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Seuche + Psyche - Das Trauma der Pandemie - Spektrum Homöopathie 02/2022

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Seuche + Psyche - Das Trauma der Pandemie - Spektrum Homöopathie 02/2022

Nach dem „Genius epidemicus“ (1/21) und „Long Covid“ (3/21) widmen wir uns erneut dem beherrschenden Thema der letzten beiden Jahre. Doch diese Ausgabe ist anders. Als wir im Sommer 2021 mit der Planung für ein Heft zu „Seuche und Psyche“ begannen, war längst klar, dass die Pandemie nicht nur fatale Folgen für die körperliche Gesundheit der Menschen, sondern auch schlimme psychosoziale Auswirkungen haben würde. Der psychische Druck durch existentielle Bedrohungen in vielen Lebensbereichen, durch Social Distancing bei gleichzeitiger Enge in den Familien, durch die Einschränkung von Freiheitsrechten, die aufgeheizte Impfdiskussion und andere spaltende Streitthemen führte zu Angststörungen, Panikattacken, Paranoia, Depression und Suizidalität. Wir wollten die psychosozialen Aspekte der Corona-Krise in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen abbilden und Möglichkeiten der homöopathischen Behandlung aufzeigen.

Doch die Umsetzung dieser Idee war nicht einfach. SPEKTRUM 2/22 entstand vor dem Hintergrund einer von schweren vergangenen und derzeitigen Krisen erschöpften und gespaltenen Welt und einer ebenso erschöpften  homöopathischen Community. Eine Reihe von Autoren zogen ihre Zusagen zurück, weil sie kurz vor dem Burn-out standen oder gerade mit der durchaus unangenehmen Omikron-Variante infiziert waren. Andere wollten neben dem Leiden ihrer PatientInnen auch ihr eigenes Erleben der Pandemie beschreiben und dieses in einen größeren Zusammenhang stellen. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven entstand so nicht nur eine ungewöhnliche Ausgabe unseres Journals, sondern auch ein spannendes und bewegendes Zeitdokument: sehr persönlich, offen, emotional und auch verletzlich. Unsere AutorInnen haben viel über sich selbst preisgegeben.

So erzählt Pat Deacon, wie sich ihre zunächst kritische Einstellung gegenüber der Impfung durch Erfahrungen in ihrer Praxis nachhaltig änderte und wie sie sich dabei von vielen Kollegen entfremdete. Auf der anderen Seite lesen wir Geschichten von PatientInnen, die als Ungeimpfte massiv unter Mobbing und Ausgrenzung gelitten haben. In dieser globalen Krise erleben wir Homöopathen oft ähnliche Verletzungen wie unsere PatientInnen und teilen ihre tiefe Verunsicherung. Wer wie Deborah Collins auf der Intensivstation beinahe an Covid-19 gestorben ist, hat einen ganz neuen Blick auf sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen.

Ähnlich wie Collins sehen viele unserer Autoren die Pandemie auch als Chance: Auf der individuellen Ebene bringt die pandemische Krise alte Traumata und verdeckte Konflikte an die Oberfläche und typische Reaktionsmuster mit den entsprechenden Arzneien lassen sich auf einmal besser erkennen. Einige PatientInnen in unseren Kasuistiken verdanken ihr Simile und eine tief gehende Heilung diesem Brennglaseffekt, den die Corona-Krise auf jede(n) einzelne(n) wie auf die ganze Gesellschaft hat. Auch auf der globalen Ebene erhofft man sich heilende Impulse von der Krise. Voraussetzung dafür ist allerdings eine schonungslose Diagnose, wie sie Franz Sowboda in seinem Beitrag stellt. Mit Corona und dem Ukraine- Krieg sieht er uns in einer explosiven Zeit, die er dem Stadium 17 des Periodensystems und der Pikrinsäure zuordnet: emotionslos, beziehungslos, gewaltbereit. „Unsere Haut hungert“, schreibt Wiet van Helmond. Wie für Swoboda liegt auch für Helmond die Heilung in einem neuen sozialen Zusammenhalt, in Austausch, Nähe und Kontakt, in einer Zukunft, die – wie Roland Guenther schreibt – „nicht auf Angst und Kontrolle, sondern auf Vertrauen und Zusammenarbeit basiert“.

Die Fallbeispiele dieser Ausgabe zeigen, wie die Homöopathie auf der individuellen Ebene helfen kann, die Wunden von Trennung, Isolation, Verlust von Beziehung, Bevormundung, Diskriminierung, Orientierungslosigkeit zu heilen, und wie sie damit einen Beitrag leisten kann zu einem neuen vertrauensvollen sozialen Zusammenhalt. Auch wenn im Zentrum wieder die Geschichten von Patienten stehen mit ausführlichen Fallanalysen, interessanten Arzneiverordnungen und der Darstellung des Heilverlaufs, ist es neben dem Lerneffekt für die praktische homöopathische Arbeit vorrangiges Ziel dieser SPEKTRUM-Ausgabe, ganz unterschiedliche Stimmen und Ansichten zu den drängenden Problemen dieser unheilvollen Pikrin-Zeit zu hören und damit Brücken zu bauen über die Gräben, die sich in den letzten Jahren aufgetan haben. Aus diesem Grund haben wir auch die ungewöhnliche Rezension eines Buches ohne unmittelbaren Zusammenhang mit der Homöopathie an das Ende unserer Artikelfolge gestellt. Mit Jane Goodalls „Book of Hope“ senden wir einen Weckruf an die homöopathische Community: Seid tolerant, lasst uns wieder miteinander reden, lasst uns Hoffnung schöpfen und lasst uns an den Stellen, an denen wir stehen, unser Bestes für andere geben.



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Inhaltsverzeichnis
EDITORIAL TITELTHEMA: Seuche + Psyche


Seiten:

Seuche + Psyche - Das Trauma der Pandemie - Spektrum Homöopathie 02/2022


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Top-Kommentare

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Dr. Ulrich Welte

vor 4 Jahren
Das Infekt-Spektrum ist eines der besten Hefte, die ich erinnere
Das Infekt-Spektrum ist eines der besten Hefte, die ich erinnere. So viele schlüssige Zugänge zum Mittel, alles von kompetenten Autoren geschrieben, so viele gute Facetten gibt es sonst nirgends in einer Zeitschrift. Jeder Artikel ist schlüssig und aufschlussreich.

Besonders gefallen haben mir die Tipps der erfahrenen Ute Bullemer, die ich bisher nicht kannte; ich werde an Anantherum denken bei der häufigen Portioerosion; Erodium ist übrigens auch öfters gut.

Heiner Freis Methode ist schlüssig dargestellt, bei uns längst dankbare Ergänzung des Alltags.

Super fand ich die Darstellung von T. Curtis über die Zitterpappel, die sie sehr schön schildert und durch Fälle belegt, die dann auch durch die Pflanzentheorie erklärbar sind: tolle Arbeit.

D. Payrhuber hat auch sehr schöne Fälle, vor allem die beiden Helleborus Fälle.

Auch Rajan Sankarans Pulsatilla Fall deckt sich mit unseren besten Puls-Fällen, sie sind nämlich nicht nur so sanft wie immer behauptet wird: diese Eigenschaft ist ein Teil des Bildes und entspricht Stadium 2. Die Tatsache, dass die Patientin empört einen Rikshafahrer ohrfeigte, fand ich interessant, denn es stimmt: die Ranunculaceae sind alle mehr oder weniger schnell empört und so gereizt, dass sie auch zuschlagen könn(t)en, wie man es von Staph kennt. Auch das innere oder äußere Zittern oder Beben gehört zu allen Ranunceln.

Franz Swoboda hat mich mit seinem ausgezeichneten Artikel sehr zum Lachen gebracht. Ergänzend wäre zu sagen, dass die Quintessenz seiner „Epidemie“ auch in Jan Scholtens Elementen beschrieben wird: Ant-t hilft praktisch in allen Fällen von chronischer Bronchitis mehr oder weniger (das hat er sonst von keinem Mittel so behauptet, und es stimmt), aber es heilt nicht. Vor allem seine neue Beobachtung der Mycoplasmennosode als Pendant ist sehr interessant.

Dann der Choleraartikel: einfach Super, das beste was ich über die Cholera bisher gelesen habe. Gerade die gute Widerlegung, dass nur das Meiden von Aderlässen und die (geringe) Flüssigkeitszufuhr der einzige Grund für die unbestreitbare Überlegenheit der damaligen homöopathischen Behandlungen sei, fand ich sehr schlüssig.

Dann die Iquilai Studie: wo findet man so was heute? Erstklassig.

Selbst Kate Birchs Birkentrunk für alle Impfprobleme fand ich interessant, auch wenn man sagen muss, dass man es sich auch selbst unnötig schwer machen kann durch zu viele theoretische Erwägungen. Man versteht zumindest, warum so alles in einen Trank gepackt werden muss. Immerhin ein schöner Fall.

Die Mollusken von Fr. Schuller-Schreib sind auch lohnenswert. In diesem Zusammenhang auch der Calc-Fall von K Adal.

Dann auch der Hinweis auf den Index am Schluss: ein Super-Heft.
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Heidi Müller

vor 7 Monaten
Zu heilen sind nicht nur die Geschädigten! Wohl bedürfen grad auch die ANDEREN der Heilung: Verursacher, Mittäter, Mitverdiener, Mitläufer, Lügner, Prolongierer.... dieses ganzen Wahnsinns. Und da scheint mir keine bessere Arznei als Cadmium! Das treffliche Arzneimittelbild schildert Ulrich Welte in seiner "Silberserie" Stadium 12. Bezeichnend finde ich auch, daß Ulrich Welte auf S.152 DD die Schlangenmittel erwähnt, ja, die satanische Schlange.... weiterlesen ...
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Johanna Stahl

vor 1 Jahr
Homöopathie, eine effektive Medizin
Nach allem, was ich zur Zeit höre, tat es mir sehr gut, die Berichte von Ärzten aus den unterschiedlichsten Ländern zu lesen, die mit Homöopathie den Erkrankten helfen konnten. Sehr beeindruckt hat mich der Artikel über CO2. Weltweit sind alle Menschen betroffen, die eine Maske tragen. Dadurch erhöht sich der CO2-Gehalt im Blut, was für uns Menschen schädlich ist. Es löst Symptome aus, die dann leicht dem Virus untergeschoben werden können.
Allen, die an dieser Ausgabe mitgearbeitet haben: Vielen Dank!
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Betina Quägber-Zehe M.A.

vor 1 Jahr
Sehr spannende und informative Lektüre
Als interessierte Nichtmedizinerin (gibt es eine weibliche Form von Laie??) habe ich die Artikel sehr aufmerksam gelesen und finde sie außerordentlich informativ.
Zum Glück hat niemand aus unserer Familie bislang Corona, wir nehmen aber schon seit einigen Jahren Influenzinum und sind seither Grippe frei.
Ich würde in unseren Breiten auch Bryonia als Genius epidemicus sehen, da es die meisten Übereinstimmungen zeigt.
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simone

vor 5 Jahren
Empfehlenswerte Fachliteratur
Sehr informativ, sowohl für "Neulinge" in der Homöopathie als auch für erfahrene Homöopathen. Insgesamt sehr empfehlenswert. weiterlesen ...
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eine Leserin

vor 9 Monaten
Bin begeistert!
Inzwischen habe ich schon etliche Hefte von "Spektrum der Homöopathie" gelesen und bin von jedem Heft begeistert. Durch die Lektüre habe ich ein Verstehen für das jeweilige Thema bekommen, das ich vorher nicht hatte, und das in kurzer Zeit, weil das Grundsätzliche und Wichtige gut strukturiert und interessant aufbereitet ist. Außerdem fühle ich Herzblut hinter dieser Zeitschrift, was sehr motivierend auf mich wirkt. Vielen Dank, dass es sie gibt! weiterlesen ...
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Iris PH

vor 1 Jahr
Genius epidemicus
Letzte Woche kam das neue Spektrum- Heft "Genius epidemicus - Homöopathie in Zeiten der Pandemie" an und ich habe mich gleich drauf gestürzt. Das ist so wertvoll, diese wunderbaren Erfahrungen der KollegInnen (auf der ganzen Welt) so komprimiert studieren zu können. Danke dafür bei dieser Gelegenheit. Euer Spektrum-Team macht eine einmalige Arbeit, die ich sehr schätze! weiterlesen ...
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M. Sandvoss

vor 1 Jahr
wichtige Informationen
Ein sehr gehaltvolles, gelungenes Heft.
Auch hinsichtlich der allgemeinen Corona-Politik, die bislang versuchte, die Homöopathie zu ignorieren.
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S. Voege

vor 8 Monaten
Long Covid: Hervorragend
Ich finde dieses Heft wirklich beachtlich und hervorragend. Die Beiträge zeigen, dass es verschiedene homöopthische Wege aus der Misere gibt, wenn man von Covid bzw. der Impfung dagegen betroffen ist. Das nimmt ganz viel Angst und gibt die Sicherheit, so eine Krise gut durchstehen zu können.

Herzlichen Dank an die Autor:innen für ihre Suche nach entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten und dass sie ihr Wissen in Worte gefasst und veröffentlicht haben.

Dieses Heft ist auch für Laien interessant und absolut empfehlenswert.
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dr.b.stahlheber

vor 5 Jahren
Rheumabehandlung nicht einfach
mit diesem Spektrumsheft habe ich wieder neue Aspekte
die ich bei der Behandlung berücksichtigen werde
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Catrin Schulz

vor 4 Monaten
Sehr hohe Qualität
Ich freue mich auf jede Ausgabe. Die Artikel haben eine hohe Qualität und sind immer von sehr erfahrenen Praktikern geschrieben. Hilft mir sehr für meine Praxis. Auch der Umfang ist jedes Mal erstaunlich und vielfältig. weiterlesen ...
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