkt das Mittel, wir geben es als D12 oder D6 4x täglich. Es ist für uns verblüffend, wie oft und schnell das Mittel hilft. Wir haben noch kein epidemisches Mittel gehabt, was so schnell und zuverlässig wirkt. Selbst bei Rückenschmerzen seit Wochen hat es geholfen.

Meist sind es Grippefälle, die mit Halsweh und Reizhusten beginnen und schnell in eine absteigende Bronchitis übergehen. Wir haben insgesamt nur 4 Fälle gesehen, in denen Scilla nicht geholfen hat, darunter zwei, in denen es verschlimmerte. Wenn es bei ersten Anzeichen gegeben wird, kann man den Verlauf auch abortieren, in einem Fall verschwanden die Symptome innerhalb einer Stunde.

Auch seltene oder seltsame Symptome zeigen inzwischen, dass das Mittel auch in Feinheiten übereinstimmt: Gestern kam eine Patientin, die das Gefühl von kühlem Wind im Hals hat. Complete Repertory: generals, sensation of wind: squil.  

Ferner kann man auch bei Magen-Darmgrippe daran denken:

Gestern, 9.Februar, kam ein junger Mann mit drückenden Bauch­schmerzen, Durchfall und Mattigkeit. Auch er hatte grippale Gliederschmerzen, jedoch keine HNO-Symptome. Sollte das auch ein Scillafall sein? Im Complete Repertory war unter abdomen, pain pressing Scilla dabei; auch in der Besserung durch Liegen war es dabei. Nach der ersten Gabe Scilla D6 merkte er noch nichts, direkt nach der 2. Gabe nach 2 Stunden wurde es bereits besser, und heute ist er wieder auf dem Damm. Ob er die Krankschreibung bis morgen einhalten müsse? Er würde gern zur Arbeit. Na klar.

Interessant ist, dass das Robert-Koch-Institut über eine aktuelle Grippe berichtet, die gerade im Südbadischen besonders gehäuft ist. Vom Schweregrad der Symptomatik her waren alle Schwergrade dabei - von schweren Verläufen mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl bis zu leichteren grippalen Infekten. Das Mittel Scilla maritima war zwischenzeitlich nicht überall zu bekommen, verschiedene Hersteller führen es jedoch noch, manchmal ist es auch unter Urginea maritima verfügbar.

 

Fazit

Es würde uns freuen, wenn durch diese Beobachtung auch andere Praxen und deren Patienten aus einem schönen epidemischen Mittel Nutzen ziehen. Wir haben selten eine so eindeutige Wirkung nur von einem einzigen Mittel gesehen, meist haben wir in epidemischen Zuständen mehrere Mittel gefunden, unter denen wir unterscheiden mussten.

Ulrich Welte, Kandern 12. Februar 2015

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Lycopodium als epidemisches Mittel

von Paul Herscu


Ich möchte Ihnen kurz über den aktuellen Atemwegsinfekt berichten, der sich zurzeit in den USA und Europa verbreitet.

Meine Absicht ist es nicht, an dieser Stelle ausführliche differentialdiagnostische Überlegungen mit Fallanalyse und Strategien für die Konstitutionsbehandlung anzustellen. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen teilen und Sie wissen lassen, dass der Genius epidemicus in diesem Fall sehr wahrscheinlich Lycopodium ist.

Für die homöopathische Behandlung spielt der eigentliche Erreger keine Rolle. Meine Patienten, die im Rahmen der aktuellen Erkältungswelle gut auf Lycopodium reagieren, sind bunt gemischt: Kleinkinder mit rechtsseitiger Otitis media, Jugendliche mit rechtsseitigen Halsschmerzen, Menschen mittleren Alters mit grippalen Infekten und Bronchitis und ältere Patienten, ebenfalls mit Bronchitis. Die Patienten entsprechen Lycopodium entweder als Konstitutionstypus und erkranken akut, während sie konstitutionell behandelt werden. Oder der Patient befindet sich während der akuten Erkrankung in einem Lycopodium-Zustand.

Nur kurz möchte ich Sie alle wissen lassen, dass es bei den meisten dieser Patienten keine eindeutigen Hinweise auf das Mittel gab. Bitte denken Sie an Lycopodium, wenn Sie einen Fall vor sich haben, der nicht eindeutig ist, oder andere Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich ein echter Genius epidemicus traditionell nur auf einen Erreger und eine bestimmte Krankheit bezieht. Ich betone noch einmal, dass ich nicht die Absicht habe, das Thema an dieser Stelle zu diskutieren - es würde den Rahmen sprengen - sondern Sie für dieses Mittel sensibilisieren möchte.

Alles Gute für Sie und Ihre Patienten wünscht Ihnen
Paul Herscu, 23.12.2014

Link zum Originalartikel

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Foto: Shutterstock.com
Kind Grippe © Ermolaev Alexander

Homöopathie bei Grippe

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Cocculus als Mittel bei Kopfgrippe im Januar 2017

Seit Anfang Januar hat sich in der Praxis in Kandern ein Mittel recht gut bewährt: Cocculus. Vor allem bei "Kopfgrippe" mit quälendem Reizhusten spricht bei uns das Mittel in zwei Drittel der Fälle sehr gut an. Bei den besonders gut ansprechenden Patienten besteht das Gefühl, als ob der Kopf dicht sei, wie im Nebel, meist mit dem Begleitsymptom Schwindel und anfallsweiser Übelkeit. Auch Zerschlagenheit ist häufig, wobei Eupatorium nicht anspricht, auch Arnica ist nur gering wirksam. Meist ist die erste merkbare Wirkung von Cocculus ziemlich rasch ein freieres Gefühl im Kopf und ein Nachlassen des Hustens.

Weitere Mittel waren Spongia (vor allem mit heftigem, harten, schmerzhaften Husten) und auch wieder Scilla, was im letzten Winter besonders häufig wirksam war.

Die Krankheitsverläufe sind oft recht schwer, auch verschleppt, aber es gibt viel weniger Kranke als letztes Jahr. Die Grippekarte zeigt die Verteilung in Deutschland: https://influenza.rki.de/MapArchive.aspx

Ein exemplarischer Fall von Markus Kuntosch:
Frau mit schwerer Grippe, schon seit 1 Woche im Bett mit Fieber, Schmerz wie zerschlagen, Kopf dicht, wie im Nebel, mit Schwindel und quälendem Reizhusten. Eupatorium perfoliatum half nicht, Arnica besserte die Gliederschmerzen etwas, aber der Kopf wird erst nach Cocculus D12 besser. Dann Stillstand. Polaritätsanalyse (Bönninghausen-Frei): zuerst Pulsatilla, was nicht hilft; dann Cocculus C200.

Die Patientin schreibt darauf:
"Am nächsten Morgen (nach Cocculus C200) hatte ich plötzlich das seltsame Erlebnis wie aus einer Blase, einem Nebel, einem Kokkon zu schlüpfen und voila, da war ich wieder in der echten Realität. Mein Kopf war klar, meine Energie war wieder da und ich hatte wieder das Gefühl ich selbst zu sein und am Leben teilnehmen zu können. Von da an griffen auch die naturkundlichen Maßnahmen und außer dem Gefühl, sehr stark erkältet zu sein, ging es mir sehr gut. Ich hatte Elan, Kraft und war wieder voller Lebendigkeit!! Es war sehr beeindruckend. Nach und nach ließ auch der Husten nach, er ist heute fast weg. Einzig ein Gefühl, als müsse ich permanent einen Druckausgleich machen, weil die Ohren noch zu sind, und irgendwo noch Schnupfenmasse versteckt ist, ist geblieben. Das wird sich sicher auch in den nächsten Tagen  ganz auflösen und so ganz belastbar bin ich auch noch nicht, ich brauche doch noch ab und zu eine kleine Pause. Aber kein Vergleich zu meinem Zustand letzte Woche!!!
Meiner Tochter habe ich das Mittel auch gleich gegeben und sie war Samstag schon wieder wohlauf!! Super! Und auch bei meinem Sohn geht es eindeutig bergauf!"

In einem weiteren Fall zeigte sich, dass auch hier die hohen Potenzen besser wirkten, ab C30. Bei einer Mutter von 2 Kindern war der Infekt 3x rückfällig, jedes Mal half Cocculus. Zuerst kurz in D12, besser in C30 und besonders klar in C200. Von Interesse ist auch, dass ihre plötzlichen Übelkeitsanfälle, die mindestens stündlich auftraten, sofort aufhörten, obwohl Cocc in der Rubrik "plötzliche, anfallsartige Übelkeit" nicht angeführt ist. Da dieses Symptom auch bei anderen Patienten auf Cocculus ansprach, haben wir es bei uns im Repertorium notiert.

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Update 26.10.2016 - Danke Bryonia

Auch ich kann bestätigen, dass Bryonia sich bei der nahenden Grippewelle als DAS Mittel bei meinen Patienten entpuppt. C200 scheint die Potenz der Wahl zu sein, schon am nächsten Tag waren bei einem Großteil fast alle Symptome verschwunden. Bei Rückfällen sollte man jedoch genau auf die Symptome achten, da hier oft das Mittel gewechselt werden muss.

Claudia Sude - Homöopathin

Update 21.10.2016 - Homöopathie bei der aktuellen Grippewelle

Die Grippewelle kam seit Anfang der Woche auch in unsere Kanderner Praxis, und der Tipp von Bryonia hat sich in 5 Fällen bereits bestätigt. Auch hier sind es teils schwere Verläufe, und das Symptom "Husten schmerzt, als ob es die Lunge zerreißt" trat auch einmal auf.

Wir haben das Mittel bisher ca. 10 Mal gegeben und warten auf weitere Rückmeldungen.
Einen Fall gab es mit einer Kopfgrippe und auffallendem Juckreiz am Gaumen, wo Spigelia rasch half.

Markus Kuntosch

 

 

Update 13.10.2016 - Homöopathie beim aktuellen Atemwegsinfekt

 

Liebes Narayana Team,

Ich möchte gerne kurz etwas weitergeben aus der Basler Umgebung: Beim aktuellen Atemwegsinfekt scheint Bryonia sehr gut zu helfen. Viele leiden unter einem trockenen, quälendem z. T. auch feucht rasselndem Husten mit Schnupfen, Kopfweh und Fieber, vor allem seit dem extremen Wetterwechsel. Die letzten beiden Wochen hatte ich grad 3 wunderbare Erfolge mit Bryonia C 200 - ein Fall war kurz vor einer Pneumonie, die anderen beiden hatten eine Bronchitis.
Der Husten war jeweils so stark, dass fast die „Lunge“ raus kam, so beschrieben es die Patienten! (3 Erwachsene).
Anouk Frech - Homöopathin

 

 

Interessante späte Rückmeldung zum Grippemittel Squilla maritima 13.05.2015

 


"ich möchte Ihnen heute meine Erfahrungen auch bei Spätfolgen der Grippe heuer mit Squilla maritima weitergeben und auch bei schon länger bestehenden und tiefgreifenderen Beschwerden. Ende März kontaktierte mich eine Patientin wegen noch lange bestehendem Husten von ihrer Grippe im Februar und ich gab ihr Squilla maritima C200. Zum Schluss der Konsultation fragte sie mich noch, ob es denn nicht auch ein homöopathisches Mittel für ihre Großmutter mit 94 Jahren gebe. Diese hätte Stuhlabgang bei jedem Husten seit der Grippe und schon seit 30 Jahren einen Anal- und Vaginalprolaps. In der Rubrik "Unwillkürlicher Stuhl beim Husten und Niesen" fand ich nur neun Mittel und eines davon. zweiwertig, war Squilla maritima. Ich gab auch für die Großmutter Squilla maritima in C200 als Einmalgabe. Nach vier Wochen war die Stuhlhäufigkeit beim Husten um 70% gesunken und nach einer zweiten Gabe Squilla C200 geht kein Stuhl mehr ab und der Anal- und Vaginalprolaps sind auch weg!!! Auch der Husten bei der Enkelin war nach Squilla maritima sofort verschwunden."

 

Sabine Rosner, Heilpraktikerin und Apothekerin

 

Drittes Update Grippewelle - 12.3.2015

Fallschilderungen

Grippewelle hat Höhepunkt überschritten
Die Häufigkeit der Grippefälle dürfte seit dieser Woche erstmals rückläufig sein. Wir sehen in der Kanderner Praxis inzwischen häufiger Folgezustände (siehe Fallschilderungen, besonders Carbo vegetabilis Fall 3 und 4) als frische Fälle. Es wurden im Verlauf eines Grippefalls oft mehrere Mittel benötigt, bis er ausheilt.
Einen Wendepunkt der Grippewelle legt auch die Statistik des RK-Instituts nahe, die seit dieser Kalenderwoche rückläufige Arztbesuche verzeichnet. Das können Sie hier nachlesen.

 Klinische Erfahrung mit Scilla maritima verfeinert das Mittelbild
Die klinische Wirkung lehrt uns ebenso viel über ein Mittel wie die Arzneimittelprüfung. Da Scilla in der jetzigen Grippewelle oft gegeben wurde, wächst auch die Erfahrung damit. Es zeichnet sich folgende Eigenart ab: Scilla spricht besonders gut an bei Arnica-ähnlichen Patienten, die hart gegen sich und andere sind; hartgesotten; geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm; krankfeiern ist das letzte; grob und hart nach außen, aber dennoch mit gewissem Feinsinn.

Fall 1
Eine schlanke, drahtige Frau ist durch ihre selbständige Tätigkeit darauf angewiesen, stets arbeitsfähig zu sein. Sie kennt die Härten des Lebens schon von Kindheit an und hat gelernt, sich manchmal auch rücksichtslos durchzusetzen. Sie gibt in nichts nach, wenn es in ihren Augen eine Schwäche ist. Das sichert ihr zwar den Erfolg, macht  sie aber auch abhängig von ihrer Gesundheit, denn "Krankheit ist Schwäche". Nun hat sie eine böse Form der Grippe erwischt. Alles tut weh, die Nase läuft, sie ist so geschwächt dass selbst sie, die nie einer Schwäche nachgibt, sich nur mit großer Mühe auf den Beinen hält. Scilla D12 alle 2 Stunden hilft ihr innerhalb eines Tages so gut, dass sie wieder voll arbeitsfähig ist.   

Fall 2
Eine Aushilfe in einem Wirtshaus ist bekannt dafür, dass sie nie krank macht und trotz Krankheit immer zur Arbeit geht. Sie ist hart gegen sich selbst. Sie geht selten zum Arzt und zum Homöopathen würde sie sowieso nicht gehen. Nun hat sie die Grippe, schwer und seit Tagen immer schlimmer, so dass sie erstmals im Bett liegt und nicht zur Arbeit kommt. Eine Bekannte sagt ihr, sie solle sich Scilla besorgen. Mittags fragt sie nach, sie hat es nicht besorgt und der Zustand ist noch schlimmer geworden. Die Bekannte fährt selbst in die Apotheke und holt das Mittel als D12, schärft ihr ein es stündlich zu nehmen. Bereits nach 3 Stunden kommt der völlig ausgebliebene Appetit wieder, die Gliederschmerzen hören auf und das Fieber geht runter. Am Abend fühlt sie sich so viel besser, dass sie am nächsten Tag wieder zur Arbeit geht. Das Mittel sei ja super, sowas hat sie noch nicht erlebt. Doch die Wirkung hält nicht an ohne Einnahme, und nach ein paar Tagen schwächt sie sich ab. Nun dominieren wieder Gliederschmerzen, Kopfweh und Halsweh. Sie erhält Eupatorium im Wechsel mit Scilla. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.  

Fall 3
Dem 60jährigen Patienten half anfangs Scilla C30 so gut, dass er nach jeder Einnahme symptomfrei war und sich wieder gesund fühlte. Das hielt eine Woche unter wiederholter Einnahme so gut, dass er dachte, die Grippe überstanden zu haben. Doch dann kehrten die Symptome nach einer Woche wieder. Bryonia D12 (rückfällig, langsamer Beginn) half ihm, doch der Husten und die Schwäche blieben, auch die Appetitlosigkeit. Erst mit Carbo vegetabilis C30 war der Schwächezustand noch am selben Tag weg. Der Patient sagte, sein Appetit sei schnell vorbei nach wenigen Bissen, der Magen fühle sich an wie ein schlecht ziehender Ofen, sobald man etwas zu viel auflegt erstickt er: ein typisches Carbo-veg Zeichen. Der Husten besteht noch leicht.

Fall 4
In einem anderen Fall von Schwächegefühl nach längerer schwerer Grippe half ebenfalls Carbo vegetabilis schon nach 30 Minuten.



Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild
Typ: In der Klemme. Hart gegen sich und andere. Geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm, krankfeiern ist das letzte. Kann skrupellos sein.

 

Zweites Update der Grippewelle mit Differenzierung der Hauptmittel - 3.3.2015

Die Mittel und ihre Indikationen, nach denen wir sie in Kandern gegeben haben, sind:

- LANGSAMER, ALLMÄHLICHER BEGINN

  Gelsemium sempervirens: Grippe beginnt langsam mit lähmender, zittriger Schwäche; die Augen tun weh, werden schwer und fallen zu; zittrig, schwindlig, unkoordiniert; Kopfweh wie von einem Band, Druck auf den Scheitel, Kopf fühlt sich schwer an; harter, krampfartiger Husten; Kältegefühl im Rücken; will nicht sprechen; durstlos; auffallende Besserung nach Wasser­lassen; < 10 Uhr.
Typ: ängstliche Silberserie, will die Angst aber überwinden und kann zu großen Taten fähig sein; verfeinerte Menschen mit Lam­penfieber, Erwar­tungsspannung; durch Schreck oder durch Prüfungsangst wie gelähmt; braucht eine starke Person, die Halt gibt.
  Bryonia alba: versetzter Verlauf, wird langsam schlimmer, hört auf, kommt wieder; durstig auf große Mengen in größeren Abständen; Kopfweh berstend; Mund und Lippen trocken; < 21 Uhr; > absolute Ruhe; Rippfellbeteiligung mit atemabhängigem Schmerz.
Typ: geschäftige Eisenserie; es geht ums Geld, um Geschäfte und viel Arbeit. Auch die Träume drehen sich um die Arbeit, Streit und Ärger im Geschäft, im Betrieb. Schrullig, widerspricht aus Prinzip. Will nur in Ruhe gelassen werden, dreht sich weg und will niemanden sehen, nicht gestört werden, sich nicht bewegen.


- PLÖTZLICHER BEGINN

   Aconitum napellus: akuter Beginn mit hohem Fieber; unerklärliche Angst, Todesangst, Panik, Herz pocht wie wild; Kopfweh pochend; Nerven liegen blank; Mund und Augen trocken, brennend; Husten bellend; schlaflos.
Typ: kindliche Ängste mit Panikattacken.


- REIZHUSTEN MIT LAUFENDER NASE

   Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild
Typ: In der Klemme, Qual der Wahl


- MAGEN-DARMSYMPTOME IM VORDERGRUND

   Arsenicum album: Beginn oder schlimmer nach Mitternacht; unruhige, rastlose Angst, wirft sich im Bett umher; Brechdurchfall oder Durchfall; Schmerzen brennend; friert, braucht Wärme, aber Hitze im Kopf, dort Kühlungsbedarf; Durst auf warme Getränke in kleinen Schlucken; schlaflos.
Typ: schlank bis mager; Angst vor Einbrechern, besonders wenn allein im Haus; misstrauisch; pedantische Genauigkeit in Details.


- ZERSCHLAGENHEITSGEFÜHL ALS HAUPTSYMPTOM

  Eupatorium perfoliatum: alles tut weh, Gliederschmerzen wie zerschlagen, selbst das Bett scheint zu hart; hohes Fieber über 39 Grad mit Schüttelfrost und Zähneklappern; Kopf­schmerz wie wund, als würde der Schädel mit einer Axt gespalten; wundes Gefühl in den Bronchien; Verlangen nach kalten Getränken.
Typ: sucht väterliche Sicherheit, die ihnen verweigert wird, möchte nach Hause; die Schmerzen können eine demonstrative Komponente haben, um Unterstützung zu bekommen.


- SELTENER, NICHT MIT TYPISCHEM GRIPPEBILD, NUR HALSWEH

  Hepar sulfuris:  verfroren, zugempfindlich; Angina mit Stimmverlust.
Typ: sehr gereizt, die Zündschnur brennt, ärgerlich, drohend.


- GRIPPENOSODE

  Oscillococcinum: Ein weiteres bekanntes Grippemittel, mit dem wir nur geringe eigene Erfahrung haben. Hier ein Auszug aus einem Beitrag von Dana Ullman:

"Oscillococcinum ist das einzige frei verkäufliche Grippemittel, dessen Wirksamkeit von mindestens VIER unabhängigen großen Arzneimittelstudien belegt wird. Oscillococcinum – wegen der umständlichen Aussprache des Namens von vielen auch kurz „Oscillo“ genannt – ist ein ausgezeichnetes Grippemittel, das seine Wirksamkeit am besten entfaltet, wenn es gleich zu Anfang einer Grippeerkrankung (48 Stunden nach Eintreten der ersten Symptome) eingenommen wird.

Die Ausgangssubstanz für dieses Mittel wird aus Herz und Leber einer Ente gewonnen. Während sich jetzt der Verdacht der Quacksalberei aufdrängt - das Wortspiel sehen Sie mir an dieser Stelle bitte nach – haben Biologen und Epidemiologen nachgewiesen, dass 80% einer Entenpopulation jeden uns bekannten Virus in ihren Verdauungsorganen tragen. Oscillo enthält also homöopathische Mengen dieser Viren und ihrer Antikörper.

Folgende Studien konnten die Wirksamkeit von Oscillococcinum nachweisen: Ferley (1989), Cassanova (1992) und Papp (1998). Jede dieser Studien war relativ groß angelegt (mit jeweils 487, 300 und 372 Patienten) und wurde als placebo-kontrollierte, doppelblinde Multi-Center-Studie durchgeführt. Darüber hinaus waren zwei der Studien randomisiert. Alle drei Studien konnten statistisch signifikante Ergebnisse aufweisen. Sogar das angesehene Cochrane Netzwerk bezeichnete die Ergebnisse als vielversprechend."

 

Update zur aktuellen Grippewelle - 26.2.2015

In der Zwischenzeit hat die Grippewelle im Südbadischen eher noch weiter zugelegt und auch ihr Bild etwas verändert. Wir hatten inzwischen weit über 100 Fälle zu behandeln und setzen Scilla immer noch ein, aber nicht mehr ausschließlich, denn die Non-responder sind häufiger geworden. Bei schweren Kopf- und Augen­schmerzen und wie gelähmt darniederliegenden Patienten hat sich Gelsemium besonders bewährt - was wir vor allem nach dem Kommentar von Andrea Österer gern und ebenso erfolgreich gegeben haben und das inzwischen von uns noch häufiger eingesetzt wird, als das immer noch wirksame Scilla. Die Potenz D12 hilft, doch die C200 scheint noch besser zu sein. Weitere Mittel, die sich bei uns auch öfter bewährten, sind in dieser Reihenfolge Aconit und Eupatorium perfoliatum, seltener Arsen und Bryonia.

Gelsemium 

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Gelsemium sempervirens im Bönning­hausen-Repertorium nicht vertreten ist, man also auf dem Weg der Polaritätsanalyse gar nicht darauf kommen kann. Das ist um so proble­matischer, als dieses Mittel sich in der schweren Spanischen Grippe von 1920/21 als eines der besten und häufigst wirksamen Mittel bewährt hat und damit einmal mehr bewies, welche Heilkraft es bei viralen Erkran­kungen mit Hirn-, Hirnnerven- und Hirnhautbeteiligung besitzt.

Eine Analyse der damaligen Hauptsymptome (zusammengestellt aus der Literatur und für diesen Artikel aus der englischen Software übersetzt) zeigt uns auch heute noch, wie wichtig dieses Mittel bei schweren viralen Grippefällen sein kann:

 

(historische Analyse der Spanischen Grippe von Ulrich Welte auf Englisch - Teil 1 und Teil 2)

In der momentanen Grippewelle zeigen sich in unserer Praxis alle Schweregrade, von leichten grippalen Symptomen bis zu schweren Verläufen. Auch ungewöhnlich langwierige Formen sind darunter, die sich erst zu erholen scheinen und dann doch wieder rückfällig werden. Hier zeigten sich bei uns Gelsemium und Bryonia hilfreich, während die ganz plötzlichen und heftigen Formen vor allem mit Aconit besser laufen.

 

Aktuelles zur Grippewelle: SCILLA als epidemisches Mittel 12.02.2015

Drei Fallschilderungen von Ulrich Welte


Fall 1

Am 21. Januar war eine junge Frau in der Kanderner Praxis. Sie hatte vor 3-4 Tagen Erbrechen und Durchfall, dann kamen Kopfgrippe mit Ohrenschmerzen und Halsweh, starkes Krankheitsgefühl. 

Die PA (Polaritätsanalyse) des Grippe-Fragebogens nach Heiner Frei lieferte folgendes Ergebnis: 

 

Scilla ist das erste Mittel mit höchster Polaritätsdifferenz (13) und durchgehender Deckung aller Modalitäten; Nux-v mit einer KI (Kontraindikation). Campher an 2. Stelle.

Die Patientin bekam Scilla maritima C30 (siehe Arzneimittelbild von Scilla maritima) mehrfach täglich und Perenterol. Auf einen eventuellen Konflikt angesprochen, sagt sie, sie sei in einer Zwickmühle zwischen zwei Übeln, geh ich arbeiten, steck ich die anderen an, bleib ich zuhause hab ich ein schlechtes Gewissen: die Scilla-Situation. Schon am nächsten Tag ist alles so gut wie weg, gleich nach der ersten Einnahme von Scilla war eine große Erleichterung zu spüren.

Wir dachten anfangs, dass weitere Grippefälle anders gelagert seien, weil sie nicht mit Magen-Darm-Symptomen einhergingen. Dieser erste Fall schien auch eher situativ auf das Mittel zu passen.


Fall 2

Doch dann kam am 26. Januar der zweite Scillafall. Hier waren es die typischen Symptome im HNO-Bereich mit Pharyngitis, Reizhusten und grippalen Gliederschmerzen. Die Polaritätsanalyse eines akuten HNO-Fragebogens sah so aus:

Wieder Scilla an 3. Stelle, wieder vorn Nux-v mit KI, an erster Stelle Colch, auch eine Liliacee wie Scilla. An 4. Stelle Camph: ein sehr konsistentes Ergebnis im Vergleich mit dem ersten Fall.

Scilla half auch hier erstaunlich schnell, bereits nach einer Stunde waren die Beschwerden viel besser. Die Gliederschmerzen waren noch am gleichen Tag weg, und am nächsten Tag war alles Ok.

Fall 3 und weitere

Zwei Tage später, am 28. Januar, war der Sohn der 2. Patientin ebenfalls erkältet mit Kopfweh, Reizhusten und Brustschmerzen beim Tiefatmen. Hier waren wir bereits "alarmiert" und gaben probeweise ebenfalls Scilla, obwohl die PA hier Rhus-t vorschlug und kein Scilla angab. Rhus-t war vor Wochen schon vergeblich versucht worden. Auch er sprach auf Scilla noch am gleichen Tag an, direkt nach der Einnahme wurde der Husten besser, er wachte nachts nur noch einmal auf und war am nächsten Tag Ok.

Von da an gaben wir das Mittel probeweise allen Grippepatienten, wenn Halsweh und Husten im Vordergrund standen.  Es half meist ebenso gut wie in den ersten drei Fällen. Dass ein vermeintlich seltenes Mittel wie Scilla, die Meerzwiebel, so oft hilft, verwundert eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass sie ein enger Verwandter der Küchenzwiebel ist, also Allium cepa, die bei scharfem Fließschnupfen bei Grippe sehr oft mit Erfolg eingesetzt wird. Auch Scilla maritima ist ein uraltes Heilmittel, das im gesamten Mittelmeerraum seit dem Altertum bekannt ist und nur neuerdings nicht mehr "in Mode" ist. Deshalb ist es aber nicht weniger wertvoll geworden, wenn es angezeigt ist.

So wurde das Vorgehen in der Praxis sehr einfach. Die PA wurde nicht mehr gebraucht, Scilla war das epidemische Mittel.

Inzwischen geht die Zahl der Verschreibungen an die 40 Fälle

Immer noch wirkt das Mittel, wir geben es als D12 oder D6 4x täglich. Es ist für uns verblüffend, wie oft und schnell das Mittel hilft. Wir haben noch kein epidemisches Mittel gehabt, was so schnell und zuverlässig wirkt. Selbst bei Rückenschmerzen seit Wochen hat es geholfen.

Meist sind es Grippefälle, die mit Halsweh und Reizhusten beginnen und schnell in eine absteigende Bronchitis übergehen. Wir haben insgesamt nur 4 Fälle gesehen, in denen Scilla nicht geholfen hat, darunter zwei, in denen es verschlimmerte. Wenn es bei ersten Anzeichen gegeben wird, kann man den Verlauf auch abortieren, in einem Fall verschwanden die Symptome innerhalb einer Stunde.

Auch seltene oder seltsame Symptome zeigen inzwischen, dass das Mittel auch in Feinheiten übereinstimmt: Gestern kam eine Patientin, die das Gefühl von kühlem Wind im Hals hat. Complete Repertory: generals, sensation of wind: squil.  

Ferner kann man auch bei Magen-Darmgrippe daran denken:

Gestern, 9.Februar, kam ein junger Mann mit drückenden Bauch­schmerzen, Durchfall und Mattigkeit. Auch er hatte grippale Gliederschmerzen, jedoch keine HNO-Symptome. Sollte das auch ein Scillafall sein? Im Complete Repertory war unter abdomen, pain pressing Scilla dabei; auch in der Besserung durch Liegen war es dabei. Nach der ersten Gabe Scilla D6 merkte er noch nichts, direkt nach der 2. Gabe nach 2 Stunden wurde es bereits besser, und heute ist er wieder auf dem Damm. Ob er die Krankschreibung bis morgen einhalten müsse? Er würde gern zur Arbeit. Na klar.

Interessant ist, dass das Robert-Koch-Institut über eine aktuelle Grippe berichtet, die gerade im Südbadischen besonders gehäuft ist. Vom Schweregrad der Symptomatik her waren alle Schwergrade dabei - von schweren Verläufen mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl bis zu leichteren grippalen Infekten. Das Mittel Scilla maritima war zwischenzeitlich nicht überall zu bekommen, verschiedene Hersteller führen es jedoch noch, manchmal ist es auch unter Urginea maritima verfügbar.

 

Fazit

Es würde uns freuen, wenn durch diese Beobachtung auch andere Praxen und deren Patienten aus einem schönen epidemischen Mittel Nutzen ziehen. Wir haben selten eine so eindeutige Wirkung nur von einem einzigen Mittel gesehen, meist haben wir in epidemischen Zuständen mehrere Mittel gefunden, unter denen wir unterscheiden mussten.

Ulrich Welte, Kandern 12. Februar 2015

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Lycopodium als epidemisches Mittel

von Paul Herscu


Ich möchte Ihnen kurz über den aktuellen Atemwegsinfekt berichten, der sich zurzeit in den USA und Europa verbreitet.

Meine Absicht ist es nicht, an dieser Stelle ausführliche differentialdiagnostische Überlegungen mit Fallanalyse und Strategien für die Konstitutionsbehandlung anzustellen. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen teilen und Sie wissen lassen, dass der Genius epidemicus in diesem Fall sehr wahrscheinlich Lycopodium ist.

Für die homöopathische Behandlung spielt der eigentliche Erreger keine Rolle. Meine Patienten, die im Rahmen der aktuellen Erkältungswelle gut auf Lycopodium reagieren, sind bunt gemischt: Kleinkinder mit rechtsseitiger Otitis media, Jugendliche mit rechtsseitigen Halsschmerzen, Menschen mittleren Alters mit grippalen Infekten und Bronchitis und ältere Patienten, ebenfalls mit Bronchitis. Die Patienten entsprechen Lycopodium entweder als Konstitutionstypus und erkranken akut, während sie konstitutionell behandelt werden. Oder der Patient befindet sich während der akuten Erkrankung in einem Lycopodium-Zustand.

Nur kurz möchte ich Sie alle wissen lassen, dass es bei den meisten dieser Patienten keine eindeutigen Hinweise auf das Mittel gab. Bitte denken Sie an Lycopodium, wenn Sie einen Fall vor sich haben, der nicht eindeutig ist, oder andere Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich ein echter Genius epidemicus traditionell nur auf einen Erreger und eine bestimmte Krankheit bezieht. Ich betone noch einmal, dass ich nicht die Absicht habe, das Thema an dieser Stelle zu diskutieren - es würde den Rahmen sprengen - sondern Sie für dieses Mittel sensibilisieren möchte.

Alles Gute für Sie und Ihre Patienten wünscht Ihnen
Paul Herscu, 23.12.2014

Link zum Originalartikel

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Foto: Shutterstock.com
Kind Grippe © Ermolaev Alexander




Kommentare






Top-Kommentare

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Dr. Astrid Drescher

vor 7 Jahren
Grippe in Mittelfranken
Gerne gebe ich meine Erfahrung mit der derzeitigen Grippewelle in Mittelfranken weiter. Das Symptomenspektrum reicht über Magen-Darm-Symptome ( galliges Erbrechen, Magen-, Darmkrämpfe, Durchfall),
und/ oder grippige Symptome (Niesen, Schnupfen mit reichlichen wässrigen Absonderungen, eventuell wundmachend, mit/ohne Heiserkeit, Husten, Bronchitis, Pneumonie, mit/ ohne Fieber bis 40 Grad C, mit/ohne Schwindel, mit/ohne bis "höllische" Kopfschmerzen, viel Frost mit Verlangen nach eiskaltem (!), mit/ohne Ohrschmerzen , Ohrentzündungen), mit/ohne starken Kreislaufproblemen, mit/ ohne Rückenschmerzen, mit/ohne Muskel- und Knochenschmerzen.
Das Mittel, was alles abdeckt, ist in meiner Praxis Eupatorium-perfoliatum. Im Dezember reichte die C30, im Januar die C200, jetzt verordne ich die C1000. Die Besserungen sind prompt, jedoch kommt es bei den Patienten über die Monate jetzt zunehmend häufiger zu vermehrt auftretenden Rückfällen nach 1- 4 Tagen. Im Seideneder steht dazu, daß es für das Mittel typisch ist und man mit Hochpotenzen arbeiten soll. Rückfälle treten vor allem dann auf, wenn die Patienten am 2. oder 3. Tag nach der Gabe wieder arbeiten gehen, weil sie sich gesund fühlen.

Zusätzliche Beobachtung: Fall: über 90-jährige Patientin, vom Hausarzt ins Krankenhaus eingewiesen wegen Pneumonie, Antibiotika, Fiebersenker, darauf AZ-Verschlechterung, Praxiskontakt durch Angehörige: Eup-per-Gabe C200, prompte Besserung, soll 2 Tage später entlassen werden. Gestürzt, dicke Muskeleinblutungen in den Oberschenkeln, erneut Fieber, erneut Antibiotika, darauf AZ-Verschlechterung, Benommenheit, Schwellung Hände und Füße, Hb-Abfall, Magenspiegelung: Gastritis. Laborwerte für Niere seien schlecht. Wegen Patientenverfügung und auf Wunsch der Angehörigen " zum Sterben " nach Hause. Erneuter Praxiskontakt: Bekommt Eup-per C1000 und zusätzlich: Vip-b LM1 täglich : klart auf, kann sich wieder mitteilen, ißt, trinkt, Fall läuft noch.
Bemerkung hierzu: meiner Meinung nach ähnelt das derzeitige Grippe-Virus dem der "spanischen" Grippe. Seinerzeit nach Gabe von Fiebersenkern viele Patienten verstorben unter dem Bild einer Pneumonie mit Lungenblutung, m.E. ausgelöst durch ein Leberversagen mit allgemeinen Gerinnungsstörungen. Bei Patienten mit Leberversagen mit/ ohne Nierenversagen,mit/ ohne Dialyse aber Schwellungen der Finger und Füße habe ich gute Erfahrung gemacht mit Vipera- berus. Daher in diesem neuen Fall der 90-jährigen Gabe dieses Mittels. Über den Ausgang wird noch berichtet.
Allen Kollegen Viel Erfolg bei der Behandlung ihrer Grippepatienten und gerne weiteren Austausch über die eingesetzten Mittel. Dr. Astrid Drescher
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Astrid Drescher

vor 7 Jahren
Weiterer Verlauf: Nachwie vor verwende ich Eup. per, wenn Hustenrestsymptome bleiben, als Folgemittel Lycopodium. Zur 90jährigen Patientin: die Pneumonie und die multiplen Hämatome waren schnell rückläufig, zunächst allgemeine Besserung, dann Entwicklung einer zunehmenden Rechtsinsuffizienz. Die Finger-Monde (nach Schlegel?) waren nicht mehr nachweisbar als Ausdruck einer zu schwachen Lebenskraft. Die Patientin blühte nochmals auf, konnte sich von allen Familienmitgliedern verabschieden und schlief in Frieden ein (Tag 5 der Akut- Behandlung) weiterlesen ...
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Hp Elvira Ring

vor 7 Jahren
Vielen Dank für diese ausführliche Info. Ich bestätige, dass ich in einigen Fällen auch d. Influenzium hisp. eingesetzt habe. weiterlesen ...
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Renate Luc Mück

vor 7 Jahren
Austausch über den Genius Epidemicus
Wunderbar! Endlich, endlich geschieht das, was ich schon seit Jahren anzuregen versuche: Breitflächiger Austausch zwischen Homöopath-innen über den Genius Epidemicus! Ich danke den Menschen von Narayana, allen Kolleg-innen und anderen homöopathisch Interessierten für dieses Forum von Herzen.

Ich habe eine Frage: Waren auch geimpfte Menschen unter den Patient-innen? Das scheint teilweise der Fall gewesen zu sein, wenn ich die Thuja-Fälle hier sehe. Wurden die Impfungen berücksichtigt?

Wie können wir euch von Narayana unterstützen? Ich denke zunächst an eine Verbreitung unter möglichst vielen Kolleg-innen. Eine Vernetzung untereinander empfinde auch wegen der ständigen Verunglimpfungen der Homöopathie als stärkend und wichtig. Es ist auch immer wieder sehr aufbauend zu sehen, wie beeindruckend die Homöopathie wirken kann.

Herzlichsten Dank euch allen!

Renate Luc Mück
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Anke Becker

vor 7 Jahren
Vielen Dank für die Anregung zum Genius Epidemicus.
Je besser der Erfahrungsaustausch unter uns klass. homöopathisch Arbeitenden ist, desto besser nicht nur für unsere Praxen sondern insbesondere für die Patienten und die Homöopathie.
Wir sollten nicht vergessen, dass jeder gelöste Fall einen Schwung neuer Patienten nach sich zieht, die wir von der Homöopathie überzeugen können.
Jeder gelöste Fall ist ein Segen für die Homöopathie und ein Reinfall für die Pharmalobby.
In meiner Praxis konnte ich dank der Artikel, die hier erschienen sind, sehr vielen Grippepatienten sanft wieder auf die Füße, bzw. aus dem Bett helfen.
Dabei habe ich alle bereits genannten Mittel eingesetzt, in meiner Region jedoch meist Scilla und Eup.perf.
Meine eigene Grippe hatte ich innerhalb eines Tages selbst mit Eupatorium im Griff.

Also mein Appell an alle:
Tragt alle dazu bei, mit Euren Erfahrungen unseren Patienten zu helfen und die Homöopathie voranzubringen, denn es gibt keine bessere Werbung als glückliche Patienten.
Gerade im Fall der aktuellen Grippeepidemie, wo es vielen wirklich sehr schlecht geht, kann man mit homöopathischer Heilung punkten.

Herzliche Grüße
Anke Becker
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Elke Röhl

vor 7 Jahren
Liebe Renate, du sprichst mir aus der Seele. Liebe Grüße Elke weiterlesen ...
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Corina Zenker

vor 7 Jahren
Vielen Dank für die wichtigen Informationen. Ich beobachte seid Jahresbeginn auch hier in Thüringen den positiven Einsatz von Lycopodium. Eher nicht so epidemisch sondern in verschiedensten Beschwerden. Aus meiner Sicht ein Zeitgeistthema das flächendeckend nach Heilung strebt. Herzliche Grüße Corina Zenker weiterlesen ...
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Sabine Schilling-Boller

vor 7 Jahren
Sabine Schilling-Boller
Ich verordne bei dieser Grippewelle immer wieder Lycopodium, aber auch Thuja. Manchmal muß ich die Mittel wechselnd und andere verordnen. Ich begleitete 3 Lungenentzündungen, sowie eine leichte Hirnhautreizung mit diesen Mitteln. Einige Patienten haben auch Blut im Sekret.
Auch ich beobachte "Zeitgeistthemen" und verordne sowieso z.Zt. häufig Lycopodium, als auch Thuja - dieses noch häufiger, fast täglich, wobei die Beschwerden unterschiedlicher Natur sind. Ich verordne meist nicht nach eindeutigen Hinweisen auf ein Mittel sondern spüre die Resonanz zu dem jeweiligen Mittel und teste diese kinesiologisch aus. Hierbei läßt sich beobachten, daß in bestimmten Zeitabständen bestimmte Mittel häufiger vorkommen. Vor 1 1/2 Jahren z.B. waren für einige Monate Tilia-Verbindungen häufig das Heilmittel, wobei ich dieses jetzt wiederum selten benötige. Auch werden seit über einem Jahr Hochpotenzen in CM,CXM bis C800000 benötigt, die vorher in meiner Praxis nicht gebraucht wurden. Dies einfach als Information für Euch. Manche Patienten befinden sich in einem Mittel-Zustand, der sich nicht eindeutig zuordnen läßt und haben eine völlig andere Konstitutionsausrichtung.
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Corina Ammersbach

vor 5 Jahren
"Zeitgeist" kann aber beim kinesiologischen Austesten auch bedeuten, dass der Behandler/Tester das Mittel selbst braucht. Dies bitte ich zu bedenken und den Gedanken hab ich von Dr. Klinghardt. Sobald man am Tag mehr als 2 Patienten hat, bei denen man dasselbe Heilmittel austestet, sollte man dieses Heilmittel für sich selbst testen. weiterlesen ...
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Elisabeth Darius

vor 7 Jahren
Vielen Dank für Ihre Information zum Thema Zeitgeist. Ja, das sehe ich ganz genau so - und mit Zeitgeist-Mitteln kann man einfach das nun erforderliche Wachstum unterstützen. Ganz herzlichen Dank für Ihren Beitrag. weiterlesen ...
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Pia Austel

vor 7 Jahren
Danke für den wertvollen Austausch!!!
Ich freue mich sehr über dieses "Netzwerk" zu der aktuellen Grippe und wünsche mir das auch für die Zukunft.
Scilla war eine sehr gute Anregung und ich setzte es mit gutem Erfolg in der Praxis ein.
Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit Ocillococcinum C30 (Anas barbariae hepatis et cordis C30) gemacht. Wenn es gleich zu Beginn, bei den ersten Symptomen, eingenommen wird, kommt es häufig nicht zum Ausbruch der Erkältung/Grippe. 3x3 Glob im Abstand von 6 Std.
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Dr.med. Friederike Quest

vor 7 Jahren
Kann Oscillococcinum bestätigen. Oktober/November setzte ich initial Influencinum C30 (Einzelgabe) ein, dass direkt bei ersten Symptomen gegeben nach wenigen Stunden zum Verschwinden derselbigen und zu völligem Wohlbefinden führte. Seit Januar griff statt Influencinum nun Oscillococcinum C30, auf das ich wegen der häufig auftretenden Darmsymptome wechselte. Es erwies sich auch als einmalige Zwischengabe bei verschleppten Fällen als hilfreich und zeigte einen deutlichen Wendepunkt. Die Patienten sprachen danach wieder auf ihre Konstitutionsarzneien an.
Danke für den Hinweis auf Scilla! Hatte ich nicht im Focus, passt aber häufig hervorragend.
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Sabine Ostermeier

vor 7 Jahren
Danke für die Erinnerung an Oscillococcinum. Meine Vorräte sind leider nun aufgebraucht u. weiß nicht mehr, wo ich sie her hatte. Wo bekomme ich das Mittel in C30? weiterlesen ...
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Thorsten Von Gazali

vor 7 Jahren
Liebe Kollegen,

Der Tipp mit Scilla ist Gold wert. Vielen Dank !!!
Ich bin in Osthessen tätig. Scilla hatte ich einfach nicht auf dem Schirm, obwohl ich jetzt sehe, dass es in vielen Repertorisationen mitgelaufen ist.

Hier ist die Abneigung gegen Arbeit auffallend. Meine Leute wollen großzügig krankgeschrieben werden, was ich so nicht kenne. Auch die Augenprobleme sind hier gehäuft, Juckreiz ohne sichtbaren Befund oder nur Lidschwellung. Finde ich jetzt beides bei Scilla wieder.

Mehrfach mit gutem Erfolg kamen Calc.c (mein Partner war nach zwei Tagen plus Wochenende wieder voll da), Calc.phos., Lyc und Acanthaster.
Bei verzögerter Rekonvaleszenz ist mir Levico von WALA hilfreich.

Gruss aus Linsengericht

Thorsten von Gazali
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Aus Lampertheim

vor 7 Jahren
Corallium rubrum bei MG-Husten
Ein herzliches Dankeschön für die wertvollen Mittelhinweise zur aktuellen Grippewelle! Ich habe mich gut vorbereitet, so dachte ich! Doch dann kamen alle Symptome, die es wohl so gibt in der Welt der Erkältungen, über das gesamte Wochenende verteilt. Leider halfen scilla, bry, und gels nicht... Bis dann gestern Nacht der Durchbruch kam: maschinengewehrartiger Husten, der mich schweißgebadet ins Bett zurückwarf. Cor-r! Eine D 30 genommen: als ich zwei Stunden später aufwachte, war der Husten um 80% reduziert und die grauenhaften Kopfschmerzen waren weg, sind weg! weiterlesen ...
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Naturheilpraxis Erwin Bernhard Schürle

vor 7 Jahren
Homöopathie bei Grippe
Danke für diese Info. Habe bei einer Patientin jetzt Lyc C 200 eingesetzt obwohl es "eigentlich" nicht passt - über Nacht waren die Symptome fast weg, was mit den anscheinend passenden Mitteln nicht gelang. Danke für diese Hinweise. Solch ein Austausch macht Sinn. Freut mich. Liebe Grüße an ALLE. weiterlesen ...
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Dr. Christoph Roggendorf

vor 5 Jahren
Grippe-Prophylaxe
In den letzten vier Monaten hatte ich immer wieder Patienten mit Grippe in meiner Praxis und fast jeder in meinem Umfeld hatte mindestens einmal irgendwelche Symptome. Auch ich hatte viermal den Anflug einer Grippe, habe mir aber jedesmal mit folgender Prophylaxe auch schon letztes Jahr helfen können: bei den ersten Anzeichen (Kratzen im Hals etc.) nahm ich sofort 12-14 Tropfen Bärlauchurtinktur in warmes Wasser ein und zusätzlich 8 Tabl. Biochlorella. Nach einer halben Stunde und dann nach einer Stunde noch einmal! Danach kann man auf 8 Tropfen 3x täglich runtergehen. Das hat bisher IMMMER geholfen. Wir kennen die starke antibiotische Heilkraft von Knoblauch, der Bärlauch ist ein naher Verwandter, schmeckt allerdings deutlich angenehmer. Diese Kombination ist bekannt zur Schwermetallausleitung (später kommt noch Koriandertinktur hinzu). Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass mich diese Mittel effektiv vor Grippe und Erkältung schützen. Ich freue mich über Euer Feedback. weiterlesen ...
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Bärbel Maier

vor 7 Jahren
Meine Erfahrungen Grippe Diff. Scilla und Gelsemium. Auch bei uns in Bayern herrscht große Grippewelle im Moment. Ich habe bei kleinen Patienten beide Mittel schon eingesetzt. Differenzieren kann ich immer beim Frösteln und Kopfschmerzen. Der Frost zieht wirklich immer den Rücken rauf und runter, das können die Kleinen gut wiedergeben. Bei den Kopfschmerzen ist es der Nackenbereich bis rauf über den Kopf . Auch dies können die Kleinen Pat. gut wiedergeben. Da Scilla und Gels sehr nahe beieinander sind mit den sonstigen Symptomen, (Augen hängend, Muskelschmerzen etc) kann man sie auch noch über den Durst differenzieren. Scilla trinkt mehr, Gels gar nicht.
Bry steht auch noch differenzialdiagn. mit "will Ruhe haben", das haben auch die Scilla Patienten bei mir geäussert.
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